Auftrieb der Wasserbüffel

21. April 2014, 14:48 Uhr
Die Wasserbüffel scheinen ihre neue Freiheit zu genießen – ausgelassen inspizieren sie das Gehege. Die Tiere wirken mächtig, sind aber im Wesen sehr friedlich. (Foto: rkb)

Nun können Spaziergänger dort auch dem Treiben von sechs Wasserbüffeln des Biolandwirts Veit Leinberger aus Ortenberg zuschauen. Die Tiere haben auf dem Gelände ihr Sommerquartier bezogen. Sie sollen die Militärfläche in einen Sumpf zurückverwandeln.

Vor großem Publikum setzten die mächtigen Tiere ihre Paarhufe das erste Mal auf das Gras ihrer neuen und großzügigen Weide. Neugierig und anfänglich noch etwas schüchtern, stiegen die sechs Wasserbüffel, darunter auch ein Kälbchen, aus dem Anhänger. Doch es dauerte nicht lange, und sie fühlten sich offensichtlich pudelwohl, wälzten sich im Gras und erkundeten ihr neues Gehege.

Regelmäßiges Baden hilft der Natur

Namen haben sie keine, diese imposanten und zugleich friedlichen Tiere, die im Raum Südhessen überwiegend zur Pflege von Naturschutzprojekten eingesetzt werden. Wasserbüffel brauchen ausreichend Wasserflächen zur eigenen Temperaturregelung, und sie verwerten das Nahrungsangebot, das Feucht- und Auestandorte mit Binsen, Schilf, Röhricht und Gras bieten. Dabei schaffen und erhalten diese Tiere wertvolle Biotopstrukturen, denn durch regelmäßiges Baden vertiefen sie vorhandene Stillgewässer und legen zudem durch Trittspuren neue Kleingewässerstrukturen an.

Der Wasserbüffel gehört zur Art der Rinder und ist die am weitesten verbreitete und bekannteste Art der Asiatischen Büffel. Er ist vielerorts zum Haustier geworden, wilde Wasserbüffel hingegen sind heute eine Seltenheit. Ein ausgewachsenes Tier bringt es in freier Wildbahn auf eine Kopf-Rumpf-Länge von fast drei Metern, eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als einer Tonne. Die domestizierten Exemplare sind in der Regel sehr viel kleiner und bringen es selten auf mehr als 500 Kilogramm. Die Farbe der wilden Tiere ist grau, braun oder schwarz, die domestizierten Büffel sind auch schwarz-weiß gescheckt oder ganz weiß.

Im vergangenen Jahr hatte der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn (BFB) als Eigentümer das Areal des ehemaligen US-Flugplatzes als Ausgleichsfläche für das Ökopunktekonto renaturiert. Hier gibt es inzwischen eine Vielzahl seltener, zum Teil vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere: Biber, Bekassine, Braunkelchen, Eisvogel, breitblättriges Knabenkraut oder Mauergipskraut. Statt Landschaftsgärtner für die Pflege einzusetzen, organisierte der BFB in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und Biolandwirt Leinberger eine effiziente und naturschutzfachlich anerkannte Pflegemethode: Die Wasserbüffel beweiden nun die wertvollen Feuchtwiesen und Offenlandflächen in der Seemenbachaue den ganzen Sommer über.

»Auf der Aussichtsplattform kann man die ruhigen Wasserbüffel gut beobachten«, sagte Projektleiter Dominique Meyer vom BFB Schwarzenborn. Das Gebiet selbst ist mit einem Elektrozaun versehen. Zum Wohl der Tiere bat Meyer die Besucher und besonders die Hundehalter, das Gebiet möglichst nicht zu betreten, sondern nur die Aussichtsplattform zu nutzen.

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