Wetterau

Alter Charme vs. neues Flair

Es ist ein emotionales Thema, sagt Wolfgang Brück vom Förderverein Rettungsschwimmer: Soll das Freibad in Rodheim saniert oder soll ein neues gebaut werden?
20. März 2017, 15:00 Uhr
Das Rodheimer Freibad ist in die Jahre gekommen.

Es war noch nicht richtig Sommer. An die 11 Grad. Und es war ein Sonntag. Am Eingang des Rodheimer Freibads hing ein Plakat mit der Aufschrift »Besucht das schöne Volksbad Rodheim«. 1953 war das, der 7. Juni, als das »modernste Freibad der Wetterau« feierlich eröffnet worden ist. 64 Jahre ist das nun her. Und vielleicht dauert es nicht mehr allzu lange, bis Rodheim wieder Eröffnung feiert – denn das Freibad im Ortskern ist sanierungsbedürftig. Das Becken, die Technik – alles veraltet, da das Bad in den vergangenen 60 Jahren nur partiell saniert wurde, sagt Bürgermeister Thomas Alber. Was aber nun ansteht: »die großen Brocken« (Filteranlage, Becken, sämtliche andere Technikteile) – und die Kosten dafür liegen laut Alber im siebenstelligen Bereich. In der Stadt stellt sich daher die Frage, was sinnvoller ist: Sanierung oder Neubau?

Erst kürzlich stellte die im Stadtparlament vertretene Fraktion »Stimme« dazu einen Antrag: Der Magistrat möge prüfen, wie teuer anfallende Reparaturarbeiten werden, ob es effektiver wäre, ein neues Schwimmbad zu bauen, und wenn ja, wohin.


Möglicher Standort: Sportallee

Ein möglicher Standort für ein neues Bad: die Sportallee in Rodheim, dort, wo das neue Feuerwehrhaus und Sportzentrum sind. In der Verlängerung der Straße, sagt Alber, gibt es noch städtische Flächen. Die Entscheidung, ob Neubau oder Sanierung, wird hauptsächlich eine finanzielle sein, grundsätzlich, sagt Alber, werde jedoch immer vom »Status quo« ausgegangen – also vom jetzigen Freibad. Nur sei dieser Standort nicht ganz unproblematisch, vor allem wegen der Parkplätze bzw. der nicht vorhandenen: Im Sommer sind sämtliche um das Freibad liegende Straßen zugeparkt. Da eine Sanierung eine Aufwertung ist, müsse man anschließend mit mehr Gästen rechnen – das Parkplatzproblem würde daher ein noch größeres werden. Eine Lösung gibt es bislang nicht, da es keine potenziellen Parkflächen in der Umgebung gibt.

Bis jedoch tatsächlich eine Entscheidung über die Zukunft des Freibads fällt, wird es noch dauern. Frühstens 2018, schätzt der Bürgermeister. So lange bleibe das Bad geöffnet und wird über die Jahre gebracht; in diesem Jahr bspw. gibt es eine neue Chlordosierungsanlage.


Platz in Ortsmitte perfekt

Auch noch dieses Jahr soll eine fachtechnische Untersuchung in Auftrag gegeben werden. Wenn die Ergebnisse auf dem Tisch liegen, werde die Stadt den Förderverein Rettungsschwimmer in die Planung einbinden.

Dessen Vorsitzender Wolfgang Brück spricht sich für den Erhalt des jetzigen Schwimmbads aus. Weil der Platz in der Ortsmitte Treffpunkt und »traumhaft schön ist – mit den Bäumen, der Wiese« – das schätzten die Besucher. Einige kämen sogar aus Frankfurt. Einmal, erzählt Brück, habe ein Besucher gesagt: In Rodheim gebe es wenigstens Platz, da liege man nicht wie die Ölsardinen.

»Klar, alles ist bei uns ein bisschen einfacher, wir haben keine Riesenrutsche oder außergewöhnliche Spielgeräte.« Und dem Bad »mit dem morbiden Charme« sehe man auch das Alter an: Zum Beispiel gibt es keine Überlaufrinne am Beckenrand. Aber im Grunde sei das Schwimmbad noch gut in Schuss – zumal der Schwimmmeister einiges selbst erledige, wofür in anderen Bäder Techniker kommen müssten. »Die Wasserqualität ist top.«

Egal, wie die Entscheidung zur Zukunft des Freibads ausfällt, der Förderverein möchte in die Planung eingebunden werden und erklärt sich bereit, zu helfen, wo es geht. Das haben die Mitglieder in den vergangenen Jahren ohnehin schon bewiesen, immer wieder mit angepackt, »vor allem was für die Kosmetik getan« – neuer Anstrich am Eingang, Strandkörbe angeschafft. Aber, sagt Brück, »es gibt noch viel zu tun«.

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