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Kein Nachschub in Sicht: Streusalz wird knapp

Artikel vom 27.01.2010 - 04.00 Uhr

Kein Nachschub in Sicht: Streusalz wird knapp

Wetteraukreis (en/dab/hed). Bei der WZ-Umfrage vor zwei Wochen wurde noch Entwarnung gegeben. Nun sind die Streusalz-Vorräte vieler Kommunen so gut wie aufgebraucht - und Nachschub ist vorerst nicht in Sicht: Die Lieferfirmen haben nach den erneuten Schneefällen große Probleme, die Städte und Gemeinden zu versorgen. Wie schätzen die Mitarbeiter der Bauhöfe die Lager-Lage ein? Die WZ hat nachgefragt.
»Ein bisschen Vorrat« hat Wolfgang Triebert noch, »aber er geht zur Neige«. Der Rockenberger Bauhofleiter hat sich mit einem Notfallplan auf die Situation eingestellt: »Wir streuen nur noch extreme Gefällstrecken, Feuerwehrausfahrten, vor öffentlichen Gebäuden und an den Bushaltestellen. Der Rest wird lediglich geräumt.« Es sei denn, statt Schnee kommt Eisregen vom Himmel. Oder gegen Morgen bildet sich das berüchtigte Blitzeis. Dann kommt Triebert mit seinem Team nicht daran vorbei, die noch vorhandenen acht Tonnen zu reduzieren. Die Kollegen in Münzenberg wären schon froh, wenn sie noch die Hälfte davon hätten. »Eine Palette haben sie dort im Lager«, weiß Triebert, und die Bitte um Unterstützung wird er nicht abschlagen: Wenn’s beim angekündigten Extrem-Wetter bleibt, bekommt Münzenberg Salz von den Rockenberger Nachbarn.

In Butzbach wird im Moment nur bei Glatteis gestreut. Als Tief »Daisy« vor gut zwei Wochen den ersten größeren Schnee brachte, war es bereits eng, und von dem, was die Stadt nachbestellt hat, ist noch kein Kristall in Butzbach angekommen, berichtet der städtische Pressesprecher Olaf Hoerschelmann. Dass es derzeit sogar wenig Sinn macht, verschneite Straßen nicht nur zu räumen, sondern auch zu streuen, weiß Ober-Mörlens stellvertretender Bauhofleiter Wolfgang Wenz: »Wenn wir räumen, bleibt eine dünne Schneedecke. Und wenn wir auf die Salz streuen, taut es nicht, sondern wir bekommen den Matsch, der wie Schmierseife ist.« An die fünf Tonnen haben die Ober-Mörlener noch auf Lager - sie hatten Glück und zwischen den beiden Schneetiefs eine Lieferung erhalten. Rechnet Wenz dazu, was noch in den Fahrzeugen ist, geht er davon aus, dass der Vorrat »bei normalem Winterwetter« zwei Wochen reicht. Dank des umsichtigen Umgangs auch dann, wenn es »wirklich extrem« werden sollte.

Wohl dem, der vorgesorgt hat - aus Wölfersheim kommen zwei Sätze: »Es ist noch genügend Streusalz im Lager. Ein Engpass ist in den nächsten Tagen nicht zu befürchten.« Auch in Reichelsheim dürfte es für den Rest des Winters reichen - auch wenn die fünf bis sechs Tonnen, die die Stadt pro normalem Winter verbraucht, längst weg sind. »Wir haben letzte Woche eine Tonne Nachschub erhalten«, berichtet Bürgermeister Bertin Bischofsberger, und auch in dieser Woche soll noch eine Tonne geliefert werden.

Gesalzene Salzpreise

Am Freitag sollte auch die Salzknappheit in Florstadt ein Ende haben. »Die Lieferung ist uns für diesen Tag zugesagt worden«, betont Bauhofleiter Thomas Eckhardt. »Zurzeit sieht es ganz schlecht aus.« Händeringend habe er versucht, noch zuzukaufen. »Aber mit zwei Säcken ist uns nicht gedient, wir brauchen eineinhalb bis zwei Tonnen pro Einsatz.« In Florstadt wird nach Streuplan gefahren. Gestreut werden »neuralgische Punkte«, sagt Eckhardt. Zusammen mit Altenstadt und Limeshain hat man 24 Tonnen nachbestellt. Kam das Salz bisher aus Tschechien, stammt die neue Lieferung aus Rumänien - nicht nur der Anfahrtsweg hat sich erhöht, auch der Preis ist gesalzen. Bis das neue Streugut da ist, wird gespart mit den »kleinen Resten«, die noch da sind. »Es wird nicht überall gestreut, oder wir nehmen Splitt.« Der hat allerdings einen Nachteil: Er muss nachher wieder zusammengekehrt werden. In den 21 Jahren, die Eckhardt schon bei der Stadt beschäftigt ist, habe er so etwas noch nie erlebt. »Wir haben viermal so viel Salz wie in einem normalen Winter verbraucht.«,

In Echzell ist genügend Salz auf Lager; erst am Montag kam eine Lieferung. Ganz so viel wie in anderen Kommunen wird hier aber nicht benötigt, denn in Nebenstraßen wird konsequent aufs Streuen verzichtet. »Die Autos sollen langsam fahren«, sagt Hauptamtsleiter Thomas Alber. »Schnee bedeutet ja nicht automatisch Glatteis.«



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Artikel vom 27.01.2010 - 04.00 Uhr
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