DHL-Erpressung

Nach DHL-Erpressung: LKA untersucht Paket in der Wetterau

Eine Paketsendung hat für einen größeren Polizeieinsatz in der Wetterau geführt. Die Empfänger hatten nach der DHL-Erpressung eine Bombe befürchtet. Die Auflösung war durchaus kurios.
06. Dezember 2017, 09:32 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

Ein unerwartetes Paket hat in Karben für einen Polizeieinsatz gesorgt. Seit am vergangenen Wochenende bekannt geworden ist, dass die Post-Tochter DHL erpresst wird, sind die Menschen verunsichert – auch in der Wetterau. An der Luisenthaler Straße in Groß-Karben kam es wegen eines Pakets zu einem Einsatz von Polizei und Landeskriminalamt.

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Was war geschehen? Gegen 15.30 Uhr informierten Anwohner die Polizei, weil sie ein Paket auf ihrem Grundstück gefunden hatten, das ihnen merkwürdig vorkam. Den Absender kannten sie ebenso wenig wie den Inhalt. Wegen der aktuellen Warnmeldung in den Medien machten sie sich Sorgen und verständigten die Polizei. Diese sperrte vorsorglichen das Areal um das Paket ab. Die Bewohner der beiden angrenzenden Häuser wurden gebeten, diese zu verlassen, bis der Sachverhaltes geklärt sei. Sie kamen bei Bekannten unter. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamts reiste an. Er untersuchte die Sendung – und gab Entwarnung. Der LKA-Mann fand Tabletten in dem Paket. Flugs stellte sich heraus, dass die Empfänger diese Sendung sehr wohl bestellt hatten. Gegen 19 Uhr zog die Polizei wieder ab, und die Anwohner konnten zurück in ihre Häuser.

Sensibel, wenn es um Anschläge geht

Polizeisprecherin Sylvia Frech hat Verständnis für das Vorgehen. »Die Menschen sind hochsensibel, wenn es um Anschläge und Erpressung geht. Wir müssen das ernst nehmen.« Daher seien die Beamten sofort ausgerückt, hätten vor Ort mit dem Empfänger gesprochen, ob er sich erinnern könne, woher die Sendung komme, ob sie dort abgelegt war, wo sie immer liegt, ob der Absender bekannt ist. »Wir sprechen mit den Betroffenen, hinterfragen«, erklärt sie. Es sei entschieden worden, abzusperren und den LKA-Experten zu informieren. Das sei ein ähnliches Vorgehen wie bei einem herrenlosen Koffer am Bahnhof,  sagt Frech.
Die Angst sei groß, aber wenn jeder einzelne mithelfe, mitdenke und aufmerksam sei, könne damit umgegangen werden. Frech rät, mit unbedachten Nachrichten in sozialen Medien diese Unsicherheit nicht noch mehr zu schüren. Unbekannte Sendungen müssten nicht sein. Wer etwas bestellt, solle darauf achten, den Überblick zu behalten.

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»Die Sicherheit geht immer vor«, erklärt DHL-Pressesprecher Stefan Heß. Er betont, dass es seitens der Ermittler keine Hinweise darauf gibt, dass das Annehmen von Paketen eine konkrete Bedrohung darstellt. In den vergangenen Tagen sei es zu mehreren Polizeieinsätzen wegen unbekannter Päckchen gekommen. »Glücklicherweise war alles blinder Alarm«, sagt Heß. Die Mitarbeiter seien sensibilisiert. Für die Kunden hat das Unternehmen Tipps zusammengestellt, was eine verdächtige Sendung ausmacht. Wachsam sollten Empfänger sein, wenn der Absender fehle oder unvollständig angegeben sei. Verdächtig seien auch auffällige Rechtschreibfehler, Flecken oder Verfärbungen am Paket sowie Drähte.

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