Trennung ohne Hindernisse

Rosbach (lk). Trennungen tun weh. Sie sind oft hart für den, der geht, und für den, der verlassen wird. Heike Tauchnitz aus Rosbach ist frisch geschieden. Die Trennung nach 25 Jahren beschreibt sie als »sehr schmerzhaft«. Auch, weil sie dabei wenig Hilfe hatte. Die mangelnde Unterstützung brachte die 51-Jährige aber auf eine Geschäftsidee.
12. Januar 2016, 09:23 Uhr
Freut sich auf ihre ersten Kunden: Heike Tauchnitz

Heike Tauchnitz hat sich 2014 von ihrem Mann getrennt. Nach 25 Jahren Beziehung. 2015 folgte die Scheidung. »Es war eine schwere Zeit«, sagt die 51-jährige Rosbacherin rückblickend. Trotz ihres großen Freundes- und Bekanntenkreises merkte sie, dass »ich alleine da durch muss«. Und zwar in einer Zeit, in der sie sich in einem emotionalen Ausnahmezustand befunden habe. Die Finanzen mussten geregelt, ein Scheidungsanwalt gefunden werden. »Ich hätte mir jemanden gewünscht, der mich begleitet, der mir gut zuspricht.« Aus diesem Wunsch entstand eine ungewöhnliche Idee. Heike Tauchnitz entschied, künftig als Trennungberaterin ihre Brötchen verdienen zu wollen.

In Deutschland wurden 2014 laut Statistischem Bundesamt rund 166 000 Ehen geschieden. Ausreichend Potenzial. Tauchnitz machte eine Umfrage im Freundes- und Bekanntenkreis. »Alle waren total begeistert von der Geschäftsidee«, berichtet sie. »Ich brenne dafür.«

Keine Schlussmacherin

Schlussmacherin will Tauchnitz im neuen Job nicht sein. Diesen Schritt müssten die Betroffenen alleine gehen. Aber sie will helfen – denen, die sich trennen wollen oder sich getrennt haben. Und denen, die verlassen werden oder wurden. »Ich will die Menschen begleiten und beraten, mit dem Wissen, das ich selbst in meiner Scheidungsphase bekommen habe.« Und sie möchte helfen, Fehler zu vermeiden. »Man kann zum Beispiel vor der Trennung eine Kopie vom Familienstammbuch machen. Oder von der letzten Gehaltsabrechnung. Das muss man nämlich alles wieder anfordern, wenn der Partner erst mal mit Sack und Pack ausgezogen ist.« Aus Erfahrung weiß sie: »Man läuft total blauäugig in so eine Sache rein.«

Für alles, was es nach der Trennung zu regeln gilt, hat sie Fachleute an der Hand – Steuerberater, Psychologen, Rechtsanwälte, Finanzexperten. »Ich habe ein Netzwerk aus ehrlichen Partnern aufgebaut.« Ihrer Meinung nach das A und O. Denn nicht alle Rechtsanwälte würden darauf hinarbeiten, zu einem Ende zu kommen. »Sie ziehen den Scheidungsprozess in die Länge, um monetär möglichst viel rausziehen zu können.«

Ihr Netzwerk bestehe ausschließlich aus von ihr geprüften »lösungsorientierten Menschen«, die im Sinne des Betroffenen handelten. Sie stelle nicht nur Kontakte zu den Experten her, sondern begleite ihre Klienten auch zu den Treffen. Die permanente Begleitung sei es, was es so noch nicht gebe. Ihre Marktlücke.

Tauchnitz sieht sich als Motivatorin und als »trennungsbegleitende Mutmacherin«. Aber: Wenn sie im Gespräch feststelle, dass die Entscheidung für die Trennung noch nicht gefallen sei, vermittle sie an einen Eheberater. Die Erstberatung bei der 51-Jährigen kostet 113 Euro. »Inklusive Mehrwertsteuer«, sagt Tauchnitz. Nicht wenig, zumal Institutionen wie Pro Familia ebenfalls Trennungsberatungen anbieten – und zwar wesentlich günstiger. »Aber die sind nicht überall dabei«, rechtfertigt Tauchnitz. Sie wolle für ihre Klienten immer Ansprechpartnerin sein, gemeinsam mit ihnen ein individuelles Konzept ausarbeiten. »Ich habe drei verschiedene Pakete im Angebot.« Die Paketpreise variieren. »Letztlich ist es eine Investition in ein Projekt, bei dem man am Ende Geld sparen kann. Denn Fehler, die man im Trennungsprozess macht, kommen einen später teuer zu stehen.«

Ihre Unternehmensgesellschaft hat Tauchnitz bereits angemeldet. Nun muss nur noch der erste Verlassene oder ein Mensch mit Trennungswunsch kommen. »Gemeinsam erblicken wir dann das Licht am Ende des Tunnels«, sagt sie.

Vom Beruf zur Berufung – so sieht sie die neue Selbstständigkeit. Als Trennungsberaterin wolle sie ihre Klienten unterstützen, allerdings nicht bei Rachefeldzügen gegen den oder die Ex. »Mein Lebensmotto lautet: ›Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.»« Daran halte sie fest. Als überzeugte Christin wisse sie: »Man erntet, was man sät.«

Infos zu Heike Tauchnitz gibt es im Internet auf der Seite www.trennungsberaterin-rheinmain.de..

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