Aufkleber und Graffiti

Neonazis in Bruchenbrücken aktiv

Vielerorts in Bruchenbrücken sind Neonazi-Schmierereien und Aufkleber rechtsextremer Organisationen zu finden. Die Antifa-BI fordert Gegenaktivitäten.
12. Oktober 2017, 17:00 Uhr

Von Jürgen Wagner , 1 Kommentar
Eindeutige Zielrichtung: Die Slogans wenden sich gegen Flüchtlinge und den Islam.

Die verfassungsfeindliche NPD hat bei den Bundestagswahlen in Bruchenbrücken keine Rolle gespielt. Gerade einmal zwei Wähler machten ihr Kreuz bei den rechtsextremen. Offenbar gibt es in dem Friedberger Stadtteil aber eine kleine, schweigende Minderheit, die den Ort mit ausländerfeindlichen Parolen besprühen und Neonazi-Aufkleber verteilen. Mitglieder der Antifa-BI stießen am Dienstag bei einem Rundgang auf mehrere Parolen. Die Antifa-BI hat auch einen Vorschlag, wie sich Nazi-Schmierereien eindämmen lassen.

»In Bruchenbrücken gibt es seit Monaten eindeutige und für alle wahrnehmbare neonazistische Umtriebe«, schreibt Andreas Balser, Vorsitzender der Antifa-BI aus Firdberg. »Wir gehen von einer kleineren Gruppe aus. Wir waren in Bruchenbrücken mit etwa einem Dutzend Leute in Kontakt und sind den kompletten Ort abgelaufen, um die neonazistischen Aktivitäten zu dokumentieren.«

Parolen teilweise übermalt

Am Kindergarten wurde ein Ovag-Häuschen mit »No Asyl« und »FCK Islam«-Graffitis gesprayt (»FCK« steht für das englische »Fuck«). Direkt an der Bushaltestelle des Kindergartens wurde auch das Bushaltestellenschild beschmiert. Anwohner hätten des Öfteren eine Frau gesehen, die Klamotten von bei Neonazis beliebten  Marken trage, berichtet Balser. »Ob zwischen den Spray-Aktionen und der Sichtung ein Zusammenhang besteht, ist unbekannt.«

Antifaschisten wird mit dem Tod gedroht.	(Fotos: pv)
Antifaschisten wird mit dem Tod gedroht. (Fotos: pv)

Der komplette Bahnhof wird laut Antifa-BI seit Längerem von Nazis gesprayt. »No Asyl«, »FCK Islam«, »Kill Antifa« und andere Parolen sind hier zu lesen. Einige Leute haben schon dagegengehalten und die Nazi-Parolen übermalt.

Antifa fordert Gegenaktivitäten

Quer durch den Ortsteil ziehen sich laut Balser verschiedene rechte Sticker-Serien – »von der Identitären Bewegung bis hin zur Anti-Antifa-Wetterau«. Auch an der Straße Richtung Assenheim seien Parolen an einem Privatgrundstück und einem Ovag-Stromkasten zu finden; dort liest man die Abkürzung »NS« für Nationalsozialismus.

Um den Nazi-Spuk aus den Köpfen zu vertreiben, ist Aufklärung nötig. Darum kümmert sich (nicht nur) die Antifa-BI seit Jahren. Um die Schmierereien müssten sich andere kümmern, meint Balser: »Ovag und Stadt sollten die Graffitis entfernen oder, noch besser, mit kreativen Bildern für Demokratie und Toleranz übermalen lassen – hier könnten zum Beispiel Vereine oder der Kindergarten eingebunden werden.«

 

Wer weitere Infos hat, kann sich an die Polizei oder Antifa-BI wenden (www.antifa-bi.de oder kontakt@antifa-bi.de).

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