Leidenschaftlicher Tüftler

Karl-Heinz Klein tut alles für den perfekten Klang

An allem sei nur sein Freund Manni Schuld, behauptet Karl-Heinz Klein. Manni und dieser eine Satz: »Bau’ es dir selbst!« Schon vor 51 Jahren schlug das Herz des Klein-Karbeners für Radios.
02. Januar 2018, 05:00 Uhr
Karl-Heinz Klein mit einigen seiner um- und neugebauten Stereokomponenten, zu denen auch Röhrenverstärker »Little Mood« gehört.

Als Jugendlicher wusste ich zuerst nicht, welchen Beruf ich erlernen sollte«, erzählt der Rentner aus Klein-Karben. »Wahrscheinlich lag das auch daran, dass mein Stiefvater mir nichts zutraute.« Manni traute ihm jedenfalls viel zu. Er zeigte ihm, wie man Radios baut. Schnell stellten sich die ersten Erfolgserlebnisse ein. Aus dem Hobby entwickelte sich eine Leidenschaft, die bis heute sein Leben bestimmt.

»Der Bau meines ersten Detektor-Apparates war ein Schlüsselerlebnis für mich«, verrät er. »Es hat sofort geklappt. Manni konnte mir am Anfang den einen oder anderen Tipp geben.« Damit stand fest, dass sein beruflicher Weg nur in diese Richtung führen würde. Schon während der Lehrzeit zum Elektriker reparierte Karl-Heinz Klein Radios für die Nachbarn.

Mann mit Visionen

In dieser Zeit verdiente er sich erste Meriten als Radio-und Fernsehtechniker und absolvierte anschließend ein Ingenieur-Studium an der Technischen Hochschule. In den Semesterferien war er beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und Saarländischen Rundfunk (SR) beschäftigt. Wie so oft in seinem Leben leistete er auch dort Pionierarbeit: Er half die erste stereofähige Transistor-Einschubplatine zu bauen.

Blick zurück: Karl-Heinz (r.) und Manni beim Werkeln an einem Radio.
Blick zurück: Karl-Heinz (r.) und Manni beim Werkeln an einem Radio.

»Erstmals konnten Musiksendungen nicht nur aus einem eingebauten Radiolautsprecher, sondern räumlich aus zwei voneinander getrennt aufgestellten Boxen mit Rechts-Links-Effekt gehört werden. Der Konzertsaal wurde so ins heimische Wohnzimmer verlegt«, schildert Klein die Veränderung. Er sei stolz, daran mitgewirkt zu haben.

Rentner im Unruhestand

Seine weiteren beruflichen Stationen waren die Firmen Telefonbau und Normalzeit (TN) in Frankfurt und Bosch in Stuttgart, wo er sich zusammen mit Entwicklern kundenfreundliche neue Produkte ausdachte. Als Ingenieur bewertete er Komponenten zur Herstellung von Fernsprechern auf ihre Tauglichkeit.

Heute ist der vierfache Vater und dreifache Opa noch immer ein Mann mit Visionen, den das Tüfteln nicht los lässt. Man könnte ihn einen Ruheständler im Unruhestand nennen. Und das, was er macht, hat natürlich immer etwas mit Technik und Medien zu tun. Er sei nicht mehr fremdbestimmt, sagt er über sich selbst. Das gebe ihm viele Freiheiten.

Neues Klangwunder

Als Funkamateur (Rufzeichen DC9ZG) ist Klein sowohl auf UKW als auch auf Kurzwelle aktiv. Auf diese Weise bleibt er ständig in Kontakt mit technisch interessierten Leuten auf der ganzen Welt. In seinem hauseigenen Labor hat der Diplom-Ingenieur zudem ein kleines Klangwunder erschaffen. Es ist ein Röhrenverstärker namens »Little Mood«.

Dreieinhalb Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Kästchen, das an jede Tonquelle mit Tonausgangsbuchse angeschlossen werden kann. Klein demonstriert es an einer Sony Playstation der allerersten Generation. »Ich habe sie zum CD-Player umgebaut«, erklärt er. »Durch den angeschlossenen Verstärker wird der Klang der CD räumlicher und wärmer. Das weckt Emotionen beim Hörer.«

Am Ende der Vorführung muss man ihm Recht geben. Längst haben Stereo-Enthusiasten seinen Eigenbau entdeckt. Darüber hinaus repariere er so ziemlich alles, was einen Stecker hat und mit Strom betrieben wird, ergänzt Klein. Vielen Geräten habe er neues Leben eingehaucht. Einen Satz wiederholt er mehrmals: »Ich mache das nur, um mir selbst und anderen eine Freude zu machen.«

 

Infokasten

Röhrenverstärker "Little Mood"

Der Röhrenverstärker »Little Mood« im Detail: Designergehäuse (nicht im Fachhandel erhältlich), alle Komponenten handverdrahtet (Point-to-Point-Verlötung), selektierte Röhren mit hoher Dynamik, Unikat (Stückzahl auf drei Geräte pro Jahr limitiert), Original Telefunken-Röhre 6080 aus deutscher Fertigung, Vorverstärkerröhre E88CC mit vergoldeten Anschlusspins,Vergoldete Cinchbuchsen, vergoldeter Netzstecker mit abgeschirmten Kabelm vergoldete Cinchstecker an Audio-Kabeln, Netzeingang mit Schutzkondensatoren, Sicherung 3,15 A unterhalb der Steckerbuchse. Einzelheiten lassen sich über die Internetseite http://karben-digital.de/rubrik/hifi -stereo herausfinden. (jsl)

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