Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Politik »

Nicaragua: «Ewiger» Präsident Ortega startet vierte Amtszeit

  Anzeige

Artikel vom 11.01.2017 - 08.48 Uhr

Nicaragua: «Ewiger» Präsident Ortega startet vierte Amtszeit

Managua (dpa) - Er macht es noch einmal: Nach seiner umstrittenen Wiederwahl ist der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega für seine nunmehr vierte Amtszeit vereidigt worden.
Vereidigung
Lupe - Artikelbild vergrössern
Rosario Murillo und ihr Mann Daniel Orterga während ihrer beider Vereidigung in Nicaragua. Foto: CCC/dpa
© dpa
Tausende Anhänger der sandinistischen Regierungspartei FSLN jubelten dem früheren Guerillakommandeur auf dem Platz der Revolution in der Hauptstadt Managua zu.

In seiner fast zweistündigen Rede erinnerte Ortega an die zahlreichen Kriege, unter denen das mittelamerikanische Land zu leiden hatte. Mittels einer Allianz zwischen Regierung, Unternehmerschaft und den Streitkräften habe er in seinen vergangenen Amtsperioden den Grundstein für einen Wiederaufbau des Landes gelegt, sagte er. Diese Arbeit wolle er in den kommenden Jahren fortsetzen.

Künftig wird er die Regierungsgeschäfte gemeinsam mit seiner Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo führen. «Mit der Kraft Gottes» werde sie ihr Amt ausüben, sagte sie beim Eid und bat den mit ihr befreundeten Bischof Miguel Obando um seinen Segen.

Fünf Präsidenten waren zum Amtsantritt von Ortega gekommen: Nicolás Maduro (Venezuela), Evo Morales (Bolivien), Tsai Ing-wen (Taiwan), Salvador Sánchez Cerén (El Salvador) und Juan Orlando Hernández (Honduras).

Ortega hatte die Opposition vor seiner umstrittenen Wiederwahl im November vergangenen Jahres weitgehend ausgeschaltet, unabhängige Wahlbeobachter waren nicht zugelassen. Regierungsgegner bezeichneten die Abstimmung als Farce.

Ortega hat sich in seinen vier Jahrzehnten in der Politik vom idealistischen Rebellen zum autoritären Alleinherrscher entwickelt. Ende der 1970er Jahre jagte er den Diktator Anastasio Somoza in die Flucht und machte Nicaragua zum Sehnsuchtsland der internationalen Linken. Mittlerweile hat er sich mit dem Großkapital verbündet und fährt einen neoliberalen Wirtschaftskurs. Viele öffentliche Gelder sollen über dunkle Kanäle in die Taschen seiner Familie geflossen sein.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.01.2017 - 08.48 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang