Friedberg

Tier- und Kinderpornografie auf dem Rechner

16. Mai 2011, 19:45 Uhr

Wie bereits am ersten Verhandlungstag (die WZ berichtete) machte er auch am Montag keine Aussage zu den in der Anklageschrift genannten Vorwürfen. Der Friedberger stand bereits öfter vor Gericht. Wegen Betruges steht der gebürtige Türke noch bis 2012 unter Bewährung. Dennoch soll er über eine Tauschbörse im Internet zwischen April und Juni 2010 mehrere pornografische Videos mit verbotenem Inhalt heruntergeladen und anderen Nutzern zur Verfügung gestellt haben.

Der Polizist, der die Dateien auf dem Rechner des Friedbergers ausgewertet hatte, sagte am ersten Verhandlungstag, ein zufälliger Download der Videos könne ausgeschlossen werden. Schließlich handele es sich um eine Datenmenge von 3,5 Gigabyte. Auch seien sie auf dem PC nicht großartig versteckt gewesen.

Verteidiger Axel Weber hatte das Gericht am ersten Verhandlungstag darauf hingewiesen, dass auch die beiden Söhne des Angeklagten ungehinderten Zugriff auf den Rechner hatten, zumal das Passwort für jeden sichtbar auf der Tastatur des Rechners angebracht gewesen sei. Gestern waren die beiden jungen Männer als Zeugen anwesend. »Ich mache keine Aussage«, sagte der jüngere, bevor sein älterer Bruder nachzog und ebenfalls von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte.

Richter Dr. Oliver Buckolt sagte, dass der Angeklagte bereits 2008 wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material vor Gericht stand. Auf einer externen Festplatte des Computers seiner damaligen Arbeitsstelle in Bad Nauheim seien solche Dateien gefunden worden. Das Verfahren wurde damals gegen die Zahlung von 1200 Euro eingestellt.

»Das war ein Büroraum, da waren fünf oder sechs Personen mit Zugriff auf den Rechner«, sagte Verteidiger Weber, der auch darauf hinwies, dass die Geldauflage die zur Einstellung des Verfahrens geführt hatte, nicht von seinem Mandanten, sondern von einem dritten übernommen worden sei. Der Richter verlas die Vorstrafen des 42-Jährigen. Der hat bereits gegen das Waffengesetz verstoßen, wurde zweimal wegen Betruges und einmal wegen Sachbeschädigung verurteilt und hatte 2007 keine Versicherung für sein Auto bezahlt. Verteidiger Weber stellte einen Hilfsbeweisantrag: Zwischen April und Juni 2010 habe der Cousin des Angeklagten bei diesem übernachtet. Die Ehefrau seines Mandanten könne das bezeugen. Die Frau soll nun am 30. Mai gehört werden, dann wird die Verhandlung fortgesetzt.

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