Bad Vilbel

Spektakuläre Bewerbung für den Hessentag

Eine große Delegation aus Bad Vilbel ist am Dienstag nach Wiesbaden gefahren. Ihr Ziel: die Staatskanzlei. Ihr Anliegen: die Abgabe der Bewerbung für den Hessentag 2020.
13. September 2017, 05:00 Uhr
Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (M.) überreicht im Beisein etlicher Bad Vilbeler Politiker die Bewerbungsunterlagen dem Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (2. v. r.). (pe)

Das hat die Staatskanzlei in Wiesbaden noch nicht erlebt. Zwar arbeiten bei der Landesregierung und im Landtag einige Bad Vilbeler, wie etwa Beatrice Schenk-Motzko, Bastian Zander, Tobias Utter und Jörg-Uwe Hahn. Aber dass gleich eine rund 40-köpfige Delegation aus der Brunnen- und Festspielstadt in der Landeshauptstadt eintraf, war nun wirklich einmalig. Dieses große Aufgebot hatte seinen Grund: Bad Vilbel bewirbt sich offiziell um die Ausrichtung des Hessentags 2020. Die Bewerbungsunterlagen wollten die Verantwortlichen nicht einfach auf dem kleinen Dienstweg über die Landtagsabgeordneten oder per Post auf den Weg bringen, sondern direkt abgeben.

Vertreter des Magistrats, der Verwaltung, der Kommunalpolitik und der Medien hatten sich am Vormittag auf den Weg gemacht. Mit an Bord: rund 15 Mitglieder der Stadtkapelle Bad Vilbel, »einer der sympathischsten Werbeträger der Stadt«, wie Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr während der Busfahrt lobte. Die Kapelle zog denn auch spielend und unter dem Dirigat von Dennis diRienzo vom Platz vor der Staatskanzlei ins Gebäude an der Georg-August-Zinn-Straße.

 

Integration wichtig

 

Im Saal der nächste Teil der spektakulären Bewerbung. Eine vom Graffiti-Künstler Case gestaltete Mineralwasserflasche wurde hereingebracht. Verantwortlich dafür: Hassia-Chef und Ehrenbürger Günter Hinkel, der im Bus nach Wiesbaden mitgefahren war und die bunt gestaltete Flasche vor die Staatskanzlei hatte fahren lassen. Er wollte damit dokumentieren, dass das größte heimische Unternehmen voll hinter der Bewerbung für den Hessentag steht.

Peter Paul, Udo Landgrebe und Kurt Liebermeister bringen die Kunstflasche.
Peter Paul, Udo Landgrebe und Kurt Liebermeister bringen die Kunstflasche.

Symbolhaft steht die Flasche für das Mineralwasser, das in ganz Hessen und darüber hinaus bekannt ist. Symbolhaft schließlich auch das grün-blaue Band, das die Vertreter aller im Stadtparlament vertretenen Fraktionen gemeinsam in den Händen hielten. Damit wurde nicht nur dokumentiert, dass der Beschluss zur Bewerbung für den Hessentag einstimmig gefallen war, sondern auch eine Kernaussage der Stadt zu diesem Fest der Hessen. »Das blau-grüne Band, bestehend aus Flüssen und Bächen, Wiesen, Streuobstwiesen, Wald und Parks, welches Bad Vilbel durchzieht, soll ein zentrales Thema des Hessentages 2020 werden«, heißt es in der 68 Seiten starken Bewerbungsbroschüre, die dem Staatssekretär überreicht wurde.

Wintermeyer beeindruckt
 

Wintermeyer reagierte sichtlich beeindruckt. Lob hatte er nicht nur für die Einstimmigkeit des Parlamentsbeschlusses, sondern auch dafür, dass die Stadt ihre Bürger in zwei Versammlungen dazu befragt hatte. Das Konzept finde er »sehr positiv«. Es zeige, dass Bad Vilbel voll motiviert sei. Der Staatssekretär erinnerte daran, dass das Fest der Hessen 1961 ins Leben berufen worden sei, um die eine Million Ostflüchtlinge und Vertriebenen zu integrieren. Heute sei dieses Thema wieder aktuell, denn ein Drittel der in Hessen lebenden Menschen habe einen Migrationshintergrund. Auch heute gelte es, die Menschen zusammenzuführen, um sie zu integrieren.

Positiv sei der Hessentag auch für die Stadtentwicklung. So flössen ab 2020 rund 6,5 Millionen Euro an die Stadt, die den Hessentag ausrichte, »zweckgebunden für Infrastrukturprojekte«.

Wintermeyer abschließend: »Ich werde Ihnen heute keine Zusage geben, denn das Kabinett entscheidet. Aber Ihre Bewerbung werde ich wohlwollend prüfen.«

Stöhr optimistisch

Das hörte sich aus Bad Vilbeler Sicht sehr erfreulich an. Aber Konkurrenz gibt es entgegen erster Vermutungen doch: Am Samstag wird Wintermeyer nach Haiger reisen, das sich gleichfalls um den Hessentag bewerben will. Bad Vilbels Bürgermeister zeigte sich beim Rückweg zum Bus dennoch optimistisch: »Den Zuschlag kriegen wir, zu 90 Prozent.« Und wenn nicht? Dafür hatte Hassia-Seniorchef Hinkel eine Antwort: »Dann müssen die halt die Flasche wieder hergeben.«

 

Kommentar

Mächtig Wind

Dass Klappern zum Handwerk gehört, ist eine alte Weisheit. Und dass nur diejenigen, die heutzutage ein bisschen mehr als andere auf den Putz hauen, gehört werden, ist auch klar. Insofern war die Strategie gut, dass rund drei Dutzend Bad Vilbeler in der Staatskanzlei aufgetaucht sind, um der Bewerbung persönlich Nachdruck zu verleihen. Auch inhaltlich haben die Arbeitsgruppen der Verwaltung zusammen mit Kommunalpolitikern ein überzeugendes Konzept erarbeitet. Es macht die drei Säulen der größten Wetterauer Stadt deutlich: Kultur mit Burgfestspielen, Wasser mit Mineralbrunnen und Natur mit Kurpark, Streuobstwiesen und Nidda. Wenn nun noch die heimischen Landtagsabgeordneten die Werbetrommel rühren, dürfte Bad Vilbel wirklich den Zuschlag für das Hessenfest erhalten. Zu Recht!

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bewerbungsmappen
  • Bäche
  • Ehrenbürger
  • Flüsse
  • Hessentag
  • Jörg-Uwe Hahn
  • Landtagsabgeordnete
  • Mineralwasser
  • Optimismus
  • Reisebusse
  • Staatskanzleien
  • Staatssekretäre
  • Thomas Stöhr
  • Ziele
  • Bad Vilbel
  • Holger Pegelow
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.