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Alle Grundschulen sollen erhalten werden

Artikel vom 11.03.2009 - 22.00 Uhr

Alle Grundschulen sollen erhalten werden

Friedberg (jw). Die mögliche Schließung von Grundschulen im Ostkreis brennt Eltern, Lehrern und Kindern unter den Nägeln, und so hatten sowohl die Grünen als auch die Koalition aus CDU, FWG/UWG und FDP Dringlichkeitsanträge zur Kreistagssitzung eingereicht. Im Ergebnis waren sich alle einig: Keine Grundschule im Kreis soll geschlossen werden. Im Detail allerdings kamen noch einmal die Schuldzuweisungen zum Tragen, die in Pressemitteilungen der vergangenen Tage bereits verbreitet wurden. Insbesondere die CDU kritisierte Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel (Grüne).


Ein Streitpunkt in der erhitzten Debatte war die Aussage von Betschel-Pflügel gegenüber einem Reporterteam des Hessischen Rundfunks. In der »Hessenschau« vom 27. Januar hatte der Schuldezernent gesagt, er werde den Kreisgremien bezüglich der Zukunft der Grundschule Nidda-Ulfa zwei Varianten vorschlagen: zum einen den klassenübergreifenden Unterricht, dann würde der Grundschulstandort erhalten bleiben, »und die Alternative wäre, dass bei der Schülerzahl, die momentan vorherrscht, die Schultätigkeit dort eingestellt werden müsste«.

Die CDU-Vorsitzende und Kreistagsabgeordnete Lucia Puttrich urteilte, indem Betschel-Pflügel von der Schließung der Schule gesprochen habe, habe er bei den Betroffenen Unruhe gestiftet, Ängste ausgelöst und zugleich die Verantwortung von sich geschoben. Betschel-Pflügel hingegen betonte, er habe keineswegs von einer »Schließung« der Schule gesprochen. Wenn es an einzelnen Standorten nicht genügend Kinder gebe, könne dort nun mal keine Beschulung stattfinden. Und Beschulung bedeute, dass das Land Hessen keine Lehrer an die Einrichtung entsendet. Die Geburtenrate im Wetteraukreis ist nach Auskunft des Dezernenten zwischen 1999 und 2008 von 3341 auf 2492 gesunken.

Den Hintergrund des Streits bildet die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans. Derzeit eruieren Fachleute im Auftrag des Schulverwaltungsamtes, mit wie vielen Kindern die Schulen in den nächsten Jahren rechnen können. Betschel-Pflügel hat hierfür drei ausgewiesene Fachleute als externe Berater gewonnen, in Gesprächen mit Eltern und Lehrern vor Ort wird die Situation erörtert, die Zahlen kommen auf den Tisch, und wo die vom Land vorgegebene Mindestzahl von 13 Schüler pro Grundschulklasse unterschritten wird, werden Lösungen erarbeitet, um die Standorte zu erhalten. Klassenübergreifender Unterricht zählt hierzu, aber auch eine Änderung der Schulbezirksgrenzen.

Streit um die Frage, wer Unruhe gestiftet hat

Nach Ansicht der CDU hat Betschel-Pflügel hierbei »vor allem Unruhe gestiftet«, wie Puttrich sagte: »Wenn die Eltern so reagieren, dann war das schlecht.« Die Grundschulen seien Lebensadern, die verhinderten, dass die Dörfer aussterben. Deshalb müssten sie erhalten werden, so die CDU-Politikerin, die den Schluss zog, es sei eben falsch gewesen, dass Landrat Joachim Arnold (SPD) das wichtige Schuldezernat mit einem ehrenamtlichen Dezernenten besetzt habe.



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