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Städel zeigt Werke von Claude Lorrain

Artikel vom 03.02.2012 - 20.25 Uhr

Städel zeigt Werke von Claude Lorrain

»Die verzauberte Landschaft«: Die neue Ausstellung im Frankfurter Städel mit Werken von Claude Lorrain zeigt sublime Poesie aus Farbe und Licht.

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»Überall herrschen Luft und Licht«: Dieses Lorrain-Bild im Städel trägt den Titel »Landschaft mit ländlichem Tanz« (um 1637) und stammt aus einer Privatsammlung. (Foto: rw)
Nach der Neueröffnung der Abteilung »Alte Meister« vor zwei Monaten präsentiert sich das Frankfurter Städel jetzt mit einem weiteren Unterfangen. Die erste monografische Ausstellung in Deutschland seit 1983 zeigt einen der bedeutenden Meister der Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Ölgemälde und vor allem eine umfangreiche Zusammenstellung von Grafiken und Zeichnungen des Lothringers Claude Gellée (1600 - 1682, genannt Lorrain nach seiner Herkunft) sind im Musentempel am Schaumainkai zu sehen.

Unter dem Titel »Claude Lorrain – Die verzauberte Landschaft« wurden in Zusammenarbeit mit dem renommierten Ashmolean Museum Oxford neben Werken aus eigenem Bestand Bilder aus englischen Museen (unter anderem Oxford, London, Cardiff) sowie Leihgaben aus deutschen Häusern und Privatsammlungen zusammengetragen. Städel-Direktor Max Hollein sprach bei der Vorstellung zu Recht von einer eleganten, imposanten Schau. Zu Gast war auch der Leiter des Partnerhauses, Jon Whiteley, der zusammen mit Martin Sonnabend den repräsentativen Katalog erarbeitet hat (Hatje Cantz Verlag; Museumsausgabe 34,90 Euro). Lorrains künstlerische Wahlheimat war Italien. Südlich-arkadische Landschaften in mildem Morgen- oder Abendlicht sind der stimmungsvolle Rahmen für mythologische und biblische Themen, Hirtenszenen und Hafenansichten. Nuancierte Farbigkeit verleiht den Ansichten der Campagna um Rom sublime Poesie. Lorrain arbeitete zwar im Freien, schuf jedoch keine Veduten, sondern aus Studien komponierte Ideallandschaften mit Hügeln, Meeresbuchten und pittoresken Ruinen. Seine figürlichen Szenen sind auf den ersten Blick unauffällig in das dominierende Naturambiente eingefügt. Er zaubert Raum in die Fläche: eine dunkle Vordergrundzone, Bäume rahmen einen Durchblick, Weite wird nicht nur durch Verkleinerung, sondern primär durch »Atmosphäre« aus Dunst und Licht erzeugt.

Angeregt sei die Betrachtung des späten Gemäldes aus Städel-Besitz, »Landschaft mit Christus, der Maria Magdalena erscheint«: links wie auf einer Bühne ist Christus als Gärtner vor der knienden Frau zu erkennen, rechts dahinter gestaffelt ein Hügel mit dem Engel im Eingang des verlassenen Grabes. Hohe Vegetation überführt den Blick auf Stadtmauer und Hügel in der Ferne. Auch Goethe hat zu dieser Kunst etwas gesagt: »In Claude Lorrain erklärt sich die Natur für ewig.« Dabei vermerkt der deutsche Italienreisende scharfsinnig, Lorrains Bilder hätten »die höchste Wahrheit, aber keine Spur von Wirklichkeit«. »Überall herrschen Luft und Licht; nicht feste Konturen bestimmen die Zeichnung, sondern geschickte Abstufungen des Tons« – diese Äußerungen der Lady Dilke von 1884 lassen sich auf die Radierungen und Zeichnungen übertragen, die allein durch ihre Quantität in dieser Schau besondere Beachtung verdienen. Es sind durchgestaltete Ansichten und Detailstudien in fließenden Abstufungen; Pinsel, Tusche, Kreide und Lavierungen machen daraus quasi kleine Gemälde.



Spektakuläres »Feuerwerk«



Der höchst erfolgreiche Künstler hat fast jedes seiner verkauften Ölbilder für seine spezielle Grafikmappe, das Liber veritatis, dokumentiert. Bemerkenswert ist die spektakuläre Serie »Feuerwerk« (1637); sie ist hier erstmals komplett ausgestellt. Die Schau im Städel-Obergeschoss ist chronologisch aufgebaut; so ergibt sich für das Betrachterauge ein willkommener Wechsel zwischen exquisitem Ton-in-Ton der Zeichnungen und dem Farbzauber von Lorrains großformatigen Gemälden. Zu sehen bis
6. Mai. Olga Lappo-Danilewski

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Artikel vom 03.02.2012 - 20.25 Uhr
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