Eröffnung

La-Ola-Welle für die ersten Ikea-Besucher in Wetzlar

Über 7 000 Menschen strömten am Eröffnungstag in den Ikea Wetzlar – ein Erfolg. Am Donnerstag waren aber auch die Verhandlungen mit der Stadt Gießen ein Thema. Und jede Menge Spenden.
18. Mai 2017, 18:00 Uhr
Die ersten Kunden werden von Ikea-Mitarbeitern begrüßt. (Foto: gäd)

Plötzlich ging alles ganz schnell. Schon ein wenig vor 10 Uhr wurden die Absperrungen zur Seite gerückt und die ersten Besucher des Ikea-Einrichtungshauses in Wetzlar strömten durch den Eingang. Von Musik und La-Ola-Wellen der Mitarbeiter begleitet, nahmen die Kunden gestern den 52. Markt in Deutschland in Beschlag. Schon vor 8 Uhr waren die Ersten auf dem Parkplatz eingetroffen, um dabei zu sein bei der Eröffnungsfeier in der Hermannsteiner Straße. Um 10.15 Uhr waren die 820 Parkplätze vor dem Haus zum ersten Mal besetzt. Bis zum späten Nachmittag hatten 7500 Menschen den Markt besucht, wie Pressesprecherin Chantal Gilsdorf erklärte. Am Ende wurde die angestrebte Marke von 10 000 bis 11 000 Kunden am ersten Tag mit 12 000 Besucerhn noch übertroffen.

Vor der Eröffnung hatte der Möbelriese rund 200 Gäste zum Frühstück eingeladen, darunter Vertreter des schwedischen Konzerns sowie Politiker aus Stadt und Region. Deutschland sei der wichtigste Markt von Ikea, betonte Jutta Iskalla, stellvertretende Geschäftsführerin. Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner erinnerte an die Historie des Projekts und freute sich, dass man die ehemalige Industriebrache von HeidelbergCement so habe nutzen können.

Das Band wurde durchschnitten von (v. l.) Store-Chef Detlef Boje, Ikea-Expansionschef Johannes Ferber, Wetzlars Bürgermeister Harald Semler, der stellvertretenden Ikea-Geschäftsführerin Deutschland, Jutta Iskalla, Ikea-Geschäftsführer Peter Betzel und Wetzlars OB Manfred Wagner. (Foto: gäd)
Das Band wurde durchschnitten von (v. l.) Store-Chef Detlef Boje, Ikea-Expansionschef Joha...

Wagner sprach auch die anfänglichen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit der Stadt Gießen an und sagte in Richtung seiner Amtskollegin Dietlind Grabe-Bolz: »Am Ende ist Ikea ein mittelhessisches Projekt.« Grabe-Bolz erklärte auf Anfrage: »Ich sehe mit der Ansiedlung von Ikea in Mittelhessen eine Chance, Aufwertung und Bereicherung für die gesamte Region.«


Kassieren für guten Zweck

Johannes Ferber, Expansionschef von Ikea Deutschland, lobte das Ikea-Team vor Ort für sein Engagement. 50 Millionen Euro hat der Konzern in das »grandiose Haus« investiert. Er habe fast nicht daran geglaubt, rechtzeitig fertig zu werden, erklärte der Chef des Einrichtungshauses, Detlef Boje. Aber die ersten Vorverkäufe, unter anderem für Ikea-Family-Mitglieder, seien reibungslos verlaufen. Der Store-Chef hatte noch eine weitere gute Nachricht im Gepäck: Die Ikea-Stiftung spendet der örtlichen Geschwister-Scholl-Schule 20 000 Euro für die Renovierung der Klassenräume.

 
Fotostrecke: So war die Ikea-Eröffnung in Wetzlar

Der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sagte dieser Zeitung, dass der Ikea-Standort die Region stärken werde. In den Verhandlungen mit Gießen sei man schließlich zu einer Vereinbarung gekommen, »mit der alle Beteiligten leben können«. Zum Schutz des Gießener Einzelhandels war in Absprache zwischen den Städten sowie mit dem Konzern vereinbart worden, dass das Einrichtungshaus sein sogenanntes Randsortiment, also alles außer Möbeln, auf maximal 2950 Quadratmetern anbieten darf.

Besonders in den ersten Minuten strömen Hunderte Menschen in den neuen Ikea. (Foto: gäd)
Besonders in den ersten Minuten strömen Hunderte Menschen in den neuen Ikea. (Foto: gäd)

Nach der Eröffnung füllen sich die Gänge im 18 000 Quadratmeter großen Einrichtungshaus nach und nach. Karl Maywald aus Wißmar steht schon an der Kasse – mit schwer beladenem Wagen. Er lobt das freundliche Personal, ehe er in Richtung Ausgang steuert. Zur Mittagszeit bildet sich eine lange Schlange beim Restaurant und auch an den Kassen ist schon einiges los. Wetzlars OB Wagner und Bürgermeister Harald Semler stellen sich für eine Stunde an eine der Selbstbedienungskassen und scannten die Artikel der Kunden. Der Umsatz, insgesamt 13 000 Euro, soll dem Projekt »Charly & Lotte – Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche in Mittelhessen«, des Hospiz Mittelhessen zugutekommen.

Allmählich wurde die Schlange vor dem Eingang kleiner. (Foto:gäd)
Allmählich wurde die Schlange vor dem Eingang kleiner. (Foto:gäd)

170 neue Arbeitsplätze sind in Wetzlar geschaffen worden, 80 Mitarbeiter waren aus anderen Filialen nach Wetzlar geholt worden. Besonderheiten des mittelhessischen Marktes, in dem viel mit Tageslicht gearbeitet wird, sind die kurzen Wege, der Innenhof und der zentrale Planungsbereich.

An der Zufahrt zum Markt protestierten Vertreter von attac Lahn-Dill. Sie werfen dem Konzern Steuervermeidung vor.

Info

Verkehrschaos bleibt aus

Im Vorfeld war befürchtet worden, dass zur Eröffnung des Wetzlarer Ikea-Hauses in der Hermannsteiner Straße ein Verkehrschaos ausbricht. Die Polizei war entsprechend auch mit mehr Personal vor Ort. »Wir hatten den ganzen Tag über ein hohes Verkehrsaufkommen, hin und wieder mussten die Kollegen auch den Verkehr regeln. Es gab aber keine Rückstaus auf die B49«, ilanzierte am späten Nachmittag Sprecher Guido Rehr vom Polizeipräsidium Mittelhessen auf Anfrage. Neben den Parkplätzen vor dem Haus standen für die Kunden auch Parkmöglichkeiten im benachbarten Forum zur Verfügung.

 

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