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Wer in die Radarfalle tappt, füllt nicht unbedingt den Stadtsäckel

Artikel vom 08.01.2010 - 11.15 Uhr

Wer in die Radarfalle tappt, füllt nicht unbedingt den Stadtsäckel

Wetteraukreis (hed). Wenn man sie erst einmal gesehen hat, ist es meist schon zu spät. Blitzer sind des Autofahrers Albtraum. Wer nichtsahnend in die Radarfalle getappt ist, der schimpft nur zu gerne auf die Ordnungsbehörden, die mit den verhängten Bußgeldern wohl nur Löcher im Stadtsäckel zu stopfen gedenken. Doch ist dem wirklich so? Die WZ hat die Blitz-Gewohnheiten in den Kommunen des Kreises verglichen.
»Bitte lächeln« fällt hier eher schwer: Welcher Autofahrer freut sich schon über ein ungewolltes Radarfallen-Foto von sich hinte
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»Bitte lächeln« fällt hier eher schwer: Welcher Autofahrer freut sich schon über ein ungewolltes Radarfallen-Foto von sich hinter dem Lenkrad? (Foto: ddp)
Tenor aller Befragten: Die Verkehrsüberwachung dient lediglich der Erziehung der knapp 250 000 Wetterauer Autobesitzer. Von Abzocke kann keine Rede sein. Dass man mit dem Einsatz von Radargeräten keinen Gewinn erziele (und das im Übrigen auch nicht die Intention sei), sagt Fachbereichsleiter Peter Krank von der Stadt Bad Nauheim. Die Kurstadt hatte sich erst im Juli 2009 ein modernes, knapp 70 000 Euro teures Gerät zugelegt. Unkenrufe aus der Bevölkerung, das Geld müsse nun schnell wieder hereingeholt werden, weist Krank zurück: »Wenn man es betriebswirtschaftlich rechnet, zahlen wir vermutlich noch drauf.« Jede Messung solle im besten Fall einen Schulungseffekt haben - »auch wenn sich die Leute natürlich ärgern.« Ziel sei es, das Gerät täglich einzusetzen, was aber auf Grund der Personalsituation nicht immer möglich sei. Im Gegensatz zu anderen Kommunen teilten sich die Mitarbeiter im Fachdienst neben der Verkehrsüberwachung auch Aufgaben der öffentlichen Ordnung und der Sicherheit, des Brandschutzes und der Gefahrenabwehr.

In Friedberg gibt es zwei Personen, die sich um den Einsatz der mobilen Radarfalle kümmern. Und das nicht nur während der regulären Arbeitszeiten: Hinterm Steuer fotografiert werden könne man in der Kreisstadt zu jeder Tageszeit, betont Martina Fritzel vom Ordnungsamt. Der Blitzer werde einmal im Monat auch abends eingesetzt sowie regelmäßig freitagnachmittags und an Samstagen. Zudem seien in Friedberg und den Stadtteilen vier Starenkästen aufgebaut, die sich eine Kamera teilten. Übrigens darf die Stadt auch auf der neuen B 3 blitzen. Lediglich Autobahnen sind tabu - hier ist die Polizei zuständig.

Im Gegensatz zu Friedberg und Bad Nauheim verfügen die kleineren Kommunen im Kreis über keine eigenen Radargeräte. Einige kooperieren daher in gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirken. Einen solchen bilden Niddatal, Florstadt, Ranstadt, Reichelsheim und - sofern alle zustimmen - in Kürze auch Wölfersheim. Hier leiht man sich die Blitzer bei Verkehrsmesstechnik-Anbietern kurzerhand aus. Zwei Festangestellte kümmern sich darum, Ordnungswidrigkeiten im ruhenden (Knöllchen) und fließenden Straßenverkehr (Blitzer) zu ahnden. Viel von den Einnahmen übrig bleibe auch hier nicht: »Ein Großteil der Bußgelder landet nicht bei den Kommunen, sondern wegen der Schwere des Vergehens beim Regierungspräsidium«, erläutert Niddatals Hauptamtsleiter Volker Herrmann. Dennoch würden alle von der Zusammenarbeit profitieren. Zum einen spare es laufende Kosten, zum anderen könnten auch kleinere Gemeinden durch solche Kooperationen ihrer vom Innenministerium eingeforderten Pflicht nachkommen.

Das war auch der Wunsch von Münzenberg, Ober-Mörlen und Rockenberg, die bis vor kurzem keine eigenen Hilfspolizisten beschäftigten. Seit Juli 2009 arbeiten deren Ordnungsämter mit Butzbach zusammen. »Wir haben klare Anweisungen, dass nicht die Einnahmeerzielung im Vordergrund steht«, sagt Wolfgang Scriba von der Verwaltung in Butzbach. Von der Bevölkerung habe es für die seit August 40 Messtage auch fast nur positive Rückmeldungen gegeben. »Es gibt kaum Beschwerden. Viele Leute sind vielmehr dankbar, wenn wir blitzen und so den Verkehr beruhigen.« Kontrolliert werde zudem oft an den Feldwegen, die nicht wenige Autofahrer als illegale Schleichwege benutzten. »Wir haben einen Vertrag mit einer Firma, die den Messwagen und einen Techniker bereitstellt - alles in allem läuft das annähernd kostendeckend«, so Scribas Aussage.

An Schulen, Kindergärten und anderen neuralgischen Punkten aufgestellte Informationsgeräte (die mit den blinkenden Geschwindigkeitsangaben) würden Auskunft über das Durchschnittstempo der Autos an bestimmten Stellen geben. Auf Grundlage dieser Statistik könne man dann gezielt messen.

Mehr Toleranz auf der Autobahn



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Artikel vom 08.01.2010 - 11.15 Uhr
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Leserkommentare
(13.02.2010 13:47)
Wetterauer
Dem ist nicht ganz so !!!
Hallol,
zu diesem Bericht muss ich folgendes sagen:
Ich bin ein erwischter "Raser" !!!
Das ich geblitzt wurde ist in Odnung, schliesslich war ich zu schnell, wenn auch nur 7 Stundenkilometer am ORTSAUSGANG, aber ich war zu schnell. Was mich in unserer Gemeinde viel mehr ärgert ist folgendes:
Der neue Ordungsamtsbezirk dem sich Ober-Mörlen angeschlossen hat ist nicht wirklich auf die Verkehrserziehung aus. Ich bin der Meinung das der Profit im Vordergrund steht. Warum ? das erkläre ich jetzt..
In der Gemeinde Ober-Mörlen wird nur an Ortsein- und Ausgängen geblitzt. Es ist schon sehr merkürdig das ich kurz vor dem verlassen des Ortes geblitzt werde. Das blitzen am Ortseingang finde ich ja in Ordnung, das wirkt sich auf die Sicherheit aus. Aber das blitzen beim verlassen des Ortes ist für mich eine reine "Abzocke". Zu mal das Gerät an einem Ort aufgebaut wird wo es weder Häuser noch abbiegemöglichkeiten gibt. Es steht nur noch die Bundesstrasse zur Verfügung. Die Landespolizei z.B. blitzt bei uns nur in der Ortsmitte. Das verstehe ich unter Verkehrserziehung.
Ich habe bei uns in der Gemarkung noch nicht gesehen das an Schulen oder Kindergärten geblitzt wird. Aus einer veröffentlichten Statistik der Gemeinde Ober-Mörlen, festgestellt durch eine angebrachte Tempoanzeige, geht hervor das es hier besonders zu den Anfangs und Endzeiten zu Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt. Dort in diesen wirklich gefährdeten Bereichen wird allerdings nicht geblitzt.. Schon komisch!!!
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