Spatenstich für Lidl-Logistikzentrum bei Butzbach

Butzbach/Langgöns (fef). Sonnenschein, kaum Wolken am Himmel und frühlingshafte Temperaturen. »Das muss ein Zeichen sein«, scherzte am Montag der verantwortliche Geschäftsführer der Lidl-Regionalgesellschaft Siegen, Dirk Torsten Bauch, beim Spatenstich für das Lidl-Logistikzentrum.
19. Februar 2013, 12:03 Uhr
Nun kann gebaut werden: (v. l.) Landrat Joachim Arnold, seine Gießener Kollegin Anita Schneider, Wolfgang Bork, Dirk Torsten Bauch (Lidl), Bürgermeister Horst Röhrig (Langgöns) und sein Butzbacher Amtskollege Michael Merle. (Foto: Fischer)

Zunächst baut Lidl dort ein Regionallager, später soll daneben ein Lager des Discounters für die deutschlandweite Belieferung entstehen. Vom Magna-Park aus wird das Unternehmen dann Filialen in ganz Deutschland beliefern.

Auf einer Fläche von 17 Hektar soll ein neues Logistikzentrum aus dem Boden gestampft werden. Dabei wird Lidl einen zweistelligen Millionenbetrag in Infrastruktur und Gebäude investieren. Die Anlage soll bis Frühjahr 2014 betriebsbereit sein.

200 Arbeitsplätze sollen entstehen. »Wir können zwar nicht sofort alle 200 Arbeitsplätze besetzen, aber 150 werden es mindestens sein«, erklärte Lidl-Geschäftsführer Dirk Torsten Bauch. Dabei werden die neuen Jobs nicht nur in der Logistik angesiedelt sein, sondern auch im angegliederten Verwaltungsbereich. »Wir werden zukünftig Kommissionierer, Stapelfahrer, Fachkräfte für Lagerlogistik, kaufmännische Angestellte in den Bereichen Sekretariat, Verwaltung und Disposition gebrauchen. « Auch Ausbildungsplätze seien geplant, vor allem für Fachkräfte für Lagerlogistik und für Bürokräfte. Auch ein duales Studium will Lidl anbieten.

Auf dem 166 325 Quadratmeter großen Grundstück soll modernste Technik zum Einsatz kommen: »Die Kälteanlage wird ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln betrieben«, betonte Bauch. Die Beheizung des gesamten Lagers erfolge durch Abwärmenutzung über eine Industriefußbodenheizung. Auch soll der Strombedarf durch dimmbare Beleuchtung drastisch reduziert werden. Weiter werde das Logistikzentrum hochgedämmte Gebäudehüllen erhalten, die laut Bauch »weit über den Anforderungen der Energiespar-Verordnung« liegen werden.

Gelagert werden sollen im Zentrum vor allem Molkereiprodukte, Frischfleisch, Tiefkühlware, Back- und Süßwaren, Getränke sowie Aktionsartikel wie Textilien, Haushalts- und Elektroartikel, Spielwaren und Freizeitprodukte. »Der neue Logistik- und Verwaltungsstandort versetzt uns in die Lage, unsere Lieferwege und damit die Versorgung unserer Filialen optimieren zu können. Zudem schaffen wir die Kapazitäten, die notwendig sind, um unsere Filialzahl in der Region auszubauen und unser Verkaufskonzept erfolgreich weiter entwickeln zu können«, sagte Bauch. Neben den neuen Arbeitsplätzen sei auch positiv, dass das Unternehmen nun umweltfreundlicher agieren könne. »Durch kürzere Transportwege verbrauchen unsere Lkw weitaus weniger Rohstoffe.«

Neben dem Geschäftsführer der Lidl-Regionalgesellschaft Siegen sah vor allem der Schirmherr des Magna-Projekts, Wolfgang Bork, Anlass zur Freude: »Seit nunmehr fast zehn Jahren sind wir dabei, den Magna-Park aufzubauen. Dabei haben wir immer kompetente Unterstützung für das interkommunale Gewerbegebiet erfahren.« Die Bork-Projektentwicklung hatte im Februar 2003 die ehemalige Ayers-Kaserne vom damaligen Bundesvermögensamt aufgekauft und seitdem die Flächen an Unternehmen weiterverkauft.

»Über 400 Anfragen von Interessenten wurden bisher an uns herangetragen. Mit dem Bauvorhaben von Lidl realisiert sich die vierte Ansiedlung eines Top-Unternehmens am Standort.« Dabei sah Bork den Magna-Park als den sich entwickelten »Logistik-Hotspot im nördlichen Rhein-Main-Gebiet«.

Die Gießener Landrätin Anita Schneider war voll des Lobes: »Diese Millioneninvestitionen sind Investitionen in die Region und letztlich auch in die Menschen vor Ort.«

Ihr Wetterauer Amtskollege Joachim Arnold betonte die Strapazen beider Unternehmen. »Ein so großes Projekt in einem solch überschaubaren Raum zu realisieren, beweist den langen Atem, den alle hatten.«

Butzbachs Bürgermeister Michael Merle erinnerte sich an die besorgten Bürger in Kirch-Göns. »Ich bin froh, dass wir alle Sorgen und Ängste aus dem Weg räumen konnten.« Ferner sei er erleichtert, dass die Verantwortlichen, allen voran Bork, Wort gehalten hätten. Einige Anwohner befürchteten die Errichtung einer Chemieentsorgungsanlage. »Zum Glück war auf Sie Verlass.«

Baubeginn war schon vor einer Woche. »Eine Woche früher als geplant«, lächelte Bauch und verwies auf die Bagger, die im Hintergrund schon fleißig die Erde abtrugen.

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