Bürgerhaus Ilbenstadt

So soll das Bürgerhaus bald aussehen

Mal sollte das Bürgerhaus abgerissen, jetzt soll es saniert werden. 3,5 Millionen Euro soll eine grundhafte Sanierung kosten. Ob es dazu kommt, muss noch entschieden werden.
14. November 2017, 11:00 Uhr

Von Sabrina Dämon , 1 Kommentar
Abreißen? Oder sanieren? Das Bürgerhaus Ilbenstadt war schon oft Gegenstand politischer Streitigkeiten im Ort. Nach aktuellem Stand soll es grundhaft saniert werden – und eine optische Aufwertung erhalten. (Archivfoto: udo)

Sanierung, Abriss, Sanierung – seit Jahren taucht das Bürgerhaus Ilbenstadt immer mal wieder in der politischen Diskussion auf. 2015 sah alles nach einem Abriss aus, die CDU hatte einen Antrag gestellt, das Thema wurde in den Ausschüssen diskutiert. Dann kam die Kommunalwahl, eine neue Mehrheit aus SPD und Linke sprach sich für den Erhalt aus, das Thema Abriss war vom Tisch, stattdessen soll das Bürgerhaus grundhaft saniert werden.

Der Innenraum soll multifunktionaler werden

Daniela Wagner

Mit dieser Grundlage und dem Auftrag, den Preis für eine grundhafte Sanierung zu ermitteln, hat sich das Planungsteam Daniela Wagner und Lothar Euler an die Arbeit gemacht. Ihr Ergebnis: 3,5 Millionen Euro wird die grundhafte Sanierung kosten.

Bei einem Gespräch erläutern sie, welche Neuerungen ihr Konzept vorsieht, inwiefern die Wünsche der Bürger in die Planung eingeflossen sind und welche Arbeiten anstehen. Ob dieser Plan umgesetzt wird, muss jedoch erst politisch entschieden werden. Wie Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel sagt, ist das Konzept nach der vergangenen Ausschusssitzung an die Fraktionen gegangen, die darüber beraten werden. Auch in der Verwaltung müsse das Projekt angesichts des städtischen Haushalts diskutiert werden, »3,5 Millionen Euro sind für uns viel.« Wie Architektin Wagner sagt, sehe die Planung jedoch auch Einsparpotenziale an der ein oder anderen Stelle vor, auch seien Fördermittel zu erwarten.


Neue Heizung vorgesehen
 

Grundsätzlich geht die Planung davon aus, dass alles rückgebaut wird, lediglich der Rohbau bleibt bestehen. Neu gemacht würden demnach Fassade, Dach sowie der komplette Innenausbau und die Haustechnik des Bürgerhauses.

Im Zuge dessen würde das Gebäude auf den neuesten energetischen Stand gebracht werden. Zurzeit wird im in den 70er Jahren gebauten Bürgerhaus, das größte in Niddatal, mit Öl geheizt. Die Planer sehen eine Pelletheizung vor. Überhaupt sollen auch Fenster und Türen den derzeitigen Standards angepasst werden – dadurch ließe sich später bei den Heizkosten sparen.

 

Optische Aufwertung geplant

 

Mit in die Planung eingeflossen seien auch die Wünsche der Bürgerinitiative »Pro Bürgerhaus«, die sich damals, als politisch noch ein Abriss gefordert worden war, gegründet hatte. »Der Innenraum soll multifunktionaler werden«, sagt Wagner. Bedeutet: Der große Saal soll künftig mithilfe einer Trennwand geteilt werden können. Zudem ist eine Catering-Küche geplant, das Innere soll eine optische Aufwertung erhalten, was etwa durch die Boden-, Wand- oder Deckengestaltung möglich ist. Was es bisher im Bürgerhaus gibt, wird bleiben: Gaststätte ebenso wie Kegelbahn und Bühne.


Politiker müssen entscheiden
 

Wie es nun mit dem Bürgerhaus weitergeht, ob und wann mit den Arbeiten begonnen wird, hängt von den Entscheidungsträgern ab. Klar ist nur, wie der Bürgermeister sagt, dass frühestens Ende 2018 mit den Arbeiten begonnen werden kann, die Bauzeit betrage etwa eineinhalb Jahre.

Kritiker des Vorhabens im Stadtparlament sind u.a. die Grünen, die bereits mit Bekanntgabe der Zahl 3,5 Millionen Euro eine Pressemitteilung verfassten. Letztlich, heißt es darin, werde es wahrscheinlich noch teurer. Dieser Vermutung widersprechen Wagner und Euler: Die Kostenschätzung sei zum derzeitigen Planungsstand detailliert erarbeitet.


Andere Planung als 2008
 

Der Bürgermeister sagt: »Die Stadt hat schon häufiger mit der Architektin zusammengearbeitet. Wir lagen immer in dem von ihr geschätzten Kostenrahmen, oft sogar darunter.«

In der Ausschusssitzung, in der die Planer die Sanierung vorgestellt hatten, wurde die Kritik geäußert, dass, als das Thema 2008 besprochen worden war, von Sanierungskosten von 600 000 Euro ausgegangen worden sei. Das bedeutet aber laut Architektin nicht, dass die Kosten nun gestiegen seien. Grund für diese unterschiedlichen Zahlen sei, dass damals ein ganz anderer Planungsansatz verfolgt worden sei: Während man 2008 nur davon gesprochen habe, einzelne Gewerke (konkret: Fenster, Lüftung Heizung, Dachhaut) zu erneuern, entspreche die jetzige Planung einer grundhaften Sanierung, es handele sich um zwei verschiedene Maßnahmen– die Zahlen seien also nicht vergleichbar.

Info

Die lange Bürgerhaus-Geschichte

Das Bürgerhaus in Ilbenstadt ist das größte im Stadtgebiet von Niddatal. Und es sorgt für die größten Diskussionen im Stadtparlament. Schon 2008 befassten sich die Stadtverordneten mit dem Thema. 2015 standen die Zeichen auf Abriss, die CDU favorisierte diese Variante, im Zuge dessen gründete sich die Bürgerinitiative »Pro Bürgerhaus«. Nun sprach sich die neue rot-rote Mehrheit im Stadtparlament für den Erhalt aus.

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