Hessnatur: Angebot zu niedrig: »hnGeno« aussortiert

17. Juni 2011, 20:05 Uhr
Wer wird künftig durch diese Tür gehen?: Die Chancen von »hnGeno« sind gesunken.

Am Donnerstag hatte man erfahren, dass das 21-Millionen-Euro-Angebot zu niedrig und nicht »finanzell solide« gerechnet gewesen sei. Dennoch will sich »hnGeno« weiter bemühen.

Der Noch-Eigentümer, die Primondo Speciality Group (PSG), habe der Genossenschaft am Donnerstag mitgeteilt, dass sie als Bieter aussortiert worden sei, heißt es in einer Pressemitteilung des hnGeno-Vorstandes. Als Gründe hatte die PSG nach den Worten von Walter Strasheim-Weitz vom Genossenschafts-Vorstand (und gleichzeitig Betriebsratsvorsitzender) zum einen das zu niedrige Angebot genannt: 21 Millionen Euro hatte die Genossenschaft Anfang Juni angeboten und als »adäquat« bezeichnet, Für Matthias Siekmann, den Leiter der Primondo Speciality Group, ist Hessnatur freilich mindestens 33 Millionen Euro wert.

Zweitens hatte die PSG in ihrer Absage bemängelt, der Nachweis der finanziellen Leisungsstärke sei nicht korrekt erfolgt. Die Financial Times Deutschland zitiert einen PSG-Sprecher: »Das Angebot war nicht solide finanziert und konnte weder den Unternehmenswert angemessen reflektieren noch künftiges Wachstum finanzieren.« Was Walter Strasheim-Weitz als »nicht zutreffend« zurückweist. Man habe von einer Bank eine 17-Millionen-Euro-Zusage für den Fall des Verkaufs an die Genossenschaft. Strasheim-Weitz: »Eine klare Sache.«

Das Finanzmagazin hat bei der PSG einen weiteren Minuspunkt ausgemacht: Die Vertrauensgrundlage zwischen Genossenschaft und Besitzer sei »langfristig zerstört«, und zwar durch das »aggressive und destruktive Verhalten« von »hnGeno«.

Chef Siekmann geißelt damit die Kooperation der Genossenschaft mit den Globalisierungskritikern von Attac. Gemeinsam hatten beide im Winter und Frühjahr immer wieder gegen den interessierten amerikanischen Investor Carlyle protestiert und demonstriert, ihn als »Kriegsinvestor« und »Heuschrecke« bezeichnet.

Auch der noch im Rennen befindliche Investor Paragon Partners wird von Attac mit Carlyle in Verbindung gebracht (die WZ berichtete).

»Wir halten an unserem Ziel fest, Hessnatur als Genossenschaft zu übernehmen«, gibt sich der Vorstand kämpferisch. Man werde nach dem »unerwarteten Abbruch der Verhandlungen« weitere Optionen prüfen und sehe auch weiterhin Chancen, erfolgreich zu sein. »Kunden, Mitarbeiter und nachhaltig gesonnene Menschen« stünden nach wie vor hinter der »hnGeno«. (Archivfoto)

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