Für einen friedlichen Sommer

19. Juni 2017, 19:35 Uhr
Immer wieder treten einzelne Schüler aus dem Chor solistisch auf. (Foto: geo)

Alle reden vom Wetter und vom Geld, aber man braucht nur die Liebe – »All you need is love«. Der Augustiner-Chor der gleichnamigen Schule hat jedenfalls versucht, diese Botschaft seinem Publikum in der Heilig-Geist-Kirche in Friedberg zu vermitteln. Seit 2008 wird der Chor von Gila Goltz geleitet. Schüler aus den Klassen 5 bis 13 singen gemeinsam. Die Jahrgangsstufen 8 bis13 und 5 bis 7 proben aber auch separat an eigenen Stücken. Das eineinhalbstündige Konzertprogramm der Gymnasiasten stieß beim Publikum auf große Resonanz.

Viel Wert wird auf das Miteinander aller Altersgruppen gelegt, besonders bei der jährlichen Chorfahrt als festem Bestandteil der Chorarbeit. Gleichzeitig mit der Orchesterfahrt in der ersten Februarwoche wachsen die Schüler als Gemeinschaft zusammen und tragen so zum klassen- und jahrgangsübergreifend guten Schulklima bei.

Der homogene Chorklang der 140 Aktiven fiel schon beim ersten Lied »Money, Money« aus Cabaret auf. Auch Aussprache und Bühnenpräsenz werden geübt. Immer wieder erhalten Schüler die Gelegenheit, sich bei Proben und im Konzert als Solisten zu präsentieren. »Wir bieten jedes Jahr Projekte an, wie die ›Schöpfung‹ von Haydn 2016 gemeinsam mit der Dekanatskantorei Friedberg«, sagte Gila Goltz und wies darauf hin, dass das Konzert in der Kirche eine Eigenproduktion mit vielen eigenen Sätzen und einem Jahr Vorlaufzeit sei.

Für das Programm, viele Arrangements, Probenleitung, Organisation, Bandarbeit und die musikalische Leitung arbeiteten Si Kao Tran und Gila Goltz zusammen. Rektor Martin Göbler dankte der Kirchengemeinde für die Unterstützung des Chorkonzertes und ging auf das Motto des Konzertes ein: »Liebe ist ein großes Thema, das sich durch die Literatur, Musik und unser ganzes Leben zieht.« Sprüche rund um die Liebe enthielt er dem Publikum nicht vor. Sprüche wie die, dass ein Tropfen Liebe mehr als ein Ozean Verstand sei, oder von der Komposition, bei der die Pausen genauso wichtig seien wie die Musik. Das 475-jährige Bestehen der Schule werde mit einem großen Konzert mit Chor und Orchester am 7. und am 8. Juni 2018 gefeiert.

Und dann regnet es »Geldscheine«

Beim Konzert in der Heilig-Geist-Kirche standen die 140 Chorsänger nebeneinander, sangen miteinander, gingen aufeinander ein. Auf den schwarzen T-Shirts der Schüler war in goldfarbenen Lettern der Aufdruck »Augustiner Chor« zu lesen. »Die Liebe hat den größten Anteil unseres Programms«, sagte Goltz. Die Schüler hätten viel zum Konzert beigesteuert, diesmal sei der Chor an Qualität gewachsen. Die Liedvorträge waren originell, harmonisch, die Auftritte der Schüler selbstbewusst und keck. Bei »Money, Money« regnete es Papierstücke, die Geldscheine symbolisierten. »Wochenend und Sonnenschein« von den Comedian Harmonists war zu hören und auch das beschwingte »Raindrops keep fallin’ on my head«.

Die Augustiner-Big-Band unter der Leitung von Stefan Groh überzeugte mit fünf anspruchsvollen Arrangements. Nele Doerk begleitete nicht nur den Chor, sondern hielt auch in der Big Band mit dem Kontra-E-Bass die Stellung. Bei »Moten Swing« und »Mission Impossible« geizte das Publikum nicht mit Applaus. Impulsiv rockte der Männerchor der Klassen 5 bis 13 bei »What I like about you« von The Romantics nach einem Satz von Si Kao Tran. Die Jungs trauten sich was, drehten auf, sangen mit Sonnenbrille und Rhythmus im Blut. Einen Riesenapplaus und anerkennende Pfiffe gab es für den Chor der Klassen 8 bis 13, die Band und vier Solisten bei »Somebody to Love« von Queen.

Eine Stecknadel hätte man fallen hören können, als Leonie Wiegel am Flügel ergreifend die Toccata des rumänischen Komponisten Constantinescu spielte. »Wiegel hat im Bundeswettbewerb Klavier den zweiten Platz erreicht«, sagte Goltz. Die schmusige Welt der Liebe präsentierten die Schüler im Finale. Bei »Time to leave«, sagt Goltz, sei nicht garantiert, dass keine Abituriententränen flössen. Beim letzten Stück waren alle dabei. »All you need is love« wurde zum Abschiedslied und zugleich zur Botschaft für einen friedlichen Sommer.

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