Hunderte protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Büdingen (lhe). Mehrere Hundert Menschen haben in Büdingen gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Die Polizei zählte bei der Kundgebung etwa 800 Teilnehmer. Am Rande der Veranstaltung habe es vereinzelt Auseinandersetzungen zwischen mutmaßlich linken Aktivisten und Beamten sowie vorübergehende Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher.
31. Januar 2016, 14:23 Uhr
Mit bunten Luftballons empfangen die Gegendemonstranten in Büdingen den Aufrmarsch der Neo-Nazis.

Einige Gegendemonstranten hätten auch versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Neun Menschen, darunter sechs Beamte, wurden leicht verletzt. Im Einsatz waren mehrere Hundert Polizisten.

Die Kundgebung in der Wetterau-Stadt richtete sich gegen einen Marsch von Anhängern der rechten Szene unter dem Motto »Büdingen wehrt sich – Asylflut stoppen«, an dem sich etwa 150 Menschen beteiligten. Geplant war diese Demo als Fackelmarsch, was die Stadt aber unter anderem mit Blick auf das historisch belastete Datum des 30. Januar und eine geplante Route an Flüchtlingswohnungen vorbei untersagt hatte. Gerichte bestätigten das Fackel-Verbot.

Am 30. Januar 1933 waren aus Anlass der Machtergreifung Hitlers Nationalsozialisten mit Fackeln durch das Brandenburger Tor in Berlin gezogen.

Die Teilnehmer der Büdinger Gegendemonstration protestierten gegen den Aufmarsch mit Plakaten wie »Büdingen ist weltoffen« oder »Büdingen – Nazifreie Zone«. Die 21 000-Einwohner-Stadt ist auch ein Standort von Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Die Unterkunft lag aber nicht auf der Route der Marschierer, wie der Polizeisprecher berichtete.

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