Geht doch: Schnelles Internet ab Herbst 2016

21. November 2015, 20:33 Uhr
In Sachen Breitbandausbau gibt es gute Neuigkeiten.

Für den Betrieb verantwortlich wäre »HessenKom«, eine Partnerfirma von »YplaY«. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos) liegt ein entsprechender Kooperationsvertrag vor. Der Magistrat hat dem Vorschlag bereits zugestimmt. Doch noch ist die letzte Hürde nicht genommen – schlussendlich muss das Parlament entscheiden.

Am Freitag stellten Hertel, Walter Erl (»YplaY«) und Peer Kohlstetter (»HessenKom«) die Pläne vor. Sollten die Stadtverordneten diesen in ihrer Sitzung am 7. Dezember zustimmen, könnte mit dem Breitbandausbau bereits im ersten Quartal 2016 begonnen werden. Im Herbst sollen alle Stadtteile erschlossen sein, sagte Erl. Die Niddataler könnten dann per VDSL-Anschluss mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Internet surfen – je nach Entfernung zwischen Verzweiger und Hausanschluss. Der Ausbau erfolgt ab dem Kabelnetzverzweiger mit Glasfaser, auf den letzten Metern muss »YplaY« auf die bereits bestehenden Kupferkabel-Hausanschlüsse der Telekom zurückgreifen. Auf Wunsch (und eigene Rechnung) könne der schnelle Glasfaser-Anschluss auch bis ins Haus verlegt werden.

Keine Gespräche mit Telekom

Bereitstellung und Betrieb des Netzes übernimmt im Anschluss die Firma »HessenKom« aus dem Altenstädter Stadtteil Lindheim. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen das Breitbandnetz in Altenstadt realisiert. Im April starteten die Arbeiten, im September wurden sie abgeschlossen, das Netz wurde kürzlich eingeweiht. »Wir haben dort schon 500 Kunden«, sagte Erl.

Wer das schnelle Internet in Niddatal nutzen möchte, muss mit »YplaY« einen Vertrag abschließen. Das Unternehmen bietet verschiedene Dienste (Internet, Telefon, Fernsehen) zu unterschiedlichen Preisen an. Für einen 100-Mbit-Anschluss mit Festnetz-Flatrate werden beispielsweise 52,90 Euro im Monat verlangt. Für einen Aufpreis von 10 Euro kommt auch das TV-Programm über das Internet auf den Fernseher. Dienste und Preise sollen bei Info-Veranstaltungen und in persönlichen Gesprächen vorgestellt werden.

Hertel erinnerte am Freitag an die bisherigen Schritte in Sachen Breitbandausbau. 2014 war die Stadt der Breitbandgesellschaft Oberhessen (BIGO) beigetreten. »Dann wurde Kritik laut, der Ausbau würde zu lange dauern.« Der Magistrat hatte sich laut Hertel nach anderen Geschäftspartnern umgesehen. Man sei mit »YplaY« ins Gespräch gekommen. »CDU, Grüne und der jetzt parteilose Dr. Schneider haben am Magistrat vorbei Kontakt zur Breitband GmbH des Main-Kinzig-Kreises aufgenommen.« Das Parlament stimmte der Zusammenarbeit zu. »Es war uns untersagt, mit anderen Anbietern Kontakt zu pflegen«, berichtete Hertel von den Verhandlungen mit der Breitband GmbH (BMK). Auf CDU-Antrag trat die Stadt aus der BIGO aus. Doch bevor ein Vertrag mit der BMK abgeschlossen werden konnte, machte Landrat Joachim Arnold in seiner Funktion als Kommunalaufsicht der Stadt einen Strich durch die Rechnung: Denn die BIGO hätte eine Gesellschaftereinlage von zunächst 125 000 Euro bedeutet, die BMK einen »verlorenen Zuschuss« von 250 000 Euro. »Der Kreis hat uns untersagt, diese Gelder in die Hand zu nehmen, da wir eine defizitäre Kommune sind«, schilderte Hertel.

Die Kommune stand ohne Anbieter da. Die SPD machte CDU, Grüne, FDP und Schneider dafür verantwortlich. Im September schlug Schneider vor, den Beschluss, aus der BIGO auszutreten, rückgängig zu machen. Das Parlament lehnte ab. »Wären wir wieder beigetreten, wäre das Breitband bei uns wohl zuletzt ausgebaut worden, wahrscheinlich 2018«, erklärte Hertel. Also habe man erneut Kontakt zur »YplaY« aufgenommen.

Mit der Telekom habe es keine Gespräche mehr gegeben. »Die binden jetzt Burg-Gräfenrode an, gehen dafür durch Ilbenstadt. Es wurde nicht mal nachgefragt, ob der Stadtteil angebunden werden soll. Wir sollten dafür eine Abbruchgenehmigung erteilen«, sagte Hertel. Er hat die Genehmigung bis heute nicht erteilt.

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