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Biberdame mit Babybauch

Am Samstag hat sich eine kleine Menschentraube im Bad Nauheimer Kurpark gebildet. Der Grund: Biberdame Molly zeigt sich am hellichten Tag - schwanger und hungrig.
03. Mai 2017, 11:40 Uhr
Schwangerschaft macht hungrig und da kommt Biberdame Molly ausnahmsweise auch tagsüber zum Fressen raus. (Foto: Laura Eßer)

Kinder hockten am Wegesrand, die Leute versuchten, eine gute Stelle zu finden, um an den Bäumen vorbei spähen zu können. Das Objekt der Begierde war braun, haarig und ziemlich groß: Biberdame Molly saß im flachen Wasser und gönnte sich – unbeeindruckt von ihrem wachsenden Publikum – einen kleinen Mittagssnack. Äußerst ungewöhnlich, denn eigentlich sind die Kurparkbiber streng nachtaktiv und meiden den täglichen Besucherverkehr. Doch Molly hat offenbar Kohldampf, und der Grund dafür ist unschwer zu erkennen. Sie frisst gleich für drei oder vier, zu beiden Seiten wölbt sich eine dicke Babymurmel. Biber bringen im April oder Mai durchschnittlich zwei bis drei Junge zur Welt, welche die ersten sechs Wochen im Bau verbringen und dort von den Eltern gefüttert werden. Obwohl die Mutter sie bis zur zehnten Woche säugt, fangen die Kleinen schon nach einer Woche an, pflanzliche Kost zu fressen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren kommen sie bereits weit entwickelt auf die Welt, sind behaart und können sehen.

Noch schnell ein Bäumchen gefällt

Wenn die kleinen Biber den Bau zum ersten Mal verlassen, können sie bereits schwimmen, und die Familie macht erste Ausflüge. Dazu gehören die Eltern, die lebenslang zusammen bleiben, und zwei Generationen Nachwuchs. Sobald die Jungen mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif werden, verlassen sie ihr Heimatrevier, sodass eine Biberfamilie immer etwa gleich groß bleibt. Die Jungen aus dem Vorjahr helfen bei der Aufzucht der kleinen Geschwister und dienen ihnen als Spielkameraden, während die Bibermutter bestimmt, in welchem Radius ihre Babys sich bewegen dürfen. Denn auch hier unterscheiden sich Biber von anderen Säugetieren – die Weibchen haben nicht nur das Sagen, sondern sind auch deutlich größer als die Männchen.

Kein Zweifel also, dass es sich bei dem stattlichen Exemplar in der Usa tatsächlich um Molly handelte. Mit für eine Dame wenig schmeichelhaften Kommentaren wie »Das ist aber ein Brocken« und »Was für ein Koloss« bestaunten die Besucher den großen Nager, der in aller Seelenruhe frische Blätter verspeiste. Molly gab sogar eine kleine Darbietung des Biberhandwerks zum Besten und fällte ein junges Ahornbäumchen an der Böschung, nach nicht einmal zwei Minuten stürzte das Stämmchen ins Wasser. Molly zerrte die belaubten Zweige ans Ufer und ließ sich dort weiter bei ihrer Mahlzeit beobachten. Doch damit nicht genug, denn nach ihrem Mittagessen steuerte sie ihren Bau an der Insel im großen Teich an – dafür musste sie allerdings erst einmal den Weg überqueren, wie im Video des Erna-Ente-Treffs (https://www.facebook.com/erna.ente.treff) zu sehen ist.

Mit ein bisschen Glück können in ein paar Wochen also Biberbabys beobachtet werden, dann allerdings nur noch nach Einbruch der Dunkelheit, denn Mollys früher Spaziergang ist dem Appetit einer werdenden Mutter geschuldet gewesen und wird die Ausnahme bleiben.

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