Anhörungsverfahren

Plan: S 6 soll eigene Gleise bekommen

Ist der vierspurige Ausbau der Main-Weser-Bahn nötig, um die S 6 zwischen Frankfurt und Friedberg pünktlicher zu machen? Nein, sagt das Aktionsbündnis Ba(h)nane - die Bahn sieht das anders.
21. April 2017, 17:13 Uhr
Gegen den Ausbau der Bahnstrecke ist das Aktionsbündnis »Ba(h)nane«, dessen Einwendungen gestern behandelt wurden. (Foto: pe)

Die von 2000 Leuten unterschriebene Einwendung gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn stand am zweiten Tag der Anhörungen im Dortelweiler Sportforum auf dem Programm. Wie am Mittwoch berichtet, wehrt sich das Aktionsbündnis »Ba(h)nane« gegen den Ausbau und unterstellt, dass die zusätzlichen Gleise weniger wegen einer pünktlicher fahrenden S6 gebaut werden sollen, sondern weil die Bahn mehr Güterzüge auf die Strecke schicken will. Dazu hat das Aktionsbündnis eine Sammeleinwendung im Planfeststellungsverfahren eingereicht.

Gestern ging es in der vom Regierungspräsidium (RP) veranstalteten Anhörung am Vormittag um Grundsatzfragen, wobei genau die von »Ba(h)nane« bezweifelte Notwendigkeit im Fokus der Fragen stand. Auch ging es um die Frage der Pünktlichkeit der S6. Das Aktionsbündnis sagt, das Argument der Bahn, die S6 pünktlicher zu machen, ziehe nicht. Die S-Bahn habe eine Pünktlichkeitsquote von rund 96 Prozent. Die Bahn argumentiert, die längeren Stopps in Frankfurt-West seien in die Fahrpläne eingearbeitet worden. Bei diesen Stopps würden die S-Bahnen von Regionalzügen und Intercitys überholt, die auf den jetzigen Gleisen Vorrang vor dem Nahverkehr haben. Damit zusammenhängend war der sogenannte Mischbetrieb ein Thema. Der bedeutet, dass die beiden Gleise von Zügen aller Kategorien genutzt werden.

Lebhafte Diskussion dank "Ba(h)nane"

Durch den viergleisigen Ausbau erhalte die S-Bahn eigene Gleise, »um konfliktfrei vom übrigen Zugverkehr zu fahren, die Pünktlichkeit der Züge zu erhöhen und einen stabilen 15-Minuten-Takt an allen Stationen zu ermöglichen«, argumentiert die Bahn.

Am zweiten Tag der Anhörung erschienen etwa 35 bis 40 Anhänger von »Ba(h)nane«, so dass es im Sportforum lebhafter zuging als am ersten Tag. Die Vertreter hakten nach Informationen der WZ hartnäckig nach, so dass die Sitzung dauerte. Am Nachmittag drehte es sich auch um die Methodik, mit der die Erschütterungen durch die fahrenden Züge prognostiziert werden. Die Bahnvertreter und der Ingenieur sagten, man lege die Maßstäbe des Eisenbahnbundesamtes zugrunde. Genau jenes Amt muss den Ausbau der Strecke genehmigen. Es wird auch letztlich entscheiden, ob die Einwendungen, die nach dem Anhörungsverfahren bestehen bleiben, akzeptiert werden.

Am Freitag, am dritten Tag, sollen die Einwendungen erörtert werden, die von den Naturschutzverbänden und den Naturschutzbehörden vorgetragen worden sind. Vieles war im Vorfeld aber bereits einvernehmlich geregelt worden. So teilte die Bahn jetzt mit, dass in Karben der Eingriff ins Kloppenheimer Wäldchen durch den Neubau einer Stützwand anstelle einer Böschung »deutlich reduziert werden« könne.

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