Reichelsheim

Bürgermeister Bertin Bischofsberger tritt in CDU ein

07. August 2015, 12:53 Uhr
Prominenter Zuwachs bei den Reichelsheimer Christdemokraten: Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger (r.) begrüße Neumitglied Bertin Bischofsberger an. (Foto: pv)

Für den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Holger Hachenburger ist dies ein logischer Schritt: »Bertin Bischofsberger konnte stets auf unsere Unterstützung zählen.« Letzteres habe sich über sechs Jahre im Parlament und »für jeden erkennbar« auch bei der Direktwahl im vergangenen Oktober gezeigt, schreibt Hachenburger in einer Presseeklärung. Nicht nur die Christdemokraten vor Ort, auch Bundes- und Landesprominenz wie CDU-Generalsekretär Peter Tauber oder Staatministerin Lucia Puttrich ergriffen damals für Bischofsberger das Wort.

»Und dies, obwohl ich kein Parteimitglied war«, betont Bischofsberger. Auch mit Blick auf die erneute Nominierung auf einem aussichtsreichen Listenplatz für die kommende Kreistagswahl sagt er: »Man schätzt mich in der CDU, man bringt mir Vertrauen entgegen.« Hoch rechne er den Parteimitgliedern an, dass er dabei niemals gefragt, geschweige denn gedrängt worden sei, der Partei beizutreten, betont Bischofsberger gegenüber der WZ. »Das war nie Gesprächsthema.«

Seine Entscheidung, nun den Christdemokraten beizutreten, sei von ihm ausgegangen und in den Monaten nach der Wiederwahl gereift, begründet der 56-Jährige seinen Entschluss. Große Überraschung in der Öffentlichkeit erwartet er nicht. »Ich wurde eigentlich immer der CDU zugeschrieben. Jeder weiß, wer mich nominiert hat.« Keinen Hehl macht Bischofsberger daraus, dass seine Überzeugungen, Ideen und Vorstellungen von Politik in Reichelsheim und dem Wetteraukreis seit jeher besser in der CDU aufgehoben seien.

Der Partei dann auch offiziell beizutreten, sei daher auch ein Schritt, den Bürgern gegenüber glaubwürdig aufzutreten. Warum er dies nicht vor der Wahl entschieden habe? »Ich habe immer gesagt: ›Im Moment nicht, aber die Zukunft wird’s zeigen.» « Eine Parteimitgliedschaft habe er nie ausgeschlossen. Doch »eine bestimmte Politik nach außen zu vertreten und zugleich den Bürgern zu sagen ›ich bin parteilos», das funktioniert auf Dauer nicht. Das widerspricht sich irgendwann«.

Überzeugt habe ihn zudem die hohe Motivation der Reichelsheimer CDU im Wahlkampf: »Ihr habt euch für mich engagiert und mich seit jeher massiv unterstützt, das gebe ich jetzt zurück«, bedankt er sich. Ihm sei es wichtig gewesen, Position zu beziehen und den Schritt des Parteieintritts zu gehen, »damit es endgültig ist«.

»Ich bleibe genauso, wie ich war.«

Bischofsberger war 2007 von der CDU für die Direktwahl im darauffolgenden Jahr aufgestellt worden. Seit 2011 sitzt er für die Christdemokraten im Kreistag. Nach der ersten gewonnenen Bürgermeisterwahl sei er bewusst parteilos geblieben. »Ich wollte sehen, wie das funktioniert«, sagt der gebürtige Norddeutsche. Ein Bürgermeister stehe immer in der Verantwortung allen Bürgern gegenüber, ob mit Parteibuch oder ohne. Aber eine Mitgliedschaft mache es einfacher, sich auf anderen Ebenen in die politische Willensbildung mit einzubringen. Auch wenn selbstverständlich nach wie vor gelte, dass ihm sachliche Diskussionen wichtiger seien als ideologisch motovierte Entscheidungen. Für die Bürger ändere sich nichts: »Ich werde die Art, wie ich meinen Job ausübe, dadurch nicht verändern. Ich bleibe genauso, wie ich war.«

Dass sich im Verhältnis zu den Mehrheitsfraktionen in der Stadtverordnetenversammlung etwas ändert, glaubt Bischofsberger nicht. Bei SPD und Grünen sei er als CDU’ler fest verortet, mit den Freien Wählern verbinde ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Zudem gälten seine Worte, die er anlässlich der Amtseinführung im Dezember 2008 vor den Parlamentariern geäußert habe: »Ich stehe für eine Kultur des Miteinanders, ich reiche Ihnen die Hand, nehmen Sie sie. Denn es kann nur von Nutzen sein, wenn alle an einem Strang ziehen.«

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