»Hessisch Mädsche«

Mit Mundart zum Erfolg

Mit »Hessisch Mädsche« landete die A-Capella-Formation Allegría einen Hit auf Facebook. Auch außerhalb der sozialen Netzwerke ist die Gruppe längst bekannt.
07. Dezember 2017, 13:00 Uhr
Zur Allegría-Formation gehören derzeit Christine Bär, Mareike Bender, Christina Schmid und Julia Hofmann (r.). Gegründet wurde das Ensemble bereits 2001 in Frankfurt. Mit »Hessisch Mädsche« startet die Gruppe jetzt durch. (Foto: Video von Rafael Metz)

Von Musikern und Sängerinnen heißt es oft, sie würden im Advent von einer Stunde der Besinnung zur nächsten hetzen. Geht es Allegría im Augenblick ähnlich?

Julia Hofmann: Von Besinnung kann im Moment tatsächlich keine Rede sein. Jeden Tag erreichen uns viele Anfragen, und wir geben unser Bestes, alle zu beantworten. Als Sängerinnen haben wir natürlich auch einige Konzerte in der Adventszeit, aber unsere Freizeit genießen wir mit unseren Familien trotzdem.

Wie lange gibt es die Formation Allegría schon, wer gehört dazu, und wie haben Sie einander gefunden?

Hofmann: Allegría sind aktuell Christine Bär, Mareike Bender, Christina Schmid und ich. Gegründet wurde das Ensemble als Vokalsextett bereits 2001 in Frankfurt, während des Gesangsstudiums der Sängerinnen, die auch solistisch gefragt sind und in eigenen Projekten arbeiten. Durch Austritte und Neuzugänge gab es immer wieder Veränderungen in der Allegría-Besetzung, besonders tragisch durch einen Todesfall im Jahr 2015. Seit 2016 sind wir in der jetzigen Quartettformation zusammen, und das wollen wir auch so schnell nicht ändern.

Was stellt für Sie den besonderen Reiz am A-cappella-Gesang gegenüber der instrumental begleiteten Version dar ?

Hofmann: Wir lieben beides. Als reine A-Cappella-Formation genießen wir die Vorzüge des reinen Stimmklangs: klare Akkorde, Reibungen, Synkopen, homophone Klänge – alles wie im richtigen Leben. Wir singen aber auch Stücke mit Klavierbegleitung, aktuell ist unser absoluter Favorit »Tundra« von Ola Gjeilo. Begleiten lassen wir uns dabei von meinem Ehemann, dem Pianisten Torsten Hofmann.

Wie hat sich Ihr Repertoire entwickelt und welche sind Ihre heutigen Schwerpunkte ?

Hofmann: Anfangs hatten wir hauptsächlich humorvolle Volksliedbearbeitungen, klassische Stücke und Gospels im Programm, aber auch Popsongs und Evergreens. Inzwischen haben wir angefangen, eigene Texte zu schreiben und Musik zu komponieren. Das geht in Richtung A-cappella-Pop, lustige Texte mit eingängigen Melodien.

Wie erklären Sie sich Ihren derzeitigen Erfolg?

Hofmann: Ich glaube das Publikum erliegt ganz einfach gerne unserem Charme. Unsere Zuhörer sind begeistert von unserem klaren Klang, der Gänsehaut, die wir verursachen, von der Freude, die wir im Namen tragen und an den Tag legen. Viele sind erstaunt, dass wir so hoch und sauber singen – aber das ist natürlich auch das Ergebnis unseres Studiums. Gesang ist unsere Profession.

Der Begriff Allegría stammt aus dem Italienischen und bedeutet Freude. Das klingt wie ein Gegenentwurf zum Unfrieden in der Welt. Was vermag Musik politisch und sozial zu verändern?

Hofmann: Musik schafft es, dass Menschen näher zusammenrücken, sie ist unser soziales Bindeglied seit Tausenden von Jahren. Musik macht glücklich. Musik macht gesund. Es ist großartig zu sehen, wie Hunderte von Zuhörern in Konzerten zusammensitzen, Musik und Gesang genießen. Wir Menschen sind soziale und kulturhungrige Wesen, und es ist sehr wünschenswert, dass in kulturellen Angelegenheiten mehr Geld von der Politik locker gemacht wird – sei es für Konzerthäuser, Theater, Kunsthallen und vor allem für die Ausbildung unserer Kinder. Wer miteinander musiziert, schlägt sich in der Regel nicht – und das ist doch wirklich eine gute Investition in den Frieden.

Sie sind in Reichelsheim aufgewachsen. Liegen dort auch Ihre musikalischen Wurzeln?

Hofmann: Ja, ich habe in Reichelsheim mit der Musik angefangen, bin von klein auf mit meiner Mutter in die Chorproben des Singkreises gegangen und habe viele Jahre im Chor von Trude Schmitz-Folkmanis in Heuchelheim gesungen. Mein Mann stammt übrigens auch aus Reichelsheim.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Facebook
  • Mundart
  • Reichelsheim
  • Sozialbereich
  • Sängerinnen
  • Reichelsheim
  • Inge Mueller
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 24 - 4: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.