Jung verwitwet

11. März 2016, 20:03 Uhr
»Es ist hilfreich, in der schlimmen Zeit nach dem Verlust eines geliebten Menschen unterstützt zu werden«, sagt Silke Szymura.

Geschehen war das tragische Ereignis während einer dreiwöchigen Reise nach Nepal. Die Zeit dort sollte für das junge Paar eine Mischung aus Urlaub und Einsatz für den Verein »Sahaya – Hilfe für Nepal« werden, denn Szymura ist Vereinsvorsitzende. Bereits zum dritten Mal war sie in den
Himalayastaat gereist. Nachdem sie gemeinsam mit ihrem Partner eine Woche dort verbracht hatte, verstarb dieser. »Gerade ging es ihm noch gut, dann fiel er plötzlich um und verstarb schnell«, erzählt Szymura. Er wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, aber leider war es schon zu spät, die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun. Der junge Mann wurde nur 29 Jahre alt.

Die nepalesische Großfamilie, die von
»Sahaya« unterstützt wird, war sofort für Szymura da und kümmerte sich liebevoll um sie. »Ich kann mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn sie nicht alle für mich da gewesen wären.« erinnerte sie sich nachdenklich. Zwar war es mit der Verständigung teilweise schwierig, weil nicht alle englisch sprechen, aber auch ohne Worte konnte man sich gut verstehen. Szymura stand zunächst unter Schock und wusste überhaupt nicht, wie es weiter gehen sollte. Zum Glück reiste eine gute Freundin aus Deutschland an und begleitete sie auf dem Heimflug.

Geschützer Raum

Nach der Rückkehr stellte Silke Szymura bald fest, dass sie Hilfe brauchte, um den Schmerz zu bewältigen. Eine Trauergruppe war ihr nicht bekannt. »Da habe ich einfach mal gegoogelt«, berichtet sie.

Bei ihrer Internetrecherche stieß sie dann auf den Verein »Jung verwitwet«, der deutschlandweit vertreten ist. Dort konnte sie andere Menschen treffen, die ähnliches erlebt hatten und sich mit ihnen austauschen. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig in Frankfurt-Preungesheim; einmal im Monat kommt man samstags zum Brunchen zusammen oder sonntags nachmittags zu Kaffee und Kuchen. Auf diese Weise ist die Atmosphäre etwas aufgelockerter. Die Treffs ähneln denen einer Selbsthilfegruppe. Es wird gemeinsam über die Trauer gesprochen und die neue Lebenssituation. Alles geschieht in einem geschützten Raum, so dass man offen über alles reden kann. Aber auch immer wieder wird zusammen gelacht. Das Alter spielt für die Teilnehmer keine Rolle. Die Menschen, die dort zusammenkommen, sind zwischen Anfang 30 und Mitte 60.
Unerheblich ist auch der Todeszeitpunkt des verstorbenen Partners. Mittlerweile arbeitet Szymura zusammen mit einer anderen Frau in der Leitung der Gruppe.

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