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»Olivia« legt Straßen- und Bahnverkehr lahm

Artikel vom 16.07.2010 - 10.20 Uhr

»Olivia« legt Straßen- und Bahnverkehr lahm

Wetteraukreis (hed). Nach wochenlanger Dürre freuten sich am Mittwochabend Menschen, Bäume und Pflanzen über den erfrischenden Regen. In einigen Gebieten aber sorgte das Tief »Olivia« nicht nur für Abkühlung: Heftige Gewitterstürme machten den Wetterauer Einsatzkräften zu schaffen. Mehrere Bäume stürzten um, stellenweise lag der Straßen- und Bahnverkehr lahm.
Ein Baum begräbt in der Bad Vilbeler Innenstadt ein Auto unter sich. 	(Foto: Meffert/pv)
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Ein Baum begräbt in der Bad Vilbeler Innenstadt ein Auto unter sich. (Foto: Meffert/pv)
Weder vor noch zurück konnten mehrere Autofahrer auf der Bundesstraße 275 zwischen Lißberg und Hirzenhain: Sie waren zwischen umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Die örtlichen Feuerwehren konnten sie jedoch schnell und unversehrt befreien. Feuerwehren und Rettungsdienste waren in der Wetterau 120-mal ausgefahren, bilanzierte Ottmar Lich, Dezernent für den Katastrophenschutz, gestern. Die meisten Einsätze gab es dabei in der östlichen Wetterau. Zusammen mit den Straßenmeistereien Friedberg und Nidda sowie den Polizeidienststellen arbeiteten die Helfer die Fälle nacheinander ab. Der Großteil der Schäden war noch am Abend behoben.

Ganz anders beim Schienenverkehr: Die Bahnstrecke Hanau-Friedberg (mit Halt in Assenheim und Nidderau) war bis gestern Abend wegen umgestürzter Bäume komplett gesperrt. Noch bis heute Mittag könne es Verspätungen geben, hieß es gestern von der Hessischen Landesbahn. Auch auf der Strecke Beienheim-Friedberg fuhren bisweilen keine Züge.

Bei der Wetterauer Polizei gingen 40 Notrufe ein, berichtete Pressesprecher Jörg Reinemer. Die meisten Anrufer meldeten umgestürzte Bäume, heruntergefallene Äste und umgefallene Schilder. Am stärksten betroffen war das Gebiet der Polizei Büdingen, die allein 20 Einsätze zu verzeichnen hatte.

In Bad Vilbel hatten die Ordnungshüter zwar weniger Anrufe, jedoch die größten Schaden zu beklagen: In der Parkstraße stürzte ein Baum gleich auf vier geparkte Autos und hinterließ einen Schaden von knapp 50 000 Euro. Die Straße war kurzfristig gesperrt, zwei Wagen wurden abgeschleppt. Auch in der Friedberger Tepler Straße fiel ein größerer Ast auf einen Auto und verursachte einen Schaden von mehreren Tausend Euro.

In Massenheim drohte ein Gerüst umzustürzen. Die Feuerwehr musste auch hier einschreiten, um größere Schaden zu verhindern. In Karben wurden mehrere Dächer durch die Sturmböen beschädigt - besonders zerstörungswütig war »Olivia« im Stadtteil Burg-Gräfenrode. Hier wurden in der Berliner Straße und der Wetterauer Straße gleich mehrere Dächer abgedeckt, zwei große Bäume fielen gegen zwei Häuser. Mehrere Bäume lagen quer auf der Brunnenstraße am Selzerbrunnen, auf der K 9 Richtung Petterweil, der L 3205 Richtung Ober-Erlenbach und der L 3351 Richtung Burg-Gräfenrode. Auch ein Dach in der Rodheimer Straße in Petterweil hielt dem Sturm nicht stand.

»Keine Genehmigung für Hinweis-Schild«

Notiz am Rande: Eine Leserin aus Assenheim beschwerte sich gestern bei der WZ darüber, dass in Friedberg kaum ein Hinweis zu finden gewesen sei, dass alle Züge Richtung Assenheim ausfielen. »Man hätte ja wenigstens ein Schild aufstellen können, dass man den Bus nehmen soll«, meinte sie. Der Mitarbeiter am Schalter in Friedberg habe ihr jedoch mitgeteilt, das sei ohne Genehmigung nicht möglich - die Linie werde nicht von der Bahn, sondern von der Hessischen Landesbahn betrieben.

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