Den Alltag meistern

Zweimal im Jahr schüttet das DRK Bad Vilbel die im Kleiderladen erwirtschafteten Erlöse an gemeinnützige Vereine aus. Silke Zuschlag, Leiterin des Kleiderladens, überreichte jetzt eine Spende in Höhe von 1000 Euro an Nadine Bauer, Geschäfts- führerin des gemeinnützigen Philip-Julius-Vereins. Er unterstützt Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern.
26. Oktober 2017, 20:30 Uhr
Silke Zuschlag, die Leiterin des DRK-Kleiderladens, überreicht eine 1000-Euro-Spende an Nadine Bauer (r.), Geschäftsführerin des gemeinnützigen Philip-Julius-Vereins. (Foto: cf)

W ir bieten den Angehörigen umfassende Informationen und Unterstützung, insbesondere zu den Themen Urlaub und Wohnen an«, sagt Geschäftsführerin Nadine Bauer. Der Philip-Julius-Verein baue gerade eine Datenbank auf, die bisher 200 Einrichtungen porträtiere, welche für die Zeit nach der Schule infrage kommen. In Deutschland haben rund 22 000 Menschen unter 25 Jahren den Pflegegrad vier oder fünf, sind also als schwerstbehindert oder schwerst mehrfachbehindert. Rund 242 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren beziehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Maßnahmen der Eingliederungshilfe. Zahlen für den Wetteraukreis liegen nach Information von Bauer nicht vor.

Seminar für Eltern

Mit der 1000-Euro-Spende des DRK-Kleiderladens finanziert der Verein an den beiden letzten Novemberwochenenden ein Seminar für Eltern von sehr schwer behinderten Kindern. Projektpartner ist der Bezirks-verband Frankfurt des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Anhand von Elementen aus dem DKSB-Elternkurs »Starke Eltern – Starke Kinder« soll an zwei Wochenenden Gelegenheit gegeben werden, sich über wichtige Themen auszutauschen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Kraft zu schöpfen für den Alltag. Der Kurs wurde auf die besondere Situation der Eltern Schwerstbehinderter angepasst. Kursleiterin Anja Briesemeister ist Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin. »Eltern, deren Kinder behindert und pflegebedürftig sind, stehen vor vielen großen Herausforderungen. Sie müssen sich in der neuen Lebenssituation zurechtfinden, ihr Kind so annehmen, wie es ist, und die Beziehung zu ihm stärken«, sagt Bauer.

Ebenfalls im Seminar behandelt wird der Umgang mit der Dauerbelastung einer 24-Stunden-Pflege, die Ausgrenzung aus der Gesellschaft, der Mangel an Teilhabe und der nie endende Kampf mit den Krankenkassen um die Finanzierung von Hilfsmitteln und Therapien. »Oft fordern die Krankenkassen medizinische Gutachten an, die eine zusätzliche extreme Belastung für die Eltern sind.«

Der dritte Themenkomplex behandelt, wie es den Eltern trotz Organisation der besten Pflege- und Fördermöglichkeiten gelingen kann, Zeit für sich, ihre Beziehung und die Geschwister zu finden. Für die vier Seminartage ist eine Kinderbetreuung sowohl für schwerstbehinderte Kinder als auch für Ge-schwister durch Ehrenamtliche mit entsprechendem fachlichen Hintergrund am Kursort möglich. Von den 15 Plätzen sind derzeit noch acht frei. Das Seminar findet am 18. und 19. sowie 25. und 26. November jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr inklusive Mittagspause in der Kita Löwenburg in Bad Vilbel-Gronau statt. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober. Für die Eltern fallen dank der DRK-Spende keine Seminarkosten an. Informationen gibt es bei Nadine Bauer telefonisch unter 01 76/21 65-17 28, per E-Mail nadine.bauer@philip-julius.de und im Internet unter www.philip-julius.de.

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