Die Häuser mit den Nummern 6 bis 16 an der Lollarer Sudetenstraße sind über die Jahrzehnte hinweg sichtlich gealtert – wie das eben bei Häusern so passiert. 1957 gebaut, waren sie energetisch keine Vorzeigeobjekte, und optisch… nun ja. Jetzt hat die Baugenossenschaft Lollar und Lumdatal 700 000 Euro in die Hand genommen und die drei Doppelhäuser saniert.

Der Bau der Häuser Ende der 50er Jahre ist eng verknüpft mit dem Boom der Buderus’schen Eisenwerke. Um Führungskräfte unterzubringen, beteiligte sich das Unternehmen im Rahmen eines Industrieförderprogramms am Bau der drei Doppelhäuser mit 18 Wohnungen. Bis heute wohnen dort ehemalige Werksangehörige. Die Häuser spiegeln den Charakter dieser Zeit wider: Leicht versetzt bilden jeweils zwei Gebäude eine Gruppe; die Dächer spitz zulaufend.

Weil die Häuser so charakteristisch für die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit sind, gelten sie als schützenswert. Deshalb hat die Baugenossenschaft zum Beispiel darauf verzichtet, die Fassaden der drei Häuser in unterschiedlichen Farben zu streichen, sagten Axel Löwenstein und Dieter Kraft vom Vorstand und Architekt Reimund Orth am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Da die Wohnungen in den Dachgeschossen über keinen Balkon verfügten, bauten die Arbeiter sogenannte französische Balkone ein. Das Dach deckte die Baufirma neu ein und dämmte es; außerdem atmet die Außenfassade nicht mehr den Geist der Vergangenheit. Hinzu kommen neue Fenster, Eingangstüren und eine neue Brennwertheizung. So soll weiter Energie gespart werden. Ebenfalls erneuert haben die Arbeiter teilweise die Außenanlagen. Die Garagen seien im kommenden Jahr dran, sagten Kraft und Löwenstein.

Die Arbeiten liefen problemlos ab. Fragt man die Bewohner der Häuser, gibt’s keine Klagen. Im Gegenteil. »Ist doch schön geworden«, sagt eine Seniorin, die ihre Tageszeitung aus dem Briefkasten holt. Orth betont, dass die Häuser in drei Bauabschnitten nacheinander saniert worden seien. Beginn der Arbeiten war im Mai 2016.

Zu den 18 großen Wohnungen sind drei kleine hinzugekommen. Auf Anregung des NABU Lollar ließ die Baugenossenschaft einen Nistkasten mit drei Plätzen für Mauersegler an einem Haus anbringen. Mit einem Bezug rechnet Löwenstein im Frühjahr kommenden Jahres.

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