»Katastrophe für die Tiere«

Bad Nauheim (msn). Verletzte, Abgemagerte und Kranke – er kümmert sich um sie alle: Otto Luzius, der sich selbst Igelvadder nennt, hat sich den Igeln verschrieben, die nicht mehr ohne seine Hilfe über den Winter kommen.
26. Februar 2016, 19:13 Uhr
Sorgenkind Igel: Eigentlich sollten sich die Tiere noch bis Ende März im Winterschlaf befinden. Stattdessen gehen sie geschwächt auf Futtersuche. (Foto: bf)

»Diese warmen Winter sind eine Katastrophe für die Tiere. Sie sind jetzt schon am helllichten Tage unterwegs, dabei müssten sie noch bis Ende März Winterschlaf machen«, schlägt Luzius Alarm.

Vor allem die Jungtiere seien betroffen, die im vergangenen Jahr geboren wurden. Sie hatten nicht genügend Zeit, sich Reserven anzufressen, und kennen sich noch nicht genug in ihrer Umgebung aus, erklärt der Experte. Deswegen wüssten sie nicht, wo sie Futter oder einen guten Unterschlupf finden.

»Da sie nicht genug Reserven haben, sind sie nur in einem Dämmerschlaf. Scheint die Sonne, können sie schneller aufwachen.« Und dies sei fatal. Die Igel machen sich dann auf Essenssuche und verbrauchen dabei ihre knappen Fettreserven. Viele Igel, um die sich Luzius momentan kümmert, wiegen viel zu wenig. Und nicht nur das: Einige haben auch Milben, Würmer oder eine Lungenentzündung. »Der Mangel an Essen schwächt ihr Immunsystem.«

Laub erst Anfang April entfernen

Diese Tiere brauchen intensive Pflege, die der 62-Jährige gerne auf sich nimmt. In seinem Garten hat er eine Hütte und Gewächshäuser, in denen momentan 26 hilfsbedürftige Igel untergebracht sind. Manche bekommen Elektrolyte, manche Antibiotika. Das ist zeitaufwendig, und Otto Luzius betreibt diese Pflegestation alleine. Auch die rund 2000 Euro im Jahr, die er für Futter und Medikamente ausgibt, trägt er fast alleine, nur Spenden entlasten ihn.

»Aber nicht jeder muss so viel tun wie ich, um den Igeln zu helfen. Schon kleine Taten können etwas verändern«, sagt Luzius. Jeder könne seinen Garten igelfreundlich gestalten. Das Laub unter den Büschen erst Anfang April entfernen, da die Igel dort gut Winterschlaf machen können, und eine Wasserstelle einrichten. Außerdem sollte das Grundstück noch kleine Schlupflöcher bieten, damit die Igel in den Garten gelangen können. Und Pestizide sollte man nur in geringen Mengen einsetzen. »Die Gifte nehmen die Igel über die Insekten, die sie fressen, auf«, erklärt Luzius. Stößt man auf einen Igel, sollte man einiges beachten: Ist er unterkühlt, muss man ihn zuerst aufwärmen, bevor man ihn füttert. »Igel vertragen das Essen sonst nicht«, warnt Luzius. »Und nur Wasser und keine Milch zu trinken geben.« Aber am besten sei es, sich direkt an einen Fachmann zu wenden. Über das Forum »Wir helfen Igeln« kann man sich informieren oder sich direkt an Otto Luzius wenden. »Egal, wie viele Igel ich auf einmal pflege, Platz für einen weiteren ist immer!«, betont er und macht sich wieder an die Arbeit.

Wer Hilfe bei Igel-Fragen braucht, kann sich unter Tel.: 01 76/54 87 29 47 oder per E-Mail an die Adresse igelvadder@gmx.de an Otto Luzius wenden. Spenden kann man auf das Konto mit der folgenden IBAN überweisen: DE72513900000090146505.

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