Altenheim sollte keine Kapitalanlage sein

12. Januar 2018, 19:47 Uhr
Dr. Matthias Heil lässt sich von Alfred Dietz (l.) die Senioreneinrichtung vorstellen, in der er seit 2010 zu Hause ist. (Foto: pv)

Seniorengerechtes Wohnen zu ermöglichen, wird nach Auffassung des CDU-Bürgermeisterkandidaten Matthias Heil in den kommenden Jahren eines der Topthemen in Ober-Mörlen sein. Die dafür notwendige Infrastruktur müssen nun konsequent aufgebaut werden, schreibt Heil in einer Pressemitteilung.

Zwar verfügten die Ober-Mörler oftmals noch über ein enges soziales Netz innerhalb der Familien oder der Nachbarschaft. Er beobachte allerdings, dass zunehmend alteingesessene Bürger ihre Häuser verkaufen und in Nachbarkommunen abwandern. Heil: »Werden ältere Menschen zudem pflegebedürftig, bleibt ihnen oft keine andere Wahl, als in Pflegeheime etwa in Butzbach oder Bad Nauheim unterzukommen.«

Als Bürgermeister würde er die ändern, verspricht Heil: Er schaue sich derzeit Modelle an, wie seniorengerechtes Wohnen in Ober-Mörlen aussehen könnte. So besuchte er Alfred Dietz, Bewohner eines Appartements in einer Bad Vilbeler Seniorenresidenz, der 2010 sein Haus in Hofheim aufgegeben hatte. Ihm sei es wichtig gewesen, dass er in seinen eigenen vier Wänden wohnen könne. »In einem klassischen Altenheim gibt es keine wirkliche Rückzugmöglichkeit. Hier habe ich den Schlüssel zu meiner eigenen Wohnung.« Weiterer Vorteil: Dietz hat einen Zweitschlüssel beim Betreiber hinterlegt. Im Falle eines Notfalls könnten die Rettungskräfte die Wohnung schnell öffnen.

Einen weiteren Vorteil sieht Dietz darin, dass er mit dem Träger der Einrichtung einen Pflegevertrag abschließen konnte: »Sollte es nötig werden, kann ich in meiner eigenen Wohnung gepflegt werden. Das ist mir sehr wichtig.« Gleichzeitig seien im Haus Plätze weitere für Tages- und stationäre Pflege vorhanden.

Es gebe aber auch Anlass zur Kritik. So sei nicht jeder Bewohner Eigentümer seiner Wohnung, ein Teil wohne dort zur Miete. Zwar sei diese Möglichkeit eigentlich positiv zu werten, in der Vergangenheit hätten aber Eigentümer einzelner Mietwohnungen diese ausschließlich als Kapitalanlage gesehen. Die Eigentümergemeinschaft hat laut Heil mehrfach wichtige Entscheidungen über Investitionen nicht getroffen, es gebe daher mittlerweile weniger Angebote im Haus. So sei etwa ein Kiosk geschlossen worden und der im Haus befindliche ärztliche Notdienst habe seinen Standort verlegt. Heil: »Man muss auch aus Fehlern anderer lernen. Eine Seniorenresidenz als Kapitalanlage ist nicht zielführend, weil es gegenläufige Interessen gibt.« Besser wäre es deshalb, wenn die gesamte Einrichtung in einer fachmännischen Hand sei. Mit potenziellen Betreibern einer solchen Einrichtung habe er bereits gesprochen. Eine in diesem Bereich aktive Hilfsorganisation habe Interesse an einer Kooperation signalisiert. »Das ist die Chance, eine für Ober-Mörlen maßgeschneiderte Lösung zu bekommen«, betont Heil.

Im Falle seiner Wahl möchte Heil nicht nur den Weg für seniorengerechte Wohnangebote in der Gemeinde ebnen. Vielmehr ist nach seiner Ansicht auch in der Folge ein enger Austausch mit dem Betreiber wichtig. »Nur wenn man sich kontinuierlich kümmert, kann man frühzeitig eingreifen, falls etwas aus dem Ruder laufen sollte.«

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