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Ermittler-Botschaft: Mord verjährt nicht

Artikel vom 02.09.2009 - 10.00 Uhr

Ermittler-Botschaft: Mord verjährt nicht

Wetteraukreis/Ranstadt (ihm). Heute vor zehn Jahren kam Johanna Bohnacker aus Ranstadt-Bobenhausen vom Spielen nicht zurück nach Hause. Groß angelegte Suchaktionen verliefen erfolglos. Sieben Monate später wurde aus der Befürchtung, die Achtjährige könne einem furchtbaren Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein, traurige Gewissheit: Am Samstag, 1. April 2000, stieß ein Spaziergänger in einem Wald an der A5 bei Alsfeld-Lingelbach auf die sterblichen Überreste des Mädchens. Der Mörder ist bis heute nicht gefasst.
Mit der Plakat-Aktion verbinden Polizeisprecher Willi Schwarz, Kripochef Björn Gutzeit und Erster Kriminalhauptkommissar Karl-He
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Mit der Plakat-Aktion verbinden Polizeisprecher Willi Schwarz, Kripochef Björn Gutzeit und Erster Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Leß (von links) auch ein Signal: »Wir bleiben an der Sache dran.« (Foto: ihm)
Staatsanwaltschaft Gießen und Polizeipräsidium Mittelhessen stellen eines klar: »Wir legen den Fall auch nach einem Jahrezehnt nicht zu den Akten - Mord verjährt nicht.«

Johanna hatte donnerstags bei einer Freundin im Garten gespielt. Gegen 16.30 Uhr fuhr sie mit dem Fahrrad über den Radweg zum Fußballplatz. Dort traf sie Kinder aus dem Ranstädter Ortsteil Bellmuth. Gespielt wurde auf dem Sportplatz und an der Halfpipe. An diesem Abend stand auf der Sportanlage ab 18.30 Uhr das Spiel zwischen den Fußballvereinen aus Bobenhausen und Glashütten-Steinberg auf dem Kalender.

Letztmals mit Sicherheit wurde das Mädchen um 17.20 Uhr am Sportplatz gesehen. Ihr verwaistes Rad wurde erstmals kurz vor 18 Uhr an der Bank des Gehwegs zwischen Sportplatz und Gemeinde gesichtet. Zwischen 17.20 und 18.30 Uhr muss sie dem Täter begegnet sein. Als das Kind nicht wie üblich zum Abendessen eingetroffen war, begannen Vater und Schwester nachzuforschen. Kurz vor 20 Uhr meldete Johannas Vater seine Tochter bei der Polizei Büdingen als vermisst. Noch am Abend setzten große Suchaktionen ein. Hundertschaften der Polizei, Feuerwehr, zahlreiche Hilfskräfte und Bürger beteiligten sich - ohne Erfolg.

Soko mit über 60 Beamten

Tags darauf bildete die Kripo Friedberg die Sonderkommission Johanna, zeitweise gehörten ihr über 60 Beamte an. Die Soko arbeitete auf Hochtouren: Unter anderem wurden in Bobenhausen alle Einwohner befragt. Beamte überprüften im Wetterau- und Hochtaunuskreis die Alibis zahlreicher Personen, die wegen Sittlichkeitsdelikten bekannt waren. Hessenweit wurden alle Freigänger befragt, die an diesem Tag eine Haftunterbrechung hatten.

Darüber hinaus arbeitete die Kommission 1200 Hinweise aus der Bevölkerung ab. Weitere 300 Hinweise kamen hinzu, als der weitestgehend skelettierte Leichnam gefunden worden war. Nach dem Fund wurden alle Verkehrsverstöße zwischen Alsfeld und Bobenhausen, die sich zur tatrelevanten Zeit zugetragen hatten, unter die Lupe genommen - ohne Resultat.



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Artikel vom 02.09.2009 - 10.00 Uhr
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