Bad Nauheim

Ticktack: Die Bahnhofsuhr geht jetzt richtig

28. Dezember 2012, 16:58 Uhr
Norbert Mischke, Beatrix van Ooyen, Armin Häuser und Thomas Staller (von links) freuen sich über die Uhrinitiative.

In puncto Bahnhof gibt es sonst nur wenig Neues. Das Gebäude gehört nach wie vor der Firma Portal Real. Alleiniger Gesellschafter ist jetzt allerdings ein Rechtsanwalt aus Frankfurt. Wie der Jurist auf Anfrage mitteilte, sucht er weiterhin nach Pächtern.

Die Uhr ist ebenso alt wie der Bahnhof: etwa 100 Jahre. Er wurde zur Zeit von Kaiser Wilhelm II. gebaut. Aufgrund ihres Alters geht die Uhr manchmal falsch. Spezialist Alexander Albrecht hat sich vor drei Jahren intensiv mit dem Problem befasst. Das Uhrwerk war Jahrzehnte ohne Wartung gelaufen, nur Öl gab man ins Räderwerk. Die Mechanik war verschlissen. »Wir haben viele tausend Euro investiert, um die Uhr ordentlich zu restaurieren«, sagte der Bahnhofs-Eigentümer. Portal Real hatte zunächst überlegt, die Uhr auszubauen und durch Digitaltechnik zu ersetzen. »Wir haben uns dagegen entschieden, wollten die historische Uhr drin lassen.« Im Grunde sei die Wartung Sache der Bahn AG, gleichwohl hat Portal Real jetzt wieder etwas Geld bereitgestellt.

Thomas Staller ist Mitglied des Museenvereins, macht Limes-Führungen und hält historische Vorträge. Früher war er als Elektromeister beruflich aktiv. Norbert Mischke, ein ehemaliger Techniker, ist Gästeführer. Er stellt Teilnehmern auch das Bahnhofsgebäude vor. Als Kind wohnte er in der Nähe, sein Großvater war Dienstmann am Bahnhof. Die Initiative, sich um die Uhr zu kümmern, geht auf Innenarchitektin van Ooyen zurück. Sie erarbeitete für historische Gebäude der Stadt Nutzungsvorschläge, etwa für die Trinkkuranlage und den Bahnhof. Die Anregungen veröffentlicht sie zum Teil im Internet. Im Zuge ihrer Arbeiten nahm sie Kontakt mit dem Eigner des Bahnhofs auf. Dabei kam sie auf die Idee, fachkundige Freiwillige fürs Warten und Stellen der Uhr zu gewinnen.

In Sachen Bahnhofssanierung hat sich laut Portal Real nichts Neues ergeben. Der Frankfurter Anwalt ist seit 2012 alleiniger Gesellschafter. »Vorher waren wir fünf«, sagte der Jurist. Beim Bahnhof handele es sich um eine kleinteilige Anlage. Idealismus sei nötig, um zum Ziel zu kommen. »Wir suchen weiter nach Pächtern.«

Seit November steht vor dem Fahrkartenschalter eine Bank. Bis dahin gab es in der Halle keine Sitzgelegenheit. Wie die CDU-Stadtverordnete Gisela Babitz-Koch berichtete, war sie im Winter 2011 von einer Seniorin angesprochen worden. Sie fahre oft Zug, vermisse eine Bank an einer Stelle, wo man nicht der Witterung ausgesetzt ist. Babitz-Koch nahm sich der Sache an. Diverse Telefonate mit Stadt, Gebäudeeigentümer und Bahn führten nach etlichen Monaten dazu, dass das Transportunternehmen endlich eine Bank aufgestellt hat.

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