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280 000 Asylsuchende in Deutschland im vergangenen Jahr

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Artikel vom 11.01.2017 - 16.13 Uhr

280 000 Asylsuchende in Deutschland im vergangenen Jahr

Berlin (dpa) - Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist 2016 drastisch zurückgegangen - auf nur noch ein Drittel des Vorjahres. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, suchten in den vergangenen zwölf Monaten noch 280 000 Menschen hierzulande Schutz, nach 890 000 im Asyl-Rekordjahr 2015.
Aufenthaltsgestattung
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Ein Flüchtling hält eine Aufenthaltsgestattung in den Händen. Foto: Arne Dedert
© dpa
«Es ist gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen, zu steuern», sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Die Zahl der Asylanträge stieg 2016 auf mehr als 745 000 (davon gut 722 000 Erstanträge) - das waren fast 269 000 mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil der Antragsteller war bereits 2015 eingereist, viele konnten aber wegen der Überlastung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht sofort einen Antrag stellen. «Der Berg unerledigter Anträge wird abgetragen», sagte de Maizière nun.

Das BAMF habe im Vorjahr die Zahl seiner Asylentscheidungen erheblich gesteigert, hob der Minister hervor - auf zuletzt gut 695 000, etwa 146 Prozent mehr als 2015. Zudem konnte im vierten Quartal 2016 auch die Zahl der anhängigen Verfahren deutlich von etwa 579 000 (Ende September) auf 434 000 (Ende Dezember), also um 25 Prozent, abgebaut werden, hieß es aus dem Ministerium.

Der Minister betonte, «dass die Maßnahmen, die die Bundesregierung und die Europäische Union ergriffen haben, greifen». Nach den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres seien das EU-Türkei-Abkommen gekommen und die Balkanroute geschlossen worden. Vergleichzahlen aus anderen EU-Staaten liegen noch nicht vor.

Der bisherige BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise meinte, für Asylbewerber in Deutschland seien die Bedingungen erheblich verbessert, die Wartezeiten verkürzt und Übergänge in den Arbeitsmarkt beschleunigt worden. Früher habe es drei Monate und länger gedauert, bis ein Asylbewerber seinen Antrag gestellt hatte, jetzt dauere das in der Regel nur einen halben Monat.



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Artikel vom 11.01.2017 - 16.13 Uhr
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Leserkommentare
(11.01.2017 18:26)
bogen
Zahlenspiele
Es ist eigentlich zweitrangig wieviele Menschen letztes Jahr zu uns gekommen sind. Relevant ist, ob diese Menschen integrierbar sind und ob unser Arbeits- und vor allem Sozialsystem die Menschen auf Dauer verkraftet. Derzeit muss man diese Frage verneinen! Auch die Wirtschaft, die zu Beginn den Blödsinn von den zahlreichen Facharbeitern in die Welt gesetzt hat, die gibt sich mittlerweile bedeckt. Aus Flüchtlingen hat man innerhalb eines Jahres eben keinen hochqualifizierten Facharbeiter geformt. Nicht wenn weit mehr als die Hälfte der Flüchtlinge gar keine adäquate Ausbildung haben.
Der Schutz dieser Menschen hat Vorrang, nur muss man auch so ehrlich sein, dass unser System die Last kaum tragen kann und andere Länder sich weiterhin ducken, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, bzw. die Flüchtlinge selbst lieber nach Deutschland als nach Polen, die Slowakei und Irland wollen. Wann wurde das Flüchtlingsverfahren eigentlich zum Wunschkonzert?
In den nächsten drei bis fünf Jahren wird sich am Flüchtlingszustrum sicher nichts ändern und die Integrationsprogramme werden auch weiterhin laufen. Die Frage ist eher, was danach kommt? Diese Menschen brauchen eine Perspektive. Aber die kann man nur mit jahrzehntelanger Betreuung schaffen. Man braucht keine prophetische Ader, um einen exorbitanten Anstieg von Sozialleistungen auf das System zurollen zu sehen. Aber das ist ja noch Jahre hin und interessiert den Politiker von heute nicht...
(11.01.2017 14:18)
Cosmos
Asylsuchende in Deutschland
Es sind noch zu viele, 80000 würden auch reichen.
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