Als »Universalanarchie« und »Weltkuddelmuddel« hat der Dichter und
europäische Weltbürger Heinrich Heine die revolutionären Ereignisse des
Jahres 1848 in Deutschland bezeichnet. Heine äußerte mehrfach seine
Skepsis über die »romantischen Träumereien« der Revolutionäre. Und mehr
als Träumereien waren es am Ende auch nicht. Rückblickend lässt sich
feststellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gar keine Revolution
wollte, »weil sie deren Erfolgschancen niedriger einschätzte als den
Weg allmählicher Veränderung«, wie der Historiker Wolfgang Schieder
einmal geschrieben hat.
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Am 6. März 1848, ein Rosenmontag, ist die Friedberger Bevölkerung in ausgelassener Stimmung. »Wo man nur hinblickte, sah man Gesichter, von Freude verklärt, wo man nur hinhörte, vernahm man Worte dankbaren Jubels.« Als Kreisrat Küchler die Nachricht aus Darmstadt öffentlich verliest, erwidern die Einwohner dies mit »aufrichtigstem Dank« und der »tiefsten Verehrung gegen den erhabenen Geber«.
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Kurzmeldungen gelten bei Journalisten oft als Lückenfüller. Mit ihnen kann man sich keine Meriten verdienen. Wie der Name schon sagt, sind sie kurz und knapp, in wenigen Worten wird das Wichtigste gesagt. Im Vordergrund steht der Informationsgehalt der Nachricht, stilistische Raffinessen sind hier eher fehl am Platze. Und dennoch: Eine gut geschriebene Kurzmeldung ist das Salz in der journalistischen Suppe
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Der »Friedberger Guckkasten« und der Bad Nauheimer »Kurstadt-Cocktail« sowie seit kurzem der »Cocktail am Samstag« in unserer Südausgabe und - ganz neu - die »Notizen aus der Provinz« sind feste Bestandteile der WZ. Jeden Samstag werden mehr oder weniger wichtige Dinge des Alltags glossiert: In polemischem, satirischem, ironischem, angeklagendem, stets kommentierendem, zuweilen auch wohlwollend-lobendem Ton werden Ereignisse und Begebenheiten in pointierter Form präsentiert.
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In Goethes »Faust« überbringt Mephistopheles der Marthe Schwerdtlein die Nachricht, ihr als Söldner verschollener Ehemann sei tot. Marthe kann’s nicht glauben und erwidert: »Ich möchte gern ein Zeugnis haben, / Wo, wie und wann mein Schatz gestorben und begraben. / Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen, / Möcht ihn auch tot im Wochenblättchen lesen.« Die Szene findet sich bereits im 1774 entstandenen »Urfaust«. Mit dem »Wochenblättchen« sind die meist wöchentlich erscheinenden »Intelligenzblätter« gemeint, in denen Todesanzeigen abgedruckt wurden.
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Nach dem »Wetterauischen Patrioten«, Feudtners »Wochenblatt für Friedberg« und Scribas »Wetterauer Volksblatt« sollen drei weitere Friedberger Zeitungen vorgestellt werden, die politisch »links und rechts von der WZ« standen, um einen Aufsatz von Michael Keller aus dem Jahr 1984 zu zitieren.
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Das Jahr 1848 ist das Jahr der Revolution. In zahlreichen europäischen Staaten begehrt die Bevölkerung gegen Fürsten und Könige auf, fordert auf Volksversammlungen demokratische Grundrechte wie Schwurgerichte, Presse- und Versammlungsfreiheit. In Wien und Berlin kommt es zu Barrikadenkämpfen, in der Frankfurter Paulskirche tagt die Nationalversammlung als erstes frei gewähltes deutsches Parlament, um eine Reichsverfassung zu beschließen und die Einigung der bislang getrennten deutschen Länder herbeizuführen. Nachdem die Regierungen Zugeständnisse gemacht und die Pressefreiheit gewährt haben, entsteht eine neue Zeitungslandschaft.
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Die WZ feiert Geburtstag. Vor 175 Jahren, am 4. Januar 1834, erschien in Friedberg die erste Ausgabe unserer Heimatzeitung, damals noch »Intelligenzblatt für die Provinz Oberhessen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Besonderen« betitelt, später in »Oberhessischer Anzeiger« und dann in »Wetterauer Zeitung« umbenannt. In einer Serie präsentieren wir anlässlich unseres Jubiläums Schlagzeilen und ihre Hintergründe und dokumentieren auf diese Weise ein Stück Zeit(ungs)geschichte.
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