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Hells Angel nach Schüssen wegen Mordversuchs angeklagt

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Artikel vom 11.01.2017 - 11.03 Uhr

Hells Angel nach Schüssen wegen Mordversuchs angeklagt

Die Schüsse am Himmelfahrtstag auf einem mit Cafés gesäumten Platz nahe der Frankfurter Hauptwache haben viele erschreckt. Die Ermittler gehen von einer Tat im Rockermilieu aus. Ein Verdächtiger wurde angeklagt, der andere ist nach wie vor auf der Flucht.

Hells Angels
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Nach Einschätzung der Polizei umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Menschen. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
© dpa
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Rund acht Monate nach der Schießerei in der Frankfurter Innenstadt hat die Staatsanwaltschaft gegen ein Mitglied der Hells Angels wegen Mordversuchs Anklage erhoben. Dem 56-Jährigen werden zudem gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Das Landgericht Frankfurt muss jetzt entscheiden, ob es die Anklage zulässt und dann einen Verhandlungstermin festlegen. Nach dem zweiten mutmaßlichen Täter, einem 38 Jahre alten Hells Angel, wird noch immer gefahndet.

Die beiden Männer sollen Ex-Mitglieder des verbotenen Hells-Angels-Charter Westend gewesen sein und am Himmelfahrtstag an einem belebten Platz in der City mehrfach auf einen 41-Jährigen geschossen haben. Dieser saß in einem Geländewagen am Steuer und war einige Wochen zuvor nach einem Streit aus dem Rockerclub ausgeschlossen worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollten ihn die Täter mit ihren Schüssen aus den halbautomatischen Pistolen töten.

Sie verletzten den Mann lebensgefährlich und seinen Begleiter auf dem Rücksitz schwer. Der 20-Jährige soll nicht zu dem Rockerclub gehört haben. In dem Auto sollen auch noch eine oder zwei Frauen gesessen haben, die aber unverletzt blieben.

Hintergrund der Schießerei ist nach Erkenntnissen der Ermittler ein Treffen hochrangiger Vertreter verschiedener Hells-Angels-Charter aus dem Rhein-Main-Gebiet in einem Hotel im März 2016. Dabei soll es um die Beilegung heftiger Auseinandersetzungen gegangen sein. Dies misslang aber offenbar, der 41-Jährige griff einen Hells Angel aus dem Charter Westend an und soll ihm die Nase gebrochen haben. Deshalb wurde er von den Hells Angels ausgeschlossen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 41-Jährige zu dem Leuten des später getöteten Gießener-Hells-Angels-Chef Aygün Mucuk gehörte. Dessen Pläne, ein eigenes Charter in Gießen zu gründen, hatten zu Machtkämpfen mit den mächtigen Hells Angels in Frankfurt geführt.



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