Park-Gestalter

Heinrich Siesmayer ins Gedächtnis rufen

Dass Heinrich Siesmayer den Frankfurter Palmengarten und den Bad Nauheimer Kurpark angelegt hat, wissen viele. Weniger bekannt ist, dass der Gartenarchitekt auch in Karben lebte.
19. August 2017, 06:00 Uhr
Hier wirkte Heinrich Siesmayer schon als Kind. Am Selzerbrunnen soll er als 13-Jähriger in den Alleen Unkraut gejätet haben. Unten: Heinrich Siesmayer und die nach ihm benannten roten Rosen an der Kirche in Klein-Karben. (Fotos: Archiv/pe)

W er einmal in die Geschichte des Frankfurter Palmengartens schaut, stößt unweigerlich auf den Namen Heinrich Siesmayer. Der riesige Garten entlang der damals noch ländlichen Bockenheimer Landstraße wurde ab 1868 gegründet. Beauftragt damit war Heinrich Siesmayer. Auftraggeber war Herzog Adolph von Nassau, der einen Schlosspark in Wiesbaden-Biebrich mit rund 200 exotischen Pflanzen besaß. Weil er aber in finanzielle Notlage geraten war, musste er seine berühmten »Biebricher Wintergärten« veräußern und beauftragte damit Heinrich Siesmayer, der sich unter anderem mit der Gestaltung des Bad Nauheimer Kurparks einen Namen gemacht hatte.

Schon Ende 1869 erfolgte der Umzug der Gewächshäuser von Wiesbaden nach Frankfurt, und bereits ein Jahr später fand die erste Blumenausstellung statt. Offizielle Eröffnung des Palmengartens war am 16. März 1871. Heinrich Siesmayer fungierte von da ab als ehrenamtlicher Direktor.

Als der bekannte Gartenarchitekt in Frankfurt wirkte, war er 55 Jahre alt. Er hatte sich damit seinen Kindheitstraum erfüllt, denn er liebte Pflanzen. Die Siesmayer-Biografin Barbara Vogt hat durch intensives Quellenstudium ermittelt, dass Siesmayer schon als Kind häufig in der Natur anzutreffen war. So ist überliefert, dass er als 13-jähriger Junge in den Alleen rund um den Selzerbrunnen in Groß-Karben Unkraut jätete. Sein Vater hatte wohl in der Nähe eine Gärtnerei, und deshalb kam der kleine Heinrich mit Pflanzen in Berührung. Der Vater brachte ihm bei, wie man Obstbäume veredelt. Heinrich war zwar in Mainz-Mombach geboren worden, zog mit seinen Eltern zunächst nach Wiesbaden und dann nach Groß-Karben, damals noch selbstständige Gemeinde.

Ein wenig Quellenstudium hilft also, um zu erkennen: Der berühmte Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer hat eine Beziehung zu Karben. »Hier in Karben wurden also die Grundlagen gelegt dafür, dass es in Bad Nauheim einen Kurpark und in Frankfurt einen Palmengarten gibt«, sagt die Burg-Gräfenröderin Cynthia Nebel, die selbst Gartenkonzepte entwirft und selber häufig in der Natur anzutreffen ist. Sie findet es schade, dass in der Stadt öffentlich gar nichts an Siesmayer erinnert, sagt sie. »Man müsste irgendwie zum Ausdruck bringen, dass so eine berühmte Persönlichkeit hier einmal gelebt hat, wenn auch nur einige Jahre während der Kindheit.« Nebel meint, man könne eine Straße nach ihm benennen oder ein Café oder ein Lokal. Einen Vorschlag hat sie auch schon: »Der kleine Heinrich«. So ganz ohne Anklang ist Siesmayer in Karben dennoch nicht. So hat die Familie Trabandt in Klein-Karben einen Siesmayer-Garten, der von einem Nachfahren Heinrichs angelegt worden sei, erinnert Cynthia Nebel.

Und dann gibt es – eher versteckt – noch etwas: dunkelrote Siesmayer-Rosen. Die stehen hinter dem Kriegerdenkmal in Klein-Karben nahe der St.-Michaelis-Kirche.

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