Sie putzen die Gedenksteine gegen das Vergessen

Karben (mal). Am ersten Tag der bundesweiten sowie internationalen Aktionen gegen den Rassismus, fand im Beisein des Ortsvorstehers von Groß-Karben, Hans-Jürgen Kuhl, und der SPD-Vorsitzenden Christel Zobeley eine Putzaktion der bereits verlegten Gedenksteine statt. .
13. März 2012, 18:38 Uhr
Schülervertreterin Maja Neidhart und Nick Sigrist von der Kurt-Schumacher-Schule bei der Putzaktion. (Foto: Mahlich)

Auch Maja Neidhart als Schülervertreterin und ihre Mitschülerinnen der Kurt-Schumacher-Schule beteiligten sich. Hartmut Polzer, der die Organisation innehatte, sagte, damit erinnere man an die 39 deportierten und ermordeten Juden, die einst in Groß-Karben gelebt haben. Die Idee zur Verlegung der zehnmal zehn Zentimeter großen Steine hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig, der auch in Kürze wieder neue Steine setzen werde, wie Polzer informierte.

Seit drei Jahren setzt sich der engagierte Bürger dafür ein, an die Personen zu erinnern, die von Nationalsozialisten aus rassistischen Gründen verfolgt und ermordet wurden. Im März 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, die »Stolpersteine« von Demnig verlegen zu lassen, um daran zu erinnern, wo Bürgerinnen und Bürger ihren letzten frei gewählten Wohnsitz hatten und danach von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, gedemütigt, vertrieben und ermordet wurden.

In Groß-Karben wurden folgende Steine verlegt: In der Heidelberger Straße 1 vier Stück, wo Josef Junker mit seiner Ehefrau Bella und ihren zwei Töchtern wohnten, in der Heidelberger Straße 3 drei Steine, wo Ziegenhändler Moritz Rosenthal mit seiner Frau Rosa sowie Sohn Manfred ihren Wohnsitz hatten. In der Bahnhofstraße 6 ein Gedenkstein für den letzten Wohnsitz des Vorsitzenden der damaligen jüdischen Gemeinde, Moritz Grünebaum. Und in der Bahnhofstraße 20 zwei Gedenksteine, wo Familie Grünebaum wohnte. In der Bahnhofstraße 24 befinden sich vier weitere Steine für die Familie Julius und Flora Ross mit den Kindern Albert und Ilse. Drei weiterer Gedenksteine gibt es im Boden der Parkstraße 1 für die ledigen Schwestern Sophie, Emillie und Lina Grünebaum. Für Moritz und seine Frau Klara Ross in der Wilhelmstraße 3 wurden zwei Gedenksteine verlegt. In der Wilhelmstraße 16, wo sich vier Gedenksteine befinden, soll an Adolf Hirsch mit seiner Ehefrau Antonia sowie die Kinder Erich und Marga erinnert werden.

Die jährliche Putzaktion lässt die Gedenksteine wieder hell erstrahlen, damit soll laut Polzer daran erinnert werden, was den Menschen für unsägliches Leid wiederfahren sei.

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