Schulanfang

Kinder im Verkehr: Tipps zur Sicherheit

Die Schule beginnt, Erstklässler machen sich in der Wetterau auf den Schulweg, doch der birgt Gefahren. Eltern und Kinder sollten neue Schulwege gemeinsam ablaufen, raten Experten.
12. August 2017, 12:00 Uhr
Jana (l.) und Shi-Ho überqueren in Frankfurt eine viel befahrene Straße mit Warnweste. Auch in der Wetterau lauern Gefahren. (Foto: Andreas Arnold)

Bleib schön an der Hand!« Bis zur Schulzeit sind Kinder wohlbehütet, dann aber müssen die Eltern loslassen. Und irgendwann macht sich das Kind alleine auf den Weg zur Schule. Bis es soweit ist, sollten Eltern und Kinder sowie alle anderen Verkehrsteilnehmer einige Dinge beachten. Wolfgang Heil von der Verkehrswacht Wetterau und Corina Weisbrod von der Polizei Wetterau haben Tipps für unsere Leser.

Autofahrer aufgepasst! Schulkinder können Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht gut einschätzen. »Das kann man von kleinen Kindern noch nicht fordern«, sagt Wolfgang Heil. Und das bedeutet: Autofahrer müssen mehr als üblich aufpassen. Läuft ihnen ein Kind vors Auto, sind sie nach neuester Gesetzeslage in aller Regel »der Dumme«, wie Heil sagt. Unfälle könne man aber leicht vermeiden, sagt der Rechtsanwalt und Verkehrsexperte: »Es muss in die Köpfe der Autofahrer rein, dass man vor Schulen Schrittgeschwindigkeit fährt.« Oder, weil das kaum einer macht, wenigstens Tempo 30 einhält.

Üben, üben, üben: Besucht das Kind eine neue Schule, sollte der Schulweg vorher gemeinsam abgegangen werden. Wo lauern Gefahren? Wie und wo kommt das Kind sicher über die Straße? Das sollte man vorher überlegen. Eltern können das Kind nach einiger Zeit auch alleine vorlaufen lassen und beobachten, wie es sich verhält. Heil: »So kommen die Kinder peu à peu rein und finden sich zurecht.«

Trügerische Sicherheit: Vor vielen Schulen gibt es Zebrastreifen. »Viele Autos fahren trotzdem drüber«, weiß Heil aus langjähriger Erfahrung. »Da gehören Ampeln hin, aber das ist natürlich eine Kostenfrage.« Für Fußgänger bedeutet dies, dass sie nicht einfach blind loslaufen sollten, wenn sie an einen Zebrastreifen kommen. Erst schauen, dann laufen.

Mama-Taxi: Von den Eltern zur Schule gefahren zu werden, ist bequem, erhöht aber nicht die Verkehrssicherheit. Das Gegenteil ist der Fall. »Die Kinder rennen durch parkenden Autos«, weiß Heil. Außerdem gilt vor den meisten Schulen absolutes Halteverbot. Gehwege werden zugeparkt. Oft sorgen Mama-Taxis für Staus, was täglich im Eleonorenring in Bad Nauheim zu beobachten ist. Der ADAC fordert Hol- und Bringzonen für sicheres Ein- und Aussteigen. Erfahrene Eltern setzen auf einen Fußmarsch, der müde Mitschüler munter macht.

Bling-Bling: Werden die Tage kürzer, ist es frühmorgens dunkel. Kinder sollten auf dem Schulweg dann Warnwesten oder helle Kleidung tragen. Blinkende Reflektoren an Jacken, Schuhen, Ranzen und Rucksäcken warnen Autofahrer vor Fußgängern. Die Reflektoren kosten oft nur ein paar Euro.

Mit dem Rad zur Schule? Gute Idee, aber bitte erst, nachdem die Kinder in der 4. Klasse eine Fahrradprüfung abgelegt haben, sagt Heil. »Vorher ist das zu riskant.« Kleinkinder sind im Verkehr oft überfordert. In der Wetterau organisieren die Verkehrswacht und die Polizei die Fahrprüfungen, die bei den Kindern sehr beliebt sind.

Busfahrt: In einigen Schulbussen in der Wetterau gibt es Bus-Scouts. Das sind ältere Schüler, die beim Ein- und Aussteigen sowie beim Überqueren der Straße auf jüngere Mitschüler aufpassen. »Leider gibt es das nicht flächendeckend, die Schüler reißen sich nicht um dieses Ehrenamt«, sagt Wolfgang Heil. Auch fürs Busfahren gilt: Das kann man mit den Eltern üben.

Appell: Für viele Kinder ergibt sich ab Montag oder Dienstag eine völlig neue Situation, sagt Corina Weisbrod von der Polizei Wetterau: »Bei einem Schulwechsel, etwa zum Gymnasium, müssen die Kinder neue Wege kennenlernen. Schulanfänger müssen sich erst einmal orientieren.« Die Polizei appelliert daher an alle Autofahrer, vorausschauend zu fahren, ihre Geschwindigkeit der Situation anzupassen, sich bremsbereit zu halten und stets damit zu rechnen, dass ein i-Dötzchen einen Fehler macht und im Straßenverkehr unberechenbar reagiert.

Schlagworte in diesem Artikel

  • ADAC
  • Autofahrer
  • Eltern
  • Erstklässler
  • Experten
  • Polizei
  • Polizeidirektion Wetterau
  • Schulanfang
  • Tipps
  • Wetterau
  • Wetteraukreis
  • Jürgen Wagner
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.