Tourismus

Bad Nauheim bleibt Spitzenreiter bei Übernachtungszahlen

Die Übernachtungszahlen im Wetteraukreis sind erneut gestiegen. 2016 gab es 1 131 566 Übernachtungen. Spitzenreiter in dieser Statistik bleibt die Kurstadt Bad Nauheim.
14. Januar 2018, 12:00 Uhr
Über 1,1 Millionen Übernachtungen gab es 2016 im Wetteraukreis, die mit Abstand meisten davon (720 000) in der Kurstadt Bad Nauheim. Dahinter folgen Bad Salzhausen (110 000), Bad Vilbel (72 000) und Gedern (51 500). (Symbolfoto: dpa)

»Die Wetterau ist die typische Tourismusregion für einen Kurzurlaub. Wandern und Radfahren und attraktive Wellnessangebote locken vor allem Kurzurlauber und Ausflügler aus dem Rhein-Main Gebiet«, sagt Erste Kreisbeigeordneter Jan Weckler. 248 052 Ankünfte gab es laut ihm im Jahr 2016. »Damit hat sich der Trend der letzten Jahre behutsam steigender Übernachtungszahlen fortgesetzt.«

In der Statistik berücksichtigt wurden laut Weckler nur die 103 Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten. Da es in der Wetterau eine ganze Reihe von Beherbergungsbetrieben und Ferienwohnungsanbietern mit weniger als zehn Betten gebe, seien die Zahlen noch höher. Dennoch seien sie eine gute Datengrundlage für den Vergleich mit anderen Landkreisen. So liegen die Übernachtungszahlen in der Wetterau mit 1,1 Millionen etwas höher als die der Landkreise Gießen und Vogelsberg zusammen. Mehr Übernachtungen haben nur der Hochtaunuskreis (1,3 Millionen) und die Stadt Frankfurt, deren Wert sich von 4,3 Millionen im Jahr 2000 auf 8,8 Millionen 2016 mehr als verdoppelt hat. Allerdings blieben die Gäste nur durchschnittlich 1,7 Tage in der Mainmetropole .

Spitzenreiter bei den Übernachtungen in der Wetterau ist und bleibt Bad Nauheim, das mit 2743 Betten gut 40 Prozent aller Gästebetten im Kreis stellt. Hier wurden 2016 720 000 Übernachtungen gezählt – gut 63 Prozent aller Übernachtungen in der Wetterau. Spitze ist Bad Nauheim auch beim Auslastungsgrad der angegebenen Betten. Er liegt bei knapp 72 Prozent deutlich über dem Wetterauer Durchschnitt (48 Prozent).

Die zweitmeisten Übernachtungen wurden in Bad Salzhausen gezählt. Die 16 529 Gäste blieben durchschnittlich 6,7 Tage. Insgesamt wurden 110 000 Übernachtungen gezählt, das sind zehn Prozent aller Übernachtungen bei einem Auslastungsgrad von 55,6 Prozent.

Den dritten Platz belegt Bad Vilbel mit 72 000 Übernachtungen (41 Prozent Auslastung) vor Gedern mit 51 500 (15,3 Prozent), Butzbach 42 300 (30 Prozent), Büdingen 23 300 (23 Prozent), Karben 21 000 (30 Prozent), Friedberg 20 000 (24 Prozent) und Altenstadt 12 200 (30 Prozent). Alle anderen Kommunen im Wetteraukreis haben weniger als 10(000 Übernachtungen.

Der Tourismusbereich hat laut Weckler ein hohes Potenzial. Deutschland zähle mit 34 Millionen Gästen im Jahr 2016 zu den zehn beliebtesten Reisezielen weltweit. Die wirtschaftliche Bedeutung werde häufig unterschätzt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Main-Kinzig-Kreis habe unlängst errechnet, dass im Nachbarkreis ein Umsatz von rund 500 Millionen Euro durch den Tourismus generiert werde. Weckler: »Ein Potenzial, das es auszuschöpfen gilt.«

Die IHK-Studie habe überdies festgestellt, dass neben den Übernachtungsgästen auch Tagestouristen einen erheblichen Beitrag für die Wertschöpfung im Kreis leisteten. »Tagesgäste sind in der Statistik noch gar nicht erfasst. Ich gehe davon aus, dass deren Zahl noch weitaus höher ist als die der Übernachtungsgäste«, sagt Weckler. Die Wetterau sei eine Region mit einer hervorragenden Infrastruktur, insbesondere für Wanderer und Radfahrer. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Angebote für Tages- und Kurzzeittouristen entstehen.

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