»Strickverrückte« im Kesselraum

19. November 2017, 18:11 Uhr
Die Stricknadel ist immer dabei: Janine Wendebaum (l.) und Susanne Schnell am Stand von »Frauwollante«. (Fotos: lod)

»Ich bin total strickverrückt«, meint Susann Schnell aus Reichelsheim. »Das sind wir doch alle hier«, ergänzt Heike Kobat aus Heldenbergen. Die beiden Frauen sind zwei von überraschend vielen überwiegend weiblichen Besuchern des zweiten Wollfests, das unter dem Motto »In Wolle baden« am Samstag im Kesselraum des Alten Hallenbads veranstaltet worden ist.

»Die Resonanz ist sehr gut«, freut sich Mitorganisatorin Conny Costa vom Wetterauer Spinn- und Handarbeitstreff, einer Gruppe von Frauen, die sich jeden zweiten Freitag im Monat im »Aquarium« der Augustinerschule trifft, um gemeinsam ihrem Hobby Handarbeiten nachzugehen. »Wolle kommt von wollen, nicht von brauchen«, sagt Heike Kobat, die zusammen mit Maike Schnichels am Stand von »Das Regenbogenschaf« aus Frankfurt handgefärbte Wolle anbietet.

Bei der nicht gerade idealen Beleuchtung im Kesselraum, sei die Farbe der Wolle nicht so gut zu erkennen, merkt Susann Schnell an. Doch sie hat eine Lösung parat: Mit etlichen Wollsorten im Arm geht sie zusammen mit Maike Schnichels nach draußen, um sich die Wolle bei Tageslicht zu betrachten. Auch »Frauwollante«, wie ein Geschäft aus Neu-Anspach heißt, bietet ganz unterschiedliche Wolle sowie passendes Zubehör an.

Geschlossen worden ist in diesem Jahr das Geschäft »Die Wollkatze« in der Kaiserstraße (die WZ berichtete). Einen Teil ihrer Restbestände bietet Jutta Frank-Hähn im Kesselhaus an. »Das ist längst nicht alles«, sagt die ehemalige Ladenbesitzerin. Wolle und Gefilztes finden die Besucher am Stand des Friedberger Geschäfts »Natürlich bunt«. Doch nicht nur Wolle wird angeboten. Neben ausgewählten handgefärbten Garnen aus der »Wollerey« gibt es am Stand von Conny Costa, Inhaberin von »Bürklen Design«, individuelle Stoff- und Filztaschen mit Friedberg-Schriftzügen und -motiven. Papaya-Naturseife, mit der sich Wolle vorzüglich waschen lässt, ist am Stand der Frankfurterin Christiane Winter zu sehen.

Ein besonderer Hingucker sind die Handspindeln, die Uwe und Angela Matthes in ihrer Drechselwerkstatt in Baunatal herstellen. »Wir verwenden über 100 verschiedene Hölzer, stellen unter anderem tibetische, iberische oder türkische Spindeln her.« Die Handspindel ist die Vorläuferin des Spinnrads und wird von Hobbyspinnerinnen und -strickerinnen gerne verwendet.

Ergänzt wird das Angebot durch einen Flohmarkt. Die vielen gespendeten Bücher, Knöpfe, Wolle, Strickjacken und Pullover finden viele Interessenten, die gerne einen Obolus in das große Spendenglas werfen. »Das bekommt der Hallenbadverein ohne Abzüge«, sagt Peter Hähn, einer der Flohmarkt-Organisatoren. Im nächsten Jahr soll das Wollfest im großen Saal stattfinden.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Hallenbäder
  • Reichelsheim
  • Wolle
  • Friedberg
  • Harald Schuchardt
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.