Tourismusfilmer

Weltweit auf Bilderjagd

Von klein auf liebte der Bad Vilbeler Marko Roth zwei Dinge: das Reisen und das Fotografieren. Heute ist der 22-jährige Student mit einem Team für Filmaufträge unterwegs, und zwar weltweit.
21. April 2017, 11:00 Uhr
Immer auf dem Sprung: Filmemacher Marko Roth, hier mit Kameramann Moritz Dehler. (Foto: pv)

I ch habe mit dem Fotografieren und später Filmen ganz privat im Urlaub angefangen. Nach der Reise die Fotos bearbeitet, sortiert und zusammengestellt, später dann gefilmt und die Aufnahmen zusammengeschnitten. Ich habe mit 15 Jahren neben der Schule angefangen, als freier Kameramann zu arbeiten«, berichtet der Filmemacher. Am Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) hatte er die Leistungskurse Mathematik und Englisch belegt. »Ich will um die Welt reisen und damit mein Geld verdienen«, notiert er 2013 in sein Abi-Buch. Und so führt ihn seine Leidenschaft für das Metier Film vom GBG zu einem Praktikum in eine Hamburger Werbefilmproduktionsfirma und von dort an die Hochschule der Medien nach Stuttgart. Der 22-Jährige studiert im sechsten Semester Medienwissenschaften. »Der Beruf ist mein Hobby«, schwärmt er mit leuchtenden Augen.

Seinen ersten professionellen Auftrag erhielt er als Jugendlicher von einer tunesischen Skite-Schule. »Von da an kamen immer mehr Firmenaufträge. Jeder Film ist die beste Werbung für den nächsten Auftrag.« Vor zweieinhalb Jahren gründete er seine eigene Produktionsfirma »Marko Roth Productions« für Destinations- und Tourismusfilme. »Die erste Eigenproduktion war ein Video über den Oman.« Auf dieses Video wurden einige Reiseveranstalter aufmerksam. Sie kontaktierten und beauftragen ihn, für sie Werbefilme zu produzieren.

Aufträge kommen kurzfristig

»Ich reise für meine Auftraggeber in die gewünschten Länder., fange dort die Schönheit der vorgegebenen Destinationen mit der Kamera ein und produziere daraus einen Werbefilm.« Inzwischen reist Marko Roth nicht mehr allein, sondern zusammen mit seinem Team. »Wir sind alle Studenten. Dabei sind ein Fotograf, ein Journalist, ein Kameramann und ich als Regisseur und Produzent. Es ist echt cool, dass ich mir aussuchen kann, mit wem ich bei einer Produktion zusammenarbeiten will. « Die Chemie zwischen den Teammitgliedern muss stimmen, denn »wir sind zwischen zwei und fünf Wochen unterwegs, um authentische Reisevideos zu produzieren«. Das Team war bereits für Kunden in Tunesien, Griechenland, Neuseeland, Indien, Nepal und Thailand unterwegs.

Mit Freizeit haben diese Reisen wenig gemein, sie sind sehr stressig. »Unsere Arbeitszeit dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ziel ist es, immer das beste Bild aufzunehmen.« Am Ende des Tages steht das Sichern des Materials an. Viel Arbeit, wenig Schlaf und häufiger Standortwechsel bestimmen den Alltag: »An einem Drehtag besuchst du fünf oder sechs Orte. Rechnet man Auf- und Abbau sowie die Fahrtzeiten hinzu, ist man rund 20 Minuten an einer Destination.« Zurück in Deutschland beginnt die Postproduktion: »Das Material wird gesichtet, geschnitten, der Sound produziert, dann wird der Film veröffentlicht.« Bei Eigenproduktionen wie seiner gerade beendeten zweiten über Patagonien kommen noch PR und Vermarktung hinzu.

»Die Aufträge kommen immer sehr kurzfristig. Das ist spannend, weil man nie weiß, wohin man reist.« Beim Patagonien-Trip war alles anders: »Ich hatte mein Team für einen Dreh in Kanada gebucht und bezahlt, als der Auftrag zwei Tage vor Abreise storniert wurde. Wir sind dann auf eigene Faust zehn Tage durch Patagonien gereist. Das war ein Traum. Wir waren sehr frei, konnten unser Arbeitstempo selbst bestimmen, Leute und Landschaft kennenlernen, haben Schiffwracks mitten in der Stadt entdeckt. Dabei ist ein Wirgefühl entstanden, und wir wurden alle vom Reisefieber gepackt.« Zu den Höhepunkten gehört bisher neben Patagonien für Marko Roth der Flug über den Mount Everest: »Wir waren auf gleicher Höhe wie die Spitze, und ich durfte aus dem Cockpit heraus filmen.« In Nepal erlebte er eine nicht ungefährliche Situation: »Im Auto ist man bei Safaris sicher. Unser Wagen blieb aber mitten im tiefsten Dschungel stecken. Wir sind ausgestiegen, haben geschoben und dabei direkt neben dem Auto frische Abdrücke von Tigerpfoten gesehen.« Zu den weniger angenehmen Erinnerungen gehört eine Lebensmittelvergiftung in Indien.

Doch auch Bad Vilbel hat seinen Reiz für den Weltenbummler: »Ich war fast zwei Jahre nonstop unterwegs und freue mich jedes Mal wieder darauf, nach Hause zu kommen.«

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