Auftakt der Jubiläumsfeiern der Harmonie Dorn-Assenheim

16. Januar 2013, 18:28 Uhr
Mit viel Einfühlungsvermögen präsentiert die Harmonie ihre Stücke: Hier die Holz- und Blechregister in Aktion. (Fotos: Hachenburger)

Mit sichtbarem Spaß präsentierte Dirigent Andreas Schmidt zum Auftakt des 125. Vereinsgeburtstags einen Mix aus Melodien, der sich mal in die Karibik, mal in die Unterwelt, aber immer auf anspruchsvollem Terrain bewegte.

Viele neue Stücke zeigten, dass die Musiker konzertante Blasmusik genauso stilsicher interpretieren wie Stücke aus Filmmusik und Jazzklassiker. Kompetent schlug Axel Finkeldey die Brücke zu den jeweiligen Werken.

Erstmals dabei war das Jugendorchester des Vereins. Unter Leitung von Benjamin Jung gaben die 13 Jungen und Mädchen dem Konzert eine eigene, moderne Note. Es war ein Vergnügen, der spielerischen Leichtigkeit des Nachwuchses zuzuhören. Ein Feuerwerk an brasilianischem Rhythmus versprach gleich der erste Titel, »Soul Bossa Nova«. Nach einem fetzigen Abba-Medley erlebten die Zuhörer Walt-Disney-Filmgeschichte pur, energiegeladen und feurig oder sanft und melancholisch.

Mit Pauken und Trompeten begann die Harmonie. Musikliebhaber ahnten, dass es sich bei »Zarathustra 2000« um eine Version des imposanten Klassikers von Richard Strauß handelte, die Zahl ließ allerdings auf Überraschungen schließen. Und so dominierten bereits kurze Zeit später moderne, rockige Elemente, wobei die Holzbläser für den rhythmischen Pfiff sorgten. Danach tauchten die Musiker ab: zu Orpheus in die Unterwelt. Rasant hüpften dabei die Staccato-Takte beim berühmten »Can Can« von Jacques Offenbach vorüber, mit Leichtigkeit und Champagnerlaune versprühend arbeiteten Flöte, Flügelhorn, Klarinette und Bariton solistisch den Charme der Operette heraus.

Jetzt dominierten Rumba und Cha Cha. »Frenesi« von Alberto Dominguez erklang im Stil der Orchester der 1930er und 1940er Jahre, forderte alle Register und zauberte mit glockentonartigen Einsätzen im hohen Blech Klänge, die man so nicht erwartete. Interessant dabei die Soli von Alana Hessel, Davina Münch und Michael Dönges. Mit einem wundervollen Trompeten-Solo glänzte Andreas Schmidt. Bei »What a Wonderful World« spielten Solist und Orchester ganz nach dem Geschmack der Besucher.

Bei Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik stand musikalisch wie optisch Pulverdampf im Mittelpunkt. Für ein Blasorchester ungewohnt war die Imitation der Streichinstrumente. Problemlos interpretierten die einzelnen Register schönste orchestrale Barockklänge und entwickelten in den beiden Sätzen ihre eigene Klangfarbe. Flott kam das »La Réjouissance« als fröhliche Militärmusik mit seinen Trompetensignalen herüber, virtuos als Kontrast ein Menuett.

Das sprichwörtliche Salz in der Suppe waren die klassischen Konzertmärsche. Dem ouvertürenartigen »Salve Imperator« folgte der »Florentiner Marsch.« Beides Paradebeispiele für Julius Fucíks Marschkunst, die technische Finessen mit unüblicher Musikalität im Trio kombiniert. Klarinetten und Tenorhörner wussten hier mit fließenden Übergängen zu gefallen, dementsprechend viele Füße wippten im Saal mit.

Nun erzählte die Harmonie eine Piratengeschichte: Die Filmmusik aus »Fluch der Karibik« wurde in all ihren Facetten als symphonische Suite interpretiert. Jedes Register hatte seine Aufgabe, zusammen erzeugten sie eine beeindruckende Klangfülle, die den Kino-Klamauk lebendig machte.

Mit der frischen Egerländer Festtagspolka und »Blasmusik macht Freude« erinnerten die Musiker zum Schluss an das Motto der kommenden Festtage: 125 Jahre Freude an Musik. Mit einem proppevollen Haus, toller Musik und begeisterten Zuhörer war der Abend hierzu jedenfalls ein mehr als gelungener Auftakt.

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