Mark Schwerzel bringt den Dudelsack nach Friedberg

Friedberg (har). Ungewöhnliche Klänge drangen aus der Aula der Augustinerschule. Vor der Tür standen Männer und Frauen in rot-schwarz karierten Röcken. Über 60 Dudelsackspielerinnen und -spieler waren nach Friedberg gekommen, um am Wettbewerb der »Bagpipe Organisation of Germany« teilzunehmen.
25. März 2012, 18:28 Uhr
Das Quintett der Frankfurter Clan Pipoers mit Mark Schwerzel in der Mitte. (Fotos: har)

Die 1983 gegründete Organisation versteht sich als Dachorganisation der deutschen Spieler des Schottischen Dudelsacks und der schottischen Trommel. Vorsitzender des Vereins ist Mark Schwerzel, der seit 12 Jahren in Friedberg wohnt. Der gebürtige Neu-Isenburger spielt seit vielen Jahren Dudelsack und ist Mitglied der Clan Pipers Frankfurt, der führenden deutschen Dudelsack-Band, die er zehn Jahre leitete.

Schwerzel, der in unmittelbarer Nähe der Augustinerschule wohnt, holte den Wettbewerb, der zuvor in Karlsruhe stattfand, in seine Wahlheimat. »Ich habe erst Mal mit dem Hausmeister und dann mit dem Schulleiter gesprochen, denn in der WZ stand, er sei musikbegeistert«, erzählt Schwerzel.

Als Wertungsrichter konnten mit Gordon McCready und Douglas Murray zwei schottische Spitzenmusiker gewonnen werden, die in Pipe-Bands spielen und bei den Weltmeisterschaften bereits mehrere erste Plätze belegt haben. Die beiden bewerteten die Soloauftritte der Musiker im Alter von 12 bis über 60 Jahre. »Das Niveau hier ist sehr hoch«, sagte McCready im WZ-Gespräch. Murray ergänzte: »Es ist alles sehr schön hier, die Stadt ist toll und die Organisation prima.«

Groß war die Zahl der Teilnehmer aus dem Odenwald. In Groß-Bieberau üben die »Odenwald Pipe and Drums«. Die nahmen mit drei Gruppen ebenso wie die Frankfurter Band an dem Quintett-Wettbewerb am Samstagabend teil. Jeweils drei Dudelsackspieler, darunter auch etliche Frauen, ein Sidedrum- und ein Basedrum-Spieler bildeten ein Quintett.

Einer davon war Reinhold Bahro aus Bad König. Durch seinen Bruder kam er im Alter von elf Jahren zur schottischen Musik. Seit nunmehr zwanzig Jahren spielt er die kleinere Sidedrum. »Wir haben auch unseren Nachwuchs dabei«, erklärte der Odenwälder und zeigte auf eine Reihe Teenager, die den Wettbewerb in der ersten Reihe verfolgten.

Dieser wurde von drei Wertungsrichtern bewertet. Zu den beiden Schotten kam mit dem Holländer Gert van der Zaan ein weiterer erfahrene Dudelsackspieler. »Ich spiele bereits 43 Jahre Dudelsack«, erzählt der Niederländer aus der Nähe von Den Haag, der Mitglied in der Band »City of Amsterdam« ist.

Zunächst traten die Gruppen in der Wertung »Grade 4« an, in der Märsche ohne Rhythmuswechsel gespielt werden. Nicht gerade leise ist so ein Konzert in einem Saal wie der Schulaula, die mit einer guten Akustik ausgestattet ist. Einige Besucher hatten Ohrenstöpsel dabei, und der Reporter von HR4 drehte immer wieder die Lautstärke an seinem Aufnahmegerät zurück.

Höhepunkt war der Wettbewerb im »Open Grade«, bei dem die beiden teilnehmende Bands jeweils ein fünfminütiges Medley aus verschiedenen Tänzen, Märschen und Balladen vortragen mussten. Hier war auch Mark Schwerzel als Musiker aktiv. Groß war die Freude, als er in seiner Eigenschaft als Organisator und Bundesvorsitzender den Sieg seiner Frankfurter Gruppe vor den Spielfreunden aus dem Odenwald verkünden konnte.

»Unsere Stücke waren technisch anspruchsvoller«, begründete Schwerzel den Gewinn des größten von vielen Pokalen, die an beiden Tagen vergeben wurden. Im Grade-4-Wettbewerb lagen dagegen die beiden Odenwälder Formationen vorne.

Fast wichtiger als die Pokale und Urkunden waren für die Musiker jedoch die genauen Beschreibungen der Auftritte durch die Wertungsrichter. »Die geben in ihren Wertungen auch Tipps und Vorschläge, was man verbessern kann«, erläutert Schwerzel, der beruflich als Informatiker tätig ist.

So standen nach der Preisverleihung des Quintettwettbewerbs die Spieler und ihre Freunde zusammen und studierten die Wertungsbogen der drei Kampfrichter. Aus dem ersten Stock der Schule konnte man da schon wieder Dudelsackklänge hören, spielte sich in einem der Klassenräume, die an beiden Tagen als Übungsräume dienten, doch Gordon McCready warm, um wenig später ein Konzert der Wertungsrichter zu eröffnen.

Interessenten können sich unter Mark.Schwerzel@bagev.de melden. Mehr Informationen gibt es auch auf der Internetseite der Bagpipe Organisation of Germany www.bagev.de. Mark Schwerzel ist gerade dabei, in Friedberg eine Nachwuchsgruppe für die Frankfurter Band aufzubauen. In zwei Altersgruppen soll dann unterrichtet werden.

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