Bälle statt Betten: 350 Flüchtlinge ziehen aus Hallen aus

15. Januar 2016, 18:43 Uhr
Die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsdiensten haben bei der Vorbereitung und beim Betrieb der Notunterkunft in Nidda stets mitangepackt.

In welchen, ist noch unklar. Genügend Plätze stehen aber zur Verfügung: Landesweit soll es 7000 bis 8000 freie Plätze geben.

Nicht betroffen von der Neuerung sind die Sporthallen an der Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg in Pohl- und Kirch-Göns sowie die Turnhalle in Assenheim. Diese Hallen werden nicht vom Land als Überlaufeinrichtung genutzt, sondern sie sind Erstaufnahmeeinrichtungen des Wetteraukreises.

Zwei Wochen für den »Rückbau«

Wenn alles läuft wie geplant, kann ab Mitte Februar der Schul- und Vereinssport in Nidda wieder seinen gewohnten Betrieb aufnehmen. Momentan werden die Schüler teilweise zu anderen Hallen gefahren (siehe Kasten). Landrat Joachim Arnold teilte mit, unmittelbar nach dem Auszug der Flüchtlinge würden die Hallen wieder für den Schulsport hergerichtet. Den Rückbau übernehme der Kreis im Auftrag des Landes, das auch die Kosten dafür trage. Man kalkuliere etwa zwei Wochen für die Hallen selbst. Die Herrichtung der Außenanlagen werde mehr Zeit in Anspruch nehmen. »Dafür werden wir auch private Dienstleister beauftragen«, kündigte er an.

»Ich bin außerordentlich zufrieden, dass das Land endlich den Weg freimacht und der Umsiedlung der Flüchtlinge aus den beiden Niddaer Schulsporthallen zustimmt«, sagte Arnold. »Der Einsatzbefehl des Landes war eine pure Verzweiflungstat des Landes, weil es selbst vorher keine Vorsorge betrieben hat. So etwas darf den Menschen vor Ort nicht noch einmal zugemutet werden.«

Die CDU sieht das anders. Wie die Kreisvorsitzende der Wetterauer CDU, Staatsministerin Lucia Puttrich, in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit ihren Landtagskollegen Norbert Kartmann, Tobias Utter und Klaus Dietz betont, habe Arnold die »unglückliche Situation« in Nidda selbst geschaffen. »Er ganz alleine hat sich in seiner Funktion als untere Katastrophenschutzbehörde für die Nutzung der Sporthallen entschieden. Das Land hat ihm keinerlei Vorgaben gemacht, sondern ihm sogar angeboten, die Kosten für die Anmietung privater Einrichtungen zu übernehmen.«

Das sei etwas einfach gedacht, kontert Kreispressesprecher Michael Elsaß. »Am Dienstag kam der Einsatzbefehl, bis Freitag Platz für 1000 Menschen in maximal vier Einrichtungen zu schaffen – alles andere war uns überlassen.« Vielleicht hätte man auch irgendwo eine dezentrale Unterbringung schaffen können. Doch wäre dies ungleich teurer geworden. »Die Schaffung der Notunterkunft an den beiden Sporthallen in Nidda war die beste aller Möglichkeiten.«

Das Land rechne zwar vorerst nicht mit neuen Einsatzbefehlen zur Unterbringung von Flüchtlingen, sagt Puttrich. »Völlig auszuschließen« sei dies aber nicht, falls die Flüchtlingszahlen erneut kurzfristig deutlich ansteigen sollten. Das Land habe seine Landkreise daher erneut darum gebeten, durch eine vorausschauende Planung dafür zu sorgen, dass bei Bedarf geeignete Liegenschaften für Notunterkünfte bereitstünden. Eine Nutzung von Turn- und Sporthallen sei unbedingt zu vermeiden. »Landrat Arnold muss sich um alternative Möglichkeiten bemühen, damit der Wetteraukreis auf eine eventuelle Unterbringung weiterer Flüchtlinge in Notunterkünften bestmöglich vorbereitet wäre«, so Puttrich.

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