Friedberg

»Nachhaltigkeit ist sexy«

17. Mai 2013, 11:08 Uhr
Preisträger und Finalisten mit Schirmherr Joachim Arnold, Ovag-Vorstand Rolf Gnadl, Sparkassen-Vorstand Günter Sedlak und den Organisatoren Katja Weigand (Bundesverband mittelständische Wirtschaft) und Thomas Merten (Beratungsgesellschaft Trifolium).

Acht Unternehmen und soziale Organisationen aus der Region hatten sich beworben. Das weltweit agierende Unternehmen mit mehreren Hundert Mitarbeitern war genauso vertreten wie der erst vor Kurzem gegründete Kleinbetrieb; der soziale Dienstleister ebenso wie der renommierte Gastronomiebetrieb. Am Ende erhielten alle Unternehmen eine Auszeichnung, drei wurden zum Sieger gekürt.

»Wir sind Überzeugungstäter«, sagte Nico Ubenauf, Vorstand von »Satis & fy« aus Karben. Das Unternehmen mit 340 Mitarbeitern ist weltweit in der Eventarchitektur und Veranstaltungstechnik tätig. Kunden sind meist große Unternehmen, die hohe Ansprüche an die Inszenierung ihre Kongresse, Messen und Tagungen stellen. Das Umdenken bei »Satis & fy« kam nach der Finanzmarktkrise 2009. Damals richtete sich das Unternehmen in allen Bereichen neu aus, berichtete Ubenauf: »Wir wollen die Kunden begeistern und zeigen, dass nachhaltige Veranstaltungen genauso sexy sein können wie konventionelle.« Nachhaltigkeit heißt bei dem Karbener Unternehmen nicht nur recycelbare Teppiche, wiederverwertbare Messestände und Müllvermeidung, sondern auch eine partizipative und kommunikative Unternehmenskultur.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Carlshof in Ranstadt-Bellmuth. Für Daniela Müller kommt das Preisgeld von 1000 Euro, das jeder der drei Preisträger erhielt, gerade recht. Erst vor zwei Jahren gründete Müller den Carlshof, der in erster Linie eine Begegnungsstätte für Kinder und Tiere sein soll. »Ein Stück heile Welt.« Mit Tierpension und Veranstaltungssegment mit Gastronomie wird der gemeinnützige Bereich finanziert. Zum anderen möchte Müller jungen Leuten, die sonst keinen Ausbildungsplatz finden, eine Chance geben.

Die Produkte von TK-Solar, dem dritten Preisträger, sind per se ökologisch. Hauptstandbein des vor 17 Jahren von Thomas Kunze gegründeten Unternehmens aus Ilbenstadt ist energieeffizientes Heizen mit der Kraft der Sonne oder nachwachsender Rohstoffe.

Ausgezeichnet wurden außerdem die Behindertenhilfe Wetterau (Nidda), »CO2Concepts« (Bad Nauheim), das Hotel Dolce Bad Nauheim, die »GenussScheune« (Reichelsheim-Weckesheim) und die »Schottener Soziale Dienste« (Schotten).

Der Förderpreis »Nachhaltige Wirtschaft Oberhessen« ist ein Initiative des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Sparkasse, der Ovag und der Beratungsgesellschaft Trifolium. Unternehmen konnten sich in sieben Themenbereichen wie »Leitbild und Strategie«, »Kunden, Produkte und Dienstleistungen« oder »Personal, Aus- und Weiterbildung« bewerben. Ökonomische Effizienz, ökologische Tragfähigkeit und soziale Verantwortung waren die maßgeblichen Bewertungskriterien der Jury, bestehend aus Heike Frank (Frank Deponietechnik, Wölfersheim), Bernd Kunzelmann (Sparkasse Oberhessen), Thomas Merten (Trifolium) und Katja Weigand (BVMW). »Wir wollen Impulse setzen, um nachhaltiges Wirtschaften anzuregen und voneinander lernen«, nannte Weigand die Hauptgründe für die Ausschreibung des Förderpreises.

»Fukushima und die Finanzmarktkrise haben das Thema Nachhaltigkeit erheblich vorangebracht«, stellte Sparkassen-Vorstand Günter Sedlak bei der Begrüßung der ausgezeichneten Unternehmen in der Villa Trapp fest. Ovag-Vorstand Rolf Gnadl erinnerte an die vielen Hiobsbotschaften aus dem Wirtschaftsbereich, die auf nicht nachhaltiges Wirtschaften zurückzuführen seien. »Werte wie Umweltschutz, Geschlechtergerechtigkeit, menschengerechte Arbeitsbedingungen, Mobilität oder intelligente Gestaltung von Arbeitsbedingungen sind alles andere als Schnickschnack«, so Gnadl. Vielmehr förderten sie den sozialen Frieden. Auch der Schirmherr Joachim Arnold betonte die Bedeutung von Werten. Dauerhafte Kundenbeziehungen aufzubauen, ein ehrbarer Kaufmann zu sein, Geschäftspartnern auch etwas zu gönnen und Offenheit für Neuerungen nannte der Landrat als Erfolgsfaktoren nachhaltigen Wirtschaftens. (Foto: ini)

Der Förderpreis »Nachhaltige Wirtschaft Oberhessen« soll auch kommendes Jahr verliehen werden. Mehr Infos im Internet unter www.nachhaltige-wirtschaft-oberhessen.de.

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