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SAP setzt wieder auf Doppelspitze

Artikel vom 08.02.2010 - 16.50 Uhr

SAP setzt wieder auf Doppelspitze

Walldorf (dpa) - Europas größter Softwarehersteller SAP will mit einer internationalen Doppelspitze verlorenes Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.
Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott
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Jim Hagemann Snabe (l) und Bill McDermott werden SAP künftig als Doppelspitze führen.
© dpa
Nach dem Rücktritt von Konzernlenker Léo Apotheker stehen die Vorstände für Vertrieb und Produktentwicklung, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, künftig als gleichberechtigte Vorstandschefs an der Spitze von SAP. Ein Nachfolger für den ebenfalls ausgeschiedenen Arbeitsdirektor Erwin Gunst solle in Kürze vorgestellt werden, sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner am Montag.

Nach dem Scheitern von Apotheker will Firmenmitgründer Plattner der neuen Führungsmannschaft bei der Produktentwicklung verstärkt unter die Arme greifen. Für das Segment Technik wurde Vishal Sikka in den Vorstand des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware berufen. Plattner hatte dem ehemaligen Vorstandschef Apotheker indirekt vorgeworfen, die Wünsche der Kunden nach neuen Techniken und Produkten nicht ausreichend bedient zu haben: «Die Neuaufstellung der Unternehmensspitze soll die Produktinnovationen näher mit den Kundenanforderungen zusammenbringen.»

Der Vertriebsexperte Apotheker stand erst seit April 2008 an der SAP-Spitze - zunächst gleichberechtigt neben dem Physiker Henning Kagermann und seit Mai 2009 allein. Der Vertrag von Apotheker wäre in diesem Jahr ausgelaufen. Nachdem der Aufsichtsrat keiner Verlängerung zustimmte, habe der Manager sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt, erklärte Plattner.

Apotheker war in den vergangenen Monaten die immer wieder verschobene Einführung der neuen Mittelstandssoftware «Business by Design» vorgeworfen worden. Außerdem hatte es in seiner Amtszeit einen heftige Streit mit tausenden Kunden über höhere Wartungskosten gegeben. Nach den deutlichen Protesten hatte der Softwarekonzern zum Jahreswechsel schließlich eingelenkt und auf eine angekündigte Preiserhöhung verzichtet.

Plattner erklärte in einer Telefonkonferenz, es habe keine strategischen Differenzen mit Apotheker gegeben. Auch die Verzögerung der Mittelstandssoftware werde ihm nicht vorgehalten. Warum sich SAP von Apotheker getrennt habe, wollte der Chef des Kontrollgremiums nicht sagen. Der langjährige Vorstandschef räumte jedoch einen Vertrauensverlust bei Kunden und Mitarbeitern ein. «Wir sind ein Unternehmen, das Gewinn machen muss. Das werden wir aber nur tun, wenn wir auch ein glückliches Unternehmen sind und auch unsere Kunden glücklich sind. Ich werde alles dafür tun, dass SAP wieder eine glückliche Firma wird.»



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Artikel vom 08.02.2010 - 16.50 Uhr
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