Energiewende: »Die Öko-Bewegung rennt ins Unglück«

18. Juli 2012, 15:03 Uhr
Selbstmord in Grün? Edgar L. Gärtner schreibt dagegen an. (ihm)

Dabei werde nicht bedacht: »Nach jeder Revolution ist die Situation schlechter als vorher.« Das sei historisch belegt. Der freiberufliche Fach-Journalist und Autor plädiert für Besonnenheit: Eine Evolution, die allmählich zur Verbesserung führt.

Gärtner hat Biologie und Philosophie studiert, er arbeitete unter anderem für einen ökologischen Informationsdienst und den World Wildlife Fund of Nature (WWF). »Ich habe viel im Umweltschutz gemacht. Das wird immer verwechselt mit Klimaschutz«, sagt er – und ist mitten im Thema, der Energiewende. Sie werde angestrebt, um das Klima zu schützen. Dabei gehe der Mensch umweltpolitisch über Leichen. Gärtner schreibt dagegen an. Das Klima, erklärt er, sei ein statistischer Begriff, die Umwelt etwas Reales.

Die Gefährdung des Klimas durch Kohlenstoffdioxid-Ausstoß sei ein Märchen. »Man sagt, CO² sei dafür verantwortlich, dass es auf der Erde wärmer wird.« Diese Theorie sei nicht belegbar. »Seit 1998 gab es keine Zunahme der Temperatur, aber der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß ist munter gestiegen.« Trotzdem setze die Politik weiter alles daran, CO² zu reduzieren. Das geschehe ohne Rücksicht auf die Kosten. Paradox, so Gärtner, weil in hiesigen Breiten zunehmende Wärme eher positiv wäre.

Der Autor nennt eine Periode des Mittelalters, in der es wärmer war: Von 1000 bis 1200 nach Christus. »Bis nach England und Skandinavien wurde Wein angebaut. Damals waren die landwirtschaftlichen Erträge sehr gut.« Anschließend sei die Kleine Eiszeit gekommen. Als es wärmer war, seien die Zeiten besser gewesen. »Es gab weniger Krieg, genug zu essen. Die Leute brauchten sich nicht um die Lebensmittel zu raufen.« Tiefpunkt der Kleinen Eiszeit sei zwischen 1680 und 1750 gewesen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts sei es wieder wärmer geworden. Einen Höhepunkt habe es um 1940 und Ende der 50er Jahre gegeben. Bis Mitte der 70er wurde es wieder etwas kühler, ab 1980 deutlich wärmer, aber nur etwa 20 Jahre lang. »In dieser Zeit setzte man die Theorie mit dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß in die Welt.«

Überall Windräder?

Die Politik wolle nach dem Atomunglück von Fukushima die Energiewende herbeiführen. Das tue sie auf nihilistische Weise. Nihilismus bedeute: »Man tut für sich selbst etwas scheinbar Gutes und nimmt dabei seinen Untergang in Kauf. Das liegt daran, dass man alles auf eine Karte setzt. Man geht den Weg der falschen Kosten-Nutzen-Abwägung.« Mit Volldampf in die Energiewende zu starten, könne nur in der Sackgasse enden. Zu befürchten sei, dass bald ganz Deutschland mit Windrädern vollsteht. Die Ziele seien zu ehrgeizig – das sei Klimaschutz auf Kosten der Umwelt. Besser wäre nach Ansicht Gärtners, dem Beispiel der Schweiz zu folgen. »Die Schweizer haben aus der Katastrophe von Fukushima die gleichen Konsequenzen wie wir gezogen. Aber sie lassen sich Zeit, anders als Deutschland, wo im Hauruckverfahren Atomkraftwerke stillgelegt wurden.« Fukushima habe mit Deutschland nichts zu tun. »Hier gibt es keinen Tsunami, keine Erdbeben. Unsere Atomkraftwerke sind im internationalen Vergleich sicher.«

In den letzten Jahren sei in Deutschland sehr viel in Solaranlagen und Windräder investiert worden. Ergebnis: Mehr Strom als nötig werde erzeugt. »Deutschland muss ständig Überschüsse ins Ausland liefern und dafür zahlen. Die Rechnung trägt der Stromkunde.« Das sei völliger Wahnsinn. Gärtners Fazit: Alles, was sich rechnet, soll ausprobiert werden. Dabei sei wichtig, sich Zeit zu lassen, um Fehlentwicklungen vorzubeugen.

Edgar L. Gärtner: Öko-Nihilismus 2012 – Selbstmord in Grün, TvR-Medienverlag Jena 2012, 292 S., ISBN 978-3-940431-31-8, E 19,90. Weitere Infos unter gaertner-online.de.

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