16 Schulwege ab sofort »ungefährlich«

Wetteraukreis (hed/pm). In Schwalheim, Nieder-Mörlen, Melbach, Oppershofen und in ein Dutzend weiteren Gemeinden ärgern sich die Eltern. Entweder müssen sie die Busfahrt in die Schule künftig bezahlen – oder ihre Kinder müssen laufen. Entsprechende Informationsschreiben der VGO haben viele bereits erhalten.
10. Juli 2014, 15:48 Uhr
Lässt die VGO viele Kinder im Regen stehen? In einigen Rathäusern ist man dieser Meinung, nachdem Schulwege als nicht mehr gefährlich eingestuft wurden – und die Eltern somit für den Schulbus ihrer Kinder zahlen müssten. (Foto: Nicole Merz)

Die Verkehrsgesellschaft Oberhessen hatte in den vergangenen Monaten eigenen Angaben nach 93 Schulwege auf ihre Sicherheit geprüft. Davon wurden 16, die kürzer als zwei Kilometer (Grundschule) oder drei Kilometer (ab der 5. Klasse) sind, anders als bisher als ungefährlich eingestuft. Weshalb die Kosten für die Schülerbeförderung nicht mehr übernommen werden.

»Es geht in erster Linie darum, dass alle Schüler im Wetteraukreis gleich behandelt werden«, sagt VGO-Geschäftsführer Armin Klein zu den Ergebnissen der Schulwegebegehungen. Seit den 80er Jahren werden diese überprüft, bei einigen ging man von einer besonderen Gefährdungssituation für die Schüler aus, weshalb die Beförderungskosten hier übernommen wurden. »Da seitdem jedoch Städte und Gemeinden erheblich in die Verkehrssicherheit investiert haben, haben sich dadurch auch die Schulwegsituationen im Gegensatz zur damaligen Bewertung verbessert«, betont Klein. Weil sich zudem gesetzliche Regelungen zur Schülerbeförderung geändert hätten, habe der Kreisausschuss die VGO aufgefordert, die als besonders gefährlich eingestuften Schulwege neu zu beurteilen. Man habe Kriterien festgelegt, nach denen jeder Schulweg objektiv nachvollziehbar beurteilt werden sollte, erläutert Klein. Nach einer Vorprüfung seien bei einem zweiten Termin die Polizei, Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel, die jeweiligen Bürgermeister sowie die betroffenen Schulleitungen zur weiteren Beurteilung hinzugezogen worden. »Nach Abwägung aller vorliegenden Stellungnahmen hat die VGO für jeden Einzelfall die Entscheidung getroffen, ob von dem Schulweg eine besondere Gefährdung für die Sicherheit und Gesundheit ausgeht und damit eine Fahrtkostenübernahme weiterhin notwendig ist«, sagt der VGO-Geschäftsführer.

Niddatals Rathauschef Dr. Bernhard Hertel wundert sich, dass die VGO nun alleine entschieden hat. Eigentlich sollte das der Kreistag tun, findet er. Dass ihre Argumente nicht genug berücksichtigt wurden, finden auch andere Beteiligte. Wölfersheims Bürgermeister Rouven Kötter oder Bad Nauheims Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel etwa sehen weiter ein Gefahrenpotenzial für zur Schule laufende Kinder aus Melbach oder Schwalheim – vor allem auf unbeleuchtete Wege, an vielbefahrenen Straßen und für größere Strecken außerhalb geschlossener Ortschaften. Hier entschied die VGO, dass Schülern ab der 7. Klasse in Einzelfällen solche Wege zugemutet werden können.

Der Kreiselternbeirat befürchtet nun eine »Zweiklassengesellschaft«. Einige Kinder dürften kostenlos Bus fahren, andere müssten bei jedem Wetter laufen – mit schweren Ranzen. Dass die Kosten nicht mehr übernommen werden, heiße jedoch nicht, dass die betroffenen Schüler von nun an zu Fuß gehen müssten, betont Klein. Es bedeute lediglich, dass die Eltern die Kosten für die Fahrkarten zahlen müssten. Er weist darauf hin, dass eine Einstellung oder Reduzierung des Buslinienverkehrs nicht vorgesehen sei.

Beförderungskosten auf dem Prüfstand Kreis soll weiterhin Kosten für Schulbus übernehmen Melbach: Zur Schule laufen oder selber zahlen

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