Niddatal

»Pädobär« mit Kinderpornos erwischt

15. August 2013, 10:38 Uhr

Vielmehr habe er ein Virenproblem auf seinem Computer gehabt, und als er ein Antivirenprogramm geladen habe, seien die Bilder und Videos irgendwie auf seinen Rechner gekommen. »Die waren schreibgeschützt, ich konnte sie nicht löschen«, beteuerte Jörg P. Komisch nur, dass der Niddataler sich in einem Chatforum mit einer E-Mail-Adresse angemeldet hatte, deren Anfang »Pädobär@« lautete. Nach einer kurzen Beweisaufnahme verurteilte Richter Bange den 24-Jährigen, der in der Gastronomie arbeitet, zu einer Geldstrafe in Höhe von 1575 Euro (35 Tagessätze à 45 Euro).

Jörg P. hatte zuvor berichtet, wie die kinderpornografischen Bild- und Videodateien seiner Meinung nach auf seinen Rechner gelangt waren. Nachdem sich Viren auf seinem Computer breitgemacht hätten, habe er in einem Chat Fremde um Rat gefragt. »Ich wollte kein Geld für das Antivirenprogramm ausgeben«, erklärte er. Ein Chatpartner namens Martin habe sich gemeldet und ihm einen Link gesendet, dieser habe ein Virenprogramm auf seinem Rechner installiert. Auch die kinderpornografischen Bilder- und Videodateien – sie zeigten Mädchen deutlich unter 14 Jahren beim Geschlechtsverkehr – seien dabei auf seinen Computer gelangt.

Richter Bange hinterfragte diese Aussage. Die Plattform, auf der Jörg P. sich zum Chat angemeldet habe, sei bekannt dafür, dass auf ihr eben solche Dateien ausgetauscht würden.

In Kinderbetreuung tätig

Aufgeflogen war Jörg P., weil einer seiner Freunde bei einer Party des Niddatalers auf dessen Computer nach Musikdateien gesucht hatte. Er fand die kinderpornografischen Bilder und Videos und ging direkt zur Polizei. Die Beamten durchsuchten dann im April dieses Jahres die Wohnung des 24-Jährigen, konfiszierten einen Laptop und eine Festplatte.

Während der Verhandlung wurde auch klar: Auf einer Pornoseite im Internet war Jörg P. mit einer E-Mail-Adresse angemeldet, die mit »Pädobär@« begann – eine Mischung der Worte Pädophilie und Bär. Die habe ein Freund für ihn angelegt, behauptete Jörg P., der 2011 bei der evangelischen Kirche als Honorarkraft in Sachen Kinderbereuung angestellt war. »Das wirft ein etwas komisches Licht auf Sie«, sagte der Richter zu P., der zuvor noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war.

»Ich halte den angeklagten Sachverhalt für erwiesen. Der Angeklagte hat eingeräumt, dass er Kinderpornografie auf dem Rechner hatte«, sagte Staatsanwalt Christian Bause. Er forderte eine Geldstrafe in Höhe von 1575 Euro. »Ich halte das Strafmaß für angemessen«, sagte Verteidiger Jürgen Häller, der sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft anschloss.

Richter Bange verurteilte P. letztlich zur geforderten Geldstrafe. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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