Zukunfts-Workshop

Reichelsheimer Feuerwehr bedauert Stillstand

Die Mitgliederversammlung der Reichelsheimer Feuerwehr stand unter einem traurigen Stern. Zu Beginn gedachten die Mitglieder ihres 2.Vorsitzenden Christoph Redl, der wenige Tage zuvor verstorben war.
14. Januar 2018, 07:00 Uhr
Alexander Kleinhans (l.) ist zukünftig als Gerätewart für die Pflege der Ausrüstung – wie hier im Bild die neue Rettungsschere – verantwortlich. Giulia Will wird von Wehrführer Benjamin Freiter nach bestandenem Grundlehrgang zur Feuerwehrfrau befördert. (Foto: pv)

Vorsitzender Alexander Hitz blickte in einer bewegenden Laudatio auf das Leben des 43-Jährigen und sein Engagement für die Feuerwehr zurück.

Neben den obligatorischen Jahresberichten des Vorstandes und der Wehrführung stand die Zukunft des Feuerwehr-Oldtimers »LF8-TS« im Fokus der Versammlung. Das Fahrzeug war zum 125-jährigen Bestehen der Wehr im vergangenen Jahr aus dem thüringischen Großfahner zurück nach Reichelsheim gekommen. Dort hatte es 25 Jahre zuverlässig als Leihgabe seinen Dienst bei der dortigen Feuerwehr versehen. Bei den Mitgliedern besteht großes Interesse am Erhalt dieses seltenen Fahrzeugtyps, von dem nur etwa 230 Stück gebaut wurden. Der Vorstand rief dazu auf, Ideen und Konzepte für eine mögliche Erhaltung und Unterbringung des Fahrzeugs zu entwickeln. Etwa Mitte des Jahres wollen die Mitglieder dann entscheiden, welcher Weg gegangen werden soll.

Gute Kooperation mit Heuchelheim

Sowohl Wehrführung als auch Vorstand bedauerten den Stillstand bei dem vor zwei Jahren gestarteten Standortworkshop »Zukunft der Reichelsheimer Feuerwehren«. Stadtverordnetenvorsteherin Lena Herget wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass es »nicht die Schuld des Ehrenamtes« sei, dass der Workshop nicht fortgeführt werde. Aktuell fehlen Zahlen, Daten und Fakten, welche die Stadtverwaltung zusammenstellen müsse. SPD-Vorsitzender Rainer Schauermann erläuterte, die Stadt könne sich sowohl eine zentrale Feuerwache als auch die bestehenden dezentralisierten Standorte leisten. Bei dem ergebnisoffenen Workshop gehe es lediglich darum, die beste Lösung für die Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Reichelsheimer Feuerwehren zu ermitteln.

Keinen Stillstand hingegen wird es bei der Zusammenarbeit mit der Nachbarwehr Heuchelheim geben. Nach eineinhalb Jahren der Zusammenarbeit haben die beiden Wehren ein durchaus positives Resümee gezogen. So nahm eine gemischte Mannschaft beider Wehren an der Internationalen Feuerwehr-sternfahrt in Sonderborg/Dänemark teil. Neben einem Ausflug zur größten Katastrophenschutzschule in Tinglev wurden gemeinsame Wettbewerbe bestritten, Ausstellungen und Fachvorträge besucht, berichtete Hitz.

Auch die beiden Jugendfeuerwehren arbeiten nach wie vor erfolgreich zusammen, sagte Jugendfeuerwehrwartin Viviane Rodriguez Lopez. Auch mit den Jugendfeuerwehren aus Blofeld und Dorn-Assenheim werden gemeinsame Übungen und Unternehmungen veranstaltet. Viel Aufwand steckten Kinder und Betreuer in eine multimediale Schauübung für den Jubiläumsfestkommers im April. Die Gemeinschaftsübung aller Jugendfeuerwehren und des Jugendrotkreuzes fand im vergangenen Jahr in Reichelsheim statt – auch hier wurde viel Arbeit in die Ausarbeitung eines Übungsszenarios gesteckt. Ausflüge führten ins Kristallbad nach Nürnberg und zum Kinosommer an den Wölfersheimer See.

Bei der Zusammenarbeit der Einsatzabteilungen müsse an verschiedenen Stellen der gemeinsame Ausbildungsplan optimiert werden, berichtete Wehrführer Benjamin Freiter. So solle beispielsweise auch im Stadtteil Heuchelheim wieder mehr »Feuerwehrpräsenz« gezeigt werden. Zu 18 Einsätzen und Brandsicherheitsdiensten musste die Wehr im Berichtsjahr ausrücken, darunter einmal zur Nachbarschaftshilfe nach Echzell beim Brand eines Wohnhauses.

Freiter konnte außerdem von der Neuanschaffung einer Rettungsschere berichten, die einen Gerätesatz aus dem Jahr 1984 ersetzt. Um die Pflege der Geräte und Fahrzeuge wird sich künftig Alexander Kleinhans als Gerätewart kümmern. Giulia Will wurde von Freiter zur Feuerwehrfrau befördert. Sie hatte zuvor den Feuerwehrgrundlehrgang erfolgreich absolviert.

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